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Effizient arbeiten trotz Corona-Schutzmaßnahmen Friseur bastelt Mund-Nasen-Schutzhalter

Ab dem 4. Mai 2020 müssen Friseursalons zahlreiche Corona-Schutzstandarts einhalten. Aber wie lassen sich Haare professionell schneiden, wenn der Kunde eine Maske trägt? Friseur Thomas Venus aus Freiberg hat eine Lösung für dieses Problem: Ein Mund-Nasen-Schutzhalter.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Eine Maskenpflicht für Salonbesucher und Einmalumhänge, die den Körper des Kunden vollständig bedecken: Das sind nur zwei der vielen Corona-Schutzmaßnahmen, die der Branchenstandard für Friseurbetriebe der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege vorschreibt. Genau diese beiden Schutzstandards, die ab dem 4. Mai 2020 gelten, haben bei dem ein oder anderen Friseur jedoch für Verwirrung gesorgt: Wie kann professionell gearbeitet werden, ohne dass die teilweise über die Haare gebundenen Schlaufen der Schutzmasken stören? Wie ist zu vermeiden, dass der Friseurbesucher die Hände aus dem Umhang streckt, um seinen Mundschutz festzuhalten?

Diese Fragen stellte sich auch Thomas Venus, Inhaber des Salons Venus Frisuren Kosmetik Permanent Make Up in Freiberg. Der Friseur aus Sachsen hatte einen findigen Einfall: Einen Mund-Nasen-Schutzhalter für Friseurkunden.

Schutzhalter wird unterm Umhang festgehalten

"Nachdem die Corona-Verordnungen für Friseurbetriebe veröffentlicht wurden, habe ich geahnt, dass einige Vorschriften bei der Arbeit zu Problemen führen könnten. Ich kam also auf die Idee: Es müsste einen Maskenhalter geben, den die Kunden selbst unter dem Einmalumhang festhalten können“, so Venus. Gesagt, getan: Nachdem der Friseur nach einer Internetrecherche keine solche Halterung fand, baute er sich selbst einen Prototyp. Das Endergebnis ist ein Modell aus zwei 40 Zentimeter langen Holzstäben, dessen Enden mit Tape straff zusammengeklebt sind. Getrennt sind die Stäbchen durch eine kleine Holzplatte. Diese dient als Abstandshalter, durch den sich die Halterung spannen lässt.

Thomas Venus

Die Masken der Kunden werden am oberen Ende der Stäbe festgemacht, sodass sie sich den Schutz direkt vor das Gesicht halten können. Dafür werden die Bändchen der Masken einfach um die oberen Enden der Holzstäbchen geknotet. "Das funktioniert mit jeder Art von Maske, ob selbstgenähte Stoffmaske oder Gummimaske", erklärt Venus. Festere Fließmasken könnten an den Seiten ausgestanzt werden und ließen sich so direkt auf den Halter stecken. Diesen hat der Friseur bereits erfolgreich an seiner Frau und anderen Familienmitgliedern getestet. "Es funktioniert hervorragend. So lässt sich perfekt Farbe auftragen, Haare oder Konturen schneiden", sagt der Friseur.

Für die Hygiene: Jeder Kunde erhählt eigene Halterung

Venus will auch andere Friseurbetriebe unterstützen. Deshalb hat er seine Idee in einem Video auf Facebook geteilt: "Die Reaktion darauf war gigantisch. Wir haben viele positive Nachrichten und Kommentare bekommen." Lediglich ein Facebook-Kommentator kritisierte die Idee und fragte, wie die Hygiene eingehalten werden könne, wenn der Stab durch verschiedene Kundenhände wandere. Venus' Antwort: "Selbstverständlich bekommt jeder Kunde eine eigene Halterung und darf sie ohne Preiserhöhung mit nach Hause nehmen." Das Geld, dass er jetzt für das Material verwendet, nutze er sonst für Zeitschriften und Getränke für die Kunden. Deshalb müsse er die Preise für seine Dienstleistungen nicht erhöhen. Das Auslegen von Magazieren und Servieren von Getränken ist in Corona-Zeiten ebenfalls verboten .

>>> Lesetipp : Corona-Schutz: Diese Regeln gelten ab sofort in Friseursalons

Bastelanleitung für Friseurbetriebe

Auf Youtube hat Venus jetzt eine Anleitung hochgeladen, wie Friseurbetriebe den Schutz nachbauen können, und er gibt Tipps zur Materialbesorgung: "Man kann die Holzstäbe zum Beispiel im Baumarkt kaufen, dort kostet ein Holzstab circa einen Euro." Die Abstandsplättchen schneidet der Friseur mit der Säge selbst. Wer selbst keine hat, könne zum Beispiel einen Tischler beauftragen. Die Herstellung eines Schutzhalters dauere laut Venus um die zehn Minuten.

Der Friseur wartet gerade noch auf eine große Menge Holzstäbe, die er aus dem Internet bestellt hat: "Ich werde dann jeden Abend nach der Arbeit eine Bastelstunde einlegen", so der Friseur lachend. Alle Salonbetreiber, die für ihre Kunden ebenfalls Mund-Nasen-Schutz-Halterungen basteln wollen, können sich hier die Videoanleitung von Friseur Thomas Venus anschauen:

Bastelanleitung für den Mund-Nasen-Schutzhalter



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