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Spenden für den guten Zweck Wegen der Corona-Krise: Brauerei hat Freibier ausgegeben

Viele Brauereien blieben wegen dem Lockdown auf ihrem Biervorrat sitzen. Wohin also mit dem Bier, wenn nicht alles weggeschüttet werden soll? Die Brauerei Kundmüller hatte eine Idee: sie gab Freibier aus. Die Aktion diente auch einem guten Zweck.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Wie viele Brauereien blieb auch die Brauerei Kundmüller aus Weiher wegen der Corona-Krise auf ihren Bierfässern sitzen, denn Hauptabnehmer wie Gastronomien und Gaststätten durften nach dem bundesweiten Lockdown erst wieder Mitte, bzw. Ende Mai aufmachen. Es drohte das Mindesthaltbarkeitsdatum von 100 Hektolitern Bier abzulaufen. Das sind rund 20.000 Seidla. Anstatt es wegzuschütten hatten die Geschäftsführer Roland und Oswald Kundmüller eine Idee.

Bier durfte selbst gezapft werden

Mit dem Start des Abholservices im Brauerei-Gasthof Kundmüller Anfang Mai, durfte sich für jedes bestellte Essen sowie jeden gekauften Kasten im hauseigenen Getränkemarkt ein Freiseidla selbst gezapft werden. "Das ist uns viel lieber, als unser Bier einfach in den Gully laufen zu sehen. Und wenn wir so unseren Gästen noch eine Freude machen können, dann umso besser", so Roland Kundmüller zum Freibier.

Auf der Website der Brauerei konnten sich die Kunden schon vorab erkundigen, was am jeweiligen Tag auf der Karte angeboten wurde. Zur Auswahl standen unter anderem Brauhausschnitzel, Cordon bleu, Schnitzel und Currywurst.

Spende an Kinderhospiz

Abgeholt werden konnten die Gerichte und das Bier am Freitag und Samstag von 17 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 14 Uhr. Wer wollte, konnte für das Essen auch seine eigenen Behältnisse mitbringen. Auch ein Gefäß für das Bier durfte der Kunde nicht vergessen, denn das Bier konnte am Fass selbst gezapft werden. Desinfektionsmittel standen laut Brauerei Kundmüller bereit und mussten benutzt werden. Wer sich mehr als ein Freiseidla zapfen wollte, durfte das gegen eine Spende für das Kinderhospiz Sternenzelt.

Diesem Spendenaufruf kamen offenbar viele Kunden nach. Innerhalb kürzester Zeit kamen 1.500 Euro für den guten Zweck zusammen. Diesen Betrag stockte die Brauerei mit dem Erlös der Taubenmärkte, die Anfang des Jahres im Brauerei-Gasthof Kundmüller stattfanden, auf. So übergab die Brauerei insgesamt 2.750 Euro an das Kinderhospiz Sternenzelt in Bamberg. "Wir freuen uns sehr über diese kreativen Spenden. Diese Unterstützung bedeutet uns viel", sagt Helga Sander, die das Kinder- und Jugendhospiz betreibt. Auch Roland Kundmüller zeigt sich glücklich: "Ein riesengroßes Dankeschön an alle Spender. So macht Biertrinken gleich doppelt Spaß."

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