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Jahresrückblick: Das hat die DHZ-Leser 2020 bewegt
Auch wenn ein Thema dieses Jahr besonders dominant war, so haben die Leser der DHZ neben Corona über viele weitere Geschichten diskutiert und sich online informiert. Was in den einzelnen Monaten gefragt war? Ein Blick in die Rückschau verrät es.
Im Januar und Februar war Corona noch kein großes Thema und auf der Website der DHZ und in den sozialen Netzwerken der Zeitung wurden andere Artikel besonders oft gelesen, kommentiert und geteilt. So war zum Beispiel die Bon-Pflicht ein großer Aufreger und die Wiedereinführung der Meisterpflicht ebenfalls sehr präsent. Ab März machten sich dann Fragen rund um Kurzarbeit und Corona-Hilfen bemerkbar und im April wollten viele Leser wissen, wie und wann Geschäfte und vor allem die Friseure wieder öffnen dürfen.
Im Mai waren Hilfestellungen rund um die Soforthilfen und den Hygieneschutz im Betrieb gefragt. Im Juni kamen rechtliche Fragen rund um die Mehrwertsteuersenkung und die Corona-App ins Spiel und viele Selbständige fragten sich, warum sie bei den staatlichen Hilfsprogrammen vergessen wurden. Reisen in Zeiten von Corona und der Start der Berufsschule dominierten in den Monaten August und September. Bereits vor dem angekündigte Novemberlockdown informierten sich viele Leser im Oktober über die bervorstehenden neuen Regelungen. Außerdem wurden wieder verstärkt Beiträge zu Hygienemaßnahmen gelesen.
Die Novemberhilfen und weitere Hilfsmaßnahmen im Lockdown waren dann im November die meistgesuchten Themen. Außerdem warne auch Fragen rund ums Geld im Ranking der besten Beiträge dabei, so zum Beispiel die Ausgestaltung der Corona-Prämie. Auch im Dezember war der Lockdown sehr präsent. Fleißig gelesen wurden zudem steuerliche Regelungen für Kurzarbeitergeld und Homeoffice und die Frage nach den rechtlichen Aspekten einer Corona-Impfung ins Spiel interessierte sehr viele Leser der DHZ.
Am 4. Mai 2020 war es dann soweit: Friseure durften ihre Salons wieder öffnen – allerdings unter strengen Hygieneschutzauflagen. Damit die Maske beim Haareschneiden nicht stört, entwickelte Friseur Thomas Venus aus Freiburg eine clevere Halterung.
Bäckerei-Cafés mussten Mitte März ebenfalls schließen. Aber auch nachdem sie wieder öffneten, hatten viele Kunden Bedenken persönlich in die Bäckereien zu gehen. Das bemerkte auch der 16-jährige Schüler Quentin Leopold und hatte eine Idee: Er entwickelte eine Lieferdienst App und testete sie prompt bei seinem Arbeitgeber Lokalbäckerei Brotzeit.
Ähnliche Idee, anderes Handwerk: Metzgermeister Steffen Schütze von der Metzgerei Hack aus Freising hatte bereits Monate vor der Corona-Krise eine digitale Verkaufslösung angeboten. Mittendrin half seine Verkaufsapp ihm dabei, seinen Kundenstamm zu erweitern. Das Bild zeigt einen Bon einer Bestellung über die App.
Viele Brauereien blieben während des Lockdowns auf ihren Vorräten sitzen. Wohin also mit dem Bier, wenn nicht alles weggeschüttet werden sollte? Die Brauerei Kundmüller hatte eine Idee: sie startete Anfang Mai den Ausschank von Freibier. Die Aktion diente auch einem guten Zweck.
Während das Corona-Virus sich weiter in Deutschland verbreitet, kommt es Anfang März 2020 zu ersten Hamsterkäufen: Den Run auf das Klopapier nahm auch Installateurmeister Kristijan Cacic zum Anlass für eine außergewöhnliche Videoaktion auf Instagram – mit Erfolg. Laut Cacic beteiligten sich rund 80 Instagrammer aus dem Handwerk.
Digitale Events hatten während der Zeit des Lockdowns Hochphase. Nachdem Anne Blatter nach einem Auslandsaufenthalt keinen Job in einer Konditorei fand, organisierte die Konditormeisterin im März eine Workshop-Reihe über Instagram. Neben musikalischer Unterhaltung standen eine Kinderbuchlesung, Kaffee-, Torten- und Blumenkunst sowie Tipps für Food-Fotografien auf dem Programm.
Wäre es nicht praktisch, seinen Einkauf möglichst kontaktlos zu erledigen? Das dachte sich auch Axel Schmitt aus Frankenwinheim. Seine Lösung: Eine Pop-Up-Drive-In Bäckereifiliale in einer alten, leerstehenden Tankstelle. Stand Mai 2020 konnte der Bäckermeister dank des Stores sogar drei Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückholen.
Selbst ist der Handwerker – auch in puncto Hygienemaßnahmen. Alperen Aytekin von Aytekin Fußbodentechnik im hessischen Griesheim ging im März mit gutem Beispiel voran. Da das Coronavirus durch Tröpfchen über die Luft oder über kontaminierte Hände auf die Schleimhäute übertragen wird, ließ sich der Estrichlegermeister etwas einfallen: Den "Corona-Helm".
Ein Dixi-Toilettenhäuschen mitten im Autohaus? Ein seltsamer Anblick, aber eine wichtige Maßnahme, um Kunden und Mitarbeiter vor dem Virus zu schützen. So gesehen im Autohaus Klaiber in Balgheim bei Freiburg im März 2020.
Mitte März kam es zum deutschlandweiten Lockdown. Kontakte wurden beschränkt, viele Läden mussten schließen. KFZ-Werkstätten durften weiterhin geöffnet bleiben – unter strengen Hygiene- und Einlassbeschränkungen. Im Autohaus Thoma in Sexau in Baden-Württemberg wurde extra eine selbstgebastelte Ampel in den Eingangsbereich installiert, die den Einlass regelt.
Bei diesem fliegenden Helferlein handelt es nicht um eine neue Art der Fleischlieferung, sondern um eine kreative Marketingmaßnahme während des Corona-Lockdowns: "Mit dem Video wollen wir auf lustige Weise auf unseren Grillfleisch-Lieferservice aufmerksam machen", erklärte Florian Baisch, Fleischer und stellvertretender Marktleiter bei Erich Rothe.
Erste Hygieneschutz-Wände wurden bereits während des Lockdowns installiert. Mittlerweile sieht man sie fast überall. Nachdem sich Patienten und Personal zunehmend darüber beklagten, ihren Gegenüber schlecht zu verstehen, nahm Glasermeister Thorben Müller eine wirkungsvolle Anpassung für das Uni-Klinikum Tübingen vor. Die Idee zum in der Schutzwand integrierten "Akustik-Feld" hatte sein 8-jähriger Sohn.
Ulrich Kriescher aus Würselen bei Aachen nutzte die Zeit des Lockdowns und entwarf seine erste eigene Uhrenlinie – mit Erfolg. Heute sind die Armbanduhren mit der Aufschrift "Kriescher 1929" fester Bestandteil seines Angebots.
Händedesinfektion gehört mittlerweile zum Alltag. Sich dabei tierische Unterstützung zu holen ist hingegen neu: Im September half Bürohund Hugo im Bauunternehmen WM Bau Mühlefeld beim Desinfizieren der Hände.
Vorbereitung auf das Ende der Isolation: Friseurmeisterin Elisabeth Würz hat sich während der Corona-Schließung der Friseurgeschäfte mit ungewöhnlichem Sport für die Wiedereröffnung fit gehalten – Doppelbürsten Sit-ups. Dieses Foto belegte den dritten Platz bei den PR-Bild Awards 2020 in der Kategorie "Lifestyle".
In Corona-Zeiten lösen Griffe an Einkaufswägen bei vielen Menschen unwohle Gefühle aus. Hier setzt ""reiner" an – eine Art Waschstraße für den Einkaufswagen". Erfunden wurde die Desinfektionsanlage von IG Franken Gebäudereinigung aus Erlangen. Die Idee dazu hatten Firmeninhaber Ingo Gartner und Sohn Fabian im März, Ende Mai begann bereits die Serienfertigung. Inzwischen ist "reiner" an den ersten Standorten im Einsatz.
Viele Brillenträger kennen das Problem: Kaum ist der Mund-Nasen-Schutz aufgesetzt, beschlagen die Brillengläser. Abhilfe schafft "Covisier" – ein Gesichtsvisier aus flexiblem Kunststoff. Es lässt sich an den Brillenbügeln befestigen und bietet eine Aussparung um die Augenpartie. Optikermeister Roland Brökelschen und seine Frau Eva van Dieken aus Moers haben im Herbst an ihrer Erfindung getüfftelt und sich diese sogar patentieren lassen. "Covisier" kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn das Tragen einer Maske nicht verpflichtend ist, z. B. bei Arbeiten in der Werkstatt.
Den Meistertitel würdig feiern – in Zeiten von Corona eine schwierige Aufgabe. Die Handwerkskammer Region Stuttgart organisierte im Oktober deshalb eine virtuelle Meisterfeier – samt Live-Sessions, Social Wall und privatem Wohnzimmerkonzert. Auch Außenreporter waren unterwegs, um die Meisterbriefe persönlich zu übergeben: Kammerchef Thomas Hoefling überrascht auf diesem Bild Zimmerermeister Jan Vaihinger.
Bei Schneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer gibt es Masken in allen Farben und Motiven, passend zum Anzug oder auch mit Spitze verziert für feierliche Anlässe. "Aktuell sind Alltagsmasken mit weihnachtlichen Motiven stark gefragt", sagt Schneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer, "entweder für einen persönlich oder auch als Geschenk oder Mitbringsel." Die Handwerkerin hat eine eigene kleine Kollektion für die Feiertage entworfen. 2020 hat sie außerdem den Ausbau ihres Onlineshops erweitert, den sie ausschließlich über die sozialen Medien bewirbt und dadurch gute Zusatzgeschäfte generiert.
Konditormeister Jakob Neumeier (rechts) und sein Bruder Xaver zeigen ihre Wut-Krapfen "Frustfinger", eine Faust mit gestrecktem Mittelfinger. Sie machen damit ihrem Ärger über die Corona-Auflagen Luft.
Friseurmeisterin Katrin Walter aus Eilenburg bei Leipzig frisiert in ihrem Gartenhaus-Separee eine Mitarbeiterin. Das 24 Quadratmeter große Holzhaus, das sie hinter ihrem Friseur-Salon während der Corona-Zwangspause zusätzlich eingerichtet hat, ist unter anderem mit einem flexibel einsetzbarem Bedienplatz vor einer großen Fensterfront, Kamin und Fußbodenheizung ausgestattet. Der Blick in die Natur soll den Kundinnen während des Frisierens eine entspannte Atmosphäre in der von Corona geprägten Zeit bieten.
Konditormeister Herbert Häcker aus Bad Königshofen hatte mit der Herstellung eines Schoko-Weihnachtsmanns mit Mund-Nasen-Schutz einen Shitstorm im Internet ausgelöst. Mittlerweile erhält die Konditorei sehr viel Zuspruch für ihre schokoladige Aktion und kann sich vor Aufträgen kaum noch retten.
Der schon lange absehbare Ausfall der Weihnachtsmärkte hat die Kreativität der Holzspielwarenmacher im Erzgebirge angeheizt. Tino Günther, dessen Familienbetrieb in vierter Generation traditionelles Holzspielzeug herstellt, präsentiert rechtzeitig vor den Feiertagen den Prototyp eines Räuchermännchens, das als Karikatur das zurückliegende Jahr in einer Figur zusammenfasst, dem Virologen. Ähnlichkeiten mit jetzt lebenden Personen seien rein zufällig, scherzt Günther.
Was in den einzelnen Monaten 2020 beliebt war, zeigt der folgende Überblick mit Verlinkungen zu den einzelnen Artikeln: