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Wiedereinführung der Meisterpflicht, Mindestlohn, Kindergeld und Co. Änderungen 2020: Neue Gesetze und Regelungen im Überblick

Rückvermeisterung, Bonpflicht und Betriebsrente sind nur ein paar der Themen, die 2020 wichtig werden. Alle Infos zu den neuen Gesetzen und Regelungen für Betriebe und Verbraucher im Überblick.

Höherer Mindestlohn ab Januar 2020

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2020 um 16 Cent. Arbeitnehmer haben somit ab dem kommenden Jahr Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 9,35 Euro pro Stunde.

Änderungen 2020: Neuer Branchenmindestlohn für Dachdecker, Elektrohandwerker, Gebäudereiniger, Maler und Lackierer

Die tariflichen Mindestlöhne für Beschäftigte im Dachdeckerhandwerk steigen zum 1. Januar 2020 weiter an.  

Ab Januar 2020 gibt es im Elektrohandwerk einen höheren Mindestlohn.  

Auch Maler und Lackierer erhalten ab Mai 2020 einen höheren Mindestlohn.

Der Mindestlohn für Gebäudereiniger steigt zum 1. Dezember 2020. 

Januar 2020: Wiedereinführung der Meisterpflicht

In zwölf aktuell zulassungsfreien Gewerken soll ab Januar 2020 wieder die Meisterpflicht gelten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundeskabinett zugestimmt.

Die Meisterpflicht soll in folgenden Gewerken wieder eingeführt werden:

  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Estrichleger
  • Behälter- und Apparatebauer
  • Parkettleger
  • Rollladen- und Sonnenschutztechniker
  • Drechsler und Holzspielzeugmacher
  • Böttcher
  • Glasveredler
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Raumausstatter
  • Orgel- und Harmoniumbauer

>> Weitere Informationen zur Rückvermeisterung <<  

Neues Gesetz zur Bürokratieentlastung kommt Anfang 2020

Das Gesetz zur Bürokratieentlastung soll Anfang 2020 in Kraft treten. Als Kernelement wird die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung bezeichnet. So muss, wer sich als Arbeitnehmer krankmeldet, künftig keinen "gelben Zettel" mehr vorlegen. Ein elektronisches Meldeverfahren soll die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform ersetzen. Darüber hinaus soll es Erleichterungen bei der Bereitstellung von Datenverarbeitungssystemen für steuerliche Zwecke geben.

>> Bürokratieentlastungsgesetz: Die gelben Zettel werden abgeschafft <<

Änderung 2020: Mindestausbildungsvergütung für Azubis

Azubis sollen im kommenden Jahr eine Mindestausbildungsvergütung erhalten. Das entsprechende Gesetz soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Ein Azubi im ersten Lehrjahr soll dann mindestens 515 Euro monatlich verdienen. In den Folgejahren soll die Vergütung schrittweise angehoben werden – auf bis zu 620 Euro im Monat. Auch für das zweite und dritte Ausbildungsjahr sieht der Gesetzentwurf gesetzlich festgeschriebene Mindestsätze vor. Ausgenommen von der Regelung sollen Auszubildende sein, die ihre Lehre bereits begonnen haben.

Meister erhalten ab 2020 Zusatz "Bachelor Professional"

Als weitere Anpassung sieht der Gesetzentwurf zum Berufsbildungsmoderinisierungsgesetz vor, international verständliche Zusatzbezeichnungen für berufliche Abschlüsse einzuführen. Sie sollen mehr Transparenz schaffen und die internationalen Mobilitäts- und Karrierechancen steigern. Ein Meister erhält dem Entwurf zufolge künftig den Zusatz "Bachelor Professional", ein Betriebswirt im Handwerk den Titel "Master Professional" und Gesellen die Bezeichnung "Berufsspezialist".

Ab 2020: Änderungen bei den Familienleistungen

Kinderzuschlag: Zum 1. Juli 2019 ist der Kinderzuschlag pro Kind und Monat von maximal 170 Euro auf maximal 185 Euro angestiegen. In einem zweiten Schritt entfallen ab dem 1. Januar 2020 die oberen Einkommensgrenzen. Außerdem wird ab diesem Zeitpunkt das Einkommen der Eltern, das über ihren eigenen Bedarf hinausgeht, nur noch zu 45 Prozent, statt aktuell 50 Prozent, auf den Kinderzuschlag angerechnet.

Kinderfreibetrag: Bereits zum 1. Januar 2019 sind die Freibeträge pro Kind um 192 Euro auf 4980 Euro ge. Zum 1. Januar 2020 erfolgt eine weitere Erhöhung um 192 Euro pro Kind.

Kindergeld : Zum 1. Januar 2020 wird das Existenzminimum erhöht. Damit erhöhen sich auch die Zahlbeträge beim Unterhaltsvorschuss. Abhängig vom Alter des Kindes beläuft sich dieses auf 354, 406 oder 476 Euro.

EEG-Umlage: Strom wird 2020 teurer

Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Energiekosten einstellen. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll 2020 um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde steigen. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen und 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch dürften die Stromkosten damit um knapp 13 Euro im Jahr steigen.

>> Darum wird Strom bald teurer <<

Sozialversicherung: Neue Rechengrößen ab 2020

Gesetzliche Rentenversicherung: Ab 1. Januar 2020 gilt für die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Rentenversicherung eine neue Einkommensgrenze. Der Beitrag bemisst sich dann bis zu einem Höchstbetrag von 6.900 Euro im Monat in den alten und 6.450 Euro in den neuen Bundesländern.

Gesetzlichen Krankenversicherung: In der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze ab 2020 auf jährlich 56.250 Euro (4.687,50 Euro im Monat). Die Versicherungspflichtgrenze steigt auf jährlich 62.550 Euro (5.212,50 Euro im Monat).

Wohngeldreform: 660.000 Haushalte bekommen 2020 mehr Geld

Ab dem 1. Januar 2020 wird es mehr Wohngeld geben. Mit der Wohngeldreform will die Bundesregierung Haushalte mit geringem Einkommen stärker bei den Wohnkosten entlasten. Die erhöhten Beträge orientieren sich an der allgemeinen Entwicklung der Mieten und der Einkommen. Von der Wohngeldreform werden insgesamt rund 660.000 Haushalte in Deutschland profitieren.

Bundesteilhabegesetz ab 1. Januar 2020

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist ein Gesetzespaket, das für Menschen mit Behinderungen viele Verbesserungen vorsieht. Mit dem BTHG, das Anfang 2020 in Kraft tritt, werden mehr Möglichkeiten der Teilhabe und mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Menschen mit Behinderungen, die Eingliederungshilfe beziehen, können künftig mehr von ihrem Einkommen und Vermögen behalten.

Freibetrag bei Betriebsrente kommt 2020

Ab 1. Januar 2020 soll nach einem Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn ein Freibetrag von 159 Euro für die Krankenkassenbeiträge gelten. Erst ab dieser Höhe werden dann überhaupt Beiträge auf die Betriebsrente fällig, wie es in Regierungskreisen hieß. Da bei 60 Prozent der Betriebsrentner die Bezüge unter 318 Euro liegen, sollen diese künftig faktisch nur noch maximal den halben Beitragssatz zahlen müssen. Die weiteren 40 Prozent sollen durch den Freibetrag spürbar entlastet werden.

März 2020: Fachkräfteeinwanderungsgesetz tritt in Kraft

Beruflich Qualifizierte aus Drittstaaten können ab März 2020 leichter in Deutschland arbeiten, denn dann tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Im Einzelnen sieht das Gesetz vor, dass beruflich qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten in Deutschland arbeiten können, wenn sie einen Arbeitsplatz vorweisen und ausreichend deutsch sprechen können. Selbst wer einen Berufsabschluss hat, der in Deutschland nur teilweise anerkannt wird, kann unter Voraussetzungen einreisen. Dies gilt aber nur für jene, die ein konkretes Arbeitsplatzangebot mitbringen und deren Nachqualifizierung geregelt ist. Auch zur Suche eines  Arbeits- oder Ausbildungsplatzes dürfen beruflich Qualifizierte und potenzielle Auszubildende mit entsprechenden Schulabschlüssen und Deutschkenntnissen ein halbes Jahr nach Deutschland einreisen, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.

>> Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Diese Erleichterungen sind beschlossen <<

Kassenbon-Pflicht ab 2020

Kassenbons werden in Deutschland zum 1. Januar 2020 zur Pflicht. Es handelt sich dabei um eine Regelung, die im Rahmen der Kassensicherungsordnung eingeführt wurde. Nach dem Gesetz muss ein Bon ausgegeben werden - der Kunde muss ihn aber nicht annehmen. Kritiker befürchten, dadurch eine Unmenge an Papiermüll.

Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass der Bon nicht zwingend in Papierform erstellt werden muss. Es gibt auch die Möglichkeit, einen virtuellen Beleg zu erstellen und diesen beispielsweise als E-Mail zu versenden oder auf das Handy des Kunden zu schicken. Ob diese Möglichkeit die befürchtete Papierflut entscheidend eindämmen wird, ist jedoch fraglich. Zum einen würden für den Händler zusätzliche Investitionen für eine entsprechende Kassensoftware anfallen. Zum anderen müssen die Kunden ihr Einverständis geben.

>> Kassenbon bald Plicht: Wird das Handwerk zur Zettelwirtschaft ?<<

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt 2020

Zum 1. Januar 2020 sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von jetzt 2,5 auf dann 2,4 Prozent. Die Regelung gilt befristet bis zum 31. Dezember 2022.

Plastiktüten-Verbot ab 2020

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zum Plastiktüten-Verbot verabschiedet, das voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020 in Kraft tritt. Davon betroffen sind leichte Kunststofftragetaschen. Vom Verbot ausgenommen sind sogenannte Hemdchenbeutel für Obst und Gemüse sowie stabilere Tragetaschen ab einer Wandstärke von 50 Mikrometern.

Brückentage 2020

27 Urlaubstage einreichen und 61 Tage frei bekommen – klingt nach einem absoluten Traum? Wie Sie 2020 Ihre Urlaubstage am besten legen, um das maximale an Urlaub zu bekommen, erfahren Sie in diesem Artikel über die Brückentage.

Änderungen bei der Kfz-Versicherung ab 2020

Nach den Auswertungen des GDV profitieren rund 5,1 Millionen Autofahrer von besseren Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, rund 4,2 Millionen Fahrer werden hingegen heraufgestuft. Für knapp 32 Millionen Versicherte bleibt alles beim Alten. Auch für die überwiegende Mehrheit der rund 36 Millionen Kasko-Versicherten ändert sich nichts – lediglich 2,8 Million rutschen in niedrigere, rund 3,3 Millionen in höhere Regionalklassen.

>> Mehr Informationen zu den neuen Regionalkassen <<

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