Meister im Handwerk -

Wie man Meister-BAföG beantragt und wer es bekommt Meister-BAföG: Wichtige Fragen und Antworten

Rund 40.000 Handwerker erhielten 2016 Förderleistungen im Rahmen des Meister-BAföG. Wie viel Meisterschüler bekommen, wo man das Meister-BAföG beantragen kann und wie es steuerlich behandelt wird. Wichtige Fragen und Antworten gibt es im Überblick.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Meister im Handwerk

Erst im August letzten Jahres ist das Meister-BAföG - das offiziell "Aufstiegs-BAföG" heißt - gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt standen 2016 insgesamt 576 Millionen Euro an Förderleistungen zur Verfügung. Das waren 2,3 Prozent (18 Millionen Euro) mehr als 2015. Insgesamt beantragten rund 161.000 Menschen das Meister-BAföG, etwa 40.000 davon aus dem Handwerk.

Zwei von drei Empfängern waren Männer. Trotzdem stieg die Zahl der Frauen, die Meister-BAföG beantragten, im Vergleich zum Jahr 2015 um 4,2 Prozent. Die gefragtesten Handwerksberufe, die finanziell unterstützt wurden, waren staatlich geprüfte Maschinenbautechniker (Platz vier im Gesamtranking, circa 8.200 Empfänger) sowie staatlich geprüfte Elektro-Techniker (Platz fünf im Gesamtranking, circa 5.700 Empfänger). Betrachtet man ausschließlich die Männer, belegen diese sogar Platz zwei (etwa 7.800) und drei (etwa 5.500) des Rankings der am stärksten besetzen Fortbildungsberufe. Bei den Frauen war die Friseurmeisterin am gefragtesten. Mit rund 2500 BAföG-Empfängerinnen belegt dieser Beruf Platz drei der Statistik.

Was Handwerker über das Meister-BAföG wissen müssen, hat die DHZ zusammengefasst:

Was gilt beim Meister-BAföG seit August 2016? 

Seit dem 1. August 2016 ist für Geförderte in Vollzeitlehrgängen zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Erzieher der Zuschussbetrag bei der Unterhaltsförderung von 238 auf 333 Euro gestiegen. Der restliche Förderbetrag bis zum monatlichen Budget von 768 Euro steht als zinsgünstiges KfW-Darlehen zur Verfügung. Der maximale Maßnahmenbeitrag für Lehrgangs- und Prüfungskosten ist von 10.226 Euro auf 15.000 Euro gestiegen.

Ein erfolgreicher Meister-Abschluss wird seit 2016 stärker als zuvor belohnt: 40 Prozent des Restdarlehens muss der Handwerker nicht zurückzahlen. Zuvor lag der "Erfolgsbonus" bei 25 Prozent. Zusätzlich gibt es einen Erlass, wenn der neue Meister im Anschluss an die geförderte Fortbildung innerhalb von drei Jahren ein Unternehmen gründet: bis zu 66 Prozen des Darlehens kann damit eingespart werden.

Einen dritten Zuschuss gibt es für die Materialkosten, die für die Erstellung des Meisterstücks nötig sind. Auch hier übernimmt der Staat bis zu 40 Prozent; die Summe ist allerdings bei 2.000 Euro gedeckelt.

245 Millionen Euro zusätzlich werden alleine bis zum Jahr 2019 eingesetzt. Gemessen an 2005 haben sich mit dieser Novelle die jährlich eingesetzten Mittel für das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz mehr als verdoppelt.

Bekommen Bachelor-Absolventen Meister-BAföG?

Mit der Novelle öffnet die Bundesregierung das Meister-BAföG auch für Bachelor-Absolventen. Auch Studienabbrecher, die in eine betriebliche Ausbildung gewechselt sind, können mit bestimmten Vorqualifikationen künftig Meister-BAföG erhalten.

Letzte BAföG-Anpassung 2010

Zuletzt ist das Meister-Bafög 2010 um fünf Prozent erhöht worden. Rund 162.000 Personen wurden im Jahr 2015 durch das AFBG unterstützt. Das Meister-BAföG gibt es seit 1996 und hat seitdem nach Angaben des Bundesbildungsministeriums (BMBF) insgesamt rund 1,9 Millionen berufliche Aufstiege zu Führungskräften, Unternehmern und Ausbildern ermöglicht. 7,4 Milliarden Euro wurden in diesem Zusammenhang vom Bund investiert.

Hier bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Meister-Bafög bzw. das neue "Aufstiegs-BAföG":

Was ist das Meister-BAföG?

Das Meister-Bafög ist eine finanzielle Unterstützung, die der Staat während der Weiterbildung monatlich zahlt. 40 Prozent der Förderung gibt der Staat dabei als Zuschuss, die restlichen 60 Prozent bekommen Meisterschüler als günstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Kreditkonditionen sind gesetzlich festgelegt.

Wer wird gefördert? 

  • Personen  mit abgeschlossener Berufsausbildung, die einen Fortbildungsabschluss zum/zur Handwerks- und Industriemeister/in, Erzieher/in, Techniker/in, Fachkaufmann/frau, Betriebswirt/in anstreben.
  • Bachelor-Absolventen: Auch Meisterschüler, die bereits einen Bachelor haben, werden ab 2016 gefördert. Genauso steht die staatliche Unterstützung denjenigen zu, die ein Studium abgebrochen oder Abitur gemacht haben und bereits über Berufserfahrung verfügen. Sie müssen keine Erstausbildung absolviert haben.

Beantragen können die staatliche Förderung Deutsche, EU-Bürger und Ausländer mit ständigem Wohnsitz in Deutschland und einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis. Auch Zuwanderer, die seit mindestens 15 Monaten rechtmäßig in Deutschland leben und arbeiten haben Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Die Ausbildung wird dabei angerechnet.

Welche Weiterbildungen werden gefördert? 

Gefördert wird generell Aufstiegsfortbildung, also Weiterbildungen die über dem Niveau des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfachschulabschlusses liegen, mit der man einen höheren Berufsabschluss erreicht. Der Staat unterstützt eine Aufstiegsfortbildung pro Person. Wer bereits eine selbst finanzierte Aufstiegsfortbildung absolviert hat, verliert nach Angaben des BMBF hierdurch nicht den Förderanspruch.

Vollzeitfortbildungen dürfen nicht länger als drei Jahre dauern. Sie müssen mindestens 25 Unterrichtsstunden an vier Werktagen pro Woche umfassen. Teilzeitfortbildungen nicht länger als vier Jahre. Sie erfordern monatlich mindestens 18 Unterrichtsstunden im Durchschnitt.

Bei Fortbildungen, die in mehrere unzusammenhängende Blöcke aufgeteilt sind so wie die Meisterkurse, kann man auch für die einzelnen Kursteile finanzielle Unterstützung beantragen.

Überblick: Diese Weiterbildungen werden gefördert

  • Aufstiegsfortbildung: Weiterbildungen, die über dem Niveau des Facharbeiter-, Gesellen-, Gehilfen- oder Berufsfachschulabschlusses liegen, mit der man einen höheren Berufsabschluss erreicht.
  • Vollzeitfortbildungen: Sie dürfen nicht länger als drei Jahre dauern.
  • Teilzeitfortbildungen: Sie dürfen nicht länger als vier Jahre dauern.
  • Fernlehrgänge als Teilzeitfortbildungen.
  • Mediengestützte Lehrgänge, wenn sie in einem Umfang von mindestens 400 Stunden Präsenzphasen enthalten oder eine vergleichbare Situation durch eine mediengestützte Kommunikation schaffen.

Wie hoch ist das monatliche Meister-BAföG? 

  • Alleinstehende: bis zu 768 Euro (Zuschussanteil: 40 Prozent; Darlehensanteil: 60 Prozent)
  • Aufschlag für Verheiratete/Verpartnerte: bis zu 235 Euro (Zuschuss: 50 Prozent)
  • Kinderbetreuungszuschlag je Kind: bis zu 235 Euro (Zuschuss: 55 Prozent)
  • Kinderbetreuungskosten für Alleinerziehende: pauschal 130 Euro (Zuschuss: 100 Prozent)

Darf man zum Aufstiegs-BAföG etwas dazuverdienen?

Ja, denn es gibt einen Einkommensfreibetrag von 290 Euro für Alleinstehende. Ein Minijob mit dem Verdienst von 450 Euro ist laut BMBF dann anrechnungsfrei, wenn man die Werbungskostenpauschale und eine Sozialpauschale berücksichtigt. Wer verheiratet ist, dem steht ein um 570 Euro höherer Freibetrag zu. Je Kind erhöht er sich um 520 Euro.

Einen zusätzlichen Freibetrag gibt es beim Vermögen: Es wird erst ab einem Betrag von 45.000 Euro auf das Aufstiegs-BAföG angerechnet. Dieser Freibetrag erhöht sich bei Verheirateten und bei jedem Kind um 2.100 Euro.

Wo beantragt man die Förderung? 

In der Regel muss man das Meister-Bafög bei den kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung am ständigen Wohnsitz beantragen. Die Ämter entscheiden, wie hoch die Förderung ausfallen wird. Der Darlehensvertrag wird mit der KfW-Bank abgeschlossen. Antragsformulare gibt es hier.>>>

Wie läuft die Rückzahlung?

Der Kredit ist während des Zeitraums der Fortbildung und nach deren Abschluss zwei bis maximal sechs Jahre zins- und tilgungsfrei. Danach muss man das Geld innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen. Die Raten richten sich nach dem Einkommen, betragen aber mindestens 128 Euro monatlich. Der Zinssatz liegt meist deutlich unter dem marktüblichen Niveau. Wer finanziell gut aufgestellt ist, kann das Darlehen auch vorzeitig in einer Summe zurückzahlen.

So wird das Meister-BAföG steuerlich behandelt

Handwerker, die einen Meisterkurs absolvieren, können sich ab dem 1. August 2016 über höhere Zuschüsse und Darlehen beim so genannten Meister-BAföG freuen. Doch wie ist das Meister-BAföG eigentlich in der Einkommensteuererklärung zu behandeln?

Die erhaltenen Zahlungen aus dem Meister-BAföG müssen in der Einkommensteuererklärung an keiner Stelle eingetragen werden. Die Zahlungen sind nämlich nach § 3 Nr. 11 EStG in voller Höhe von der Einkommensteuer befreit und unterliegen auch nicht dem Progressionsvorbehalt nach § 32d EStG.

Interessant wird es steuerlich für Meister allerdings, wenn das BAföG-Darlehen nach absolvierter Meisterprüfung zurückgezahlt werden muss. Bei verzinslichen Darlehen ist bei der Rückzahlung zwischen dem Zins- und Tilgungsanteil zu unterscheiden. Den Zinsanteil dürfen Sie steuerlich als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit abziehen. Machen Sie sich direkt nach der Meisterprüfung mit einem Handwerksbetrieb selbständig, ist der Zinsanteil als Betriebsausgabe vom Gewinn abzuziehen.

Der Tilgungsanteil ist steuerlich nicht absetzbar. Haben Sie also ein unverzinsliches Darlehen erhalten, können Sie dafür keine steuersparenden Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen.

Übernahme der Kosten für Meisterkurs durch Arbeitgeber 

Anstatt des BAföG können Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass er die Kosten für den Meisterkurs finanziell übernimmt. Die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber ist unter bestimmten Umständen steuerfrei. Da die Rechnung für den Meisterkurs auf Ihren Namen läuft, ist Voraussetzung für die Steuerfreiheit, dass die Übernahme dieser Fortbildungskosten vor Abschluss des Vertrags zum Meisterkurs vom Arbeitgeber schriftlich zugesagt wird. dhz

Steuertipp

Übernimmt Ihr Arbeitgeber die Kosten für den Meisterkurs, wird er Sie jedoch in einer gesonderten Vereinbarung dazu verpflichten, dass Sie mindestens drei bis fünf Jahre weiter in seinem Betrieb arbeiten oder bei vorzeitiger Kündigung die übernommenen Kosten anteilig zurückzahlen müssen. Käme es zu einer anteiligen Zurückzahlung, dürften Sie diese als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit steuerlich geltend machen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

Weitere Informationen gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Dieser Artikel wurde im August 2017 aktualisiert.

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Kommentare

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Mörl Karlheinz

Bafög als Rentner

Bekomme ich Bafög auch als Rentner ?
Grüße Kh.Mörl

Alexander Eckstein

Bitte um Auskunft

Ich lese gerade von dem sogenannten Erfolgsbonus. In Ihrem Artikel werden nur Handwerker benannt, gilt diese Erfolgsbonusregelung auch für den erfolgreichen Abschluss zur staatlich geprüften Erzieherin/Erzieher ebenso und verringert somit die Rückzahlung meines Restschulddarlehens?

Vielen Dank für Ihre Antwort

MfG
Alexander Eckstein

Julia Merz

Erfolgsbonus auch für erfolgreichen Abschluss für ErzieherInnen?

Ich lese gerade von dem sog. Erfolgsbonus. In Ihrem Artikel werden nur Handwerker benannt, gilt diese Erfolgsbonusregelung auch für den erfolgreichen Abschluss zur staatlich geprüften Erzieherin/Erzieher ebenso und verringert somit die Rückzahlung meines Restschulddarlehens? Ich danke vorab für Ihre Antwort und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Julia Merz

Albert

Zweites Schuljahr

Gelten die neuen Bestimmungen auch für das zweite Schuljahr bei der Ausbildung zum Techniker, wenn das erste Jahr bereits durch das BAföG nach den alten Bestimmungen gefördert wurde?

Franziska

Erforderliche Maßnahmen für AG?

Ergeben sich aus den Änderungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetztes notwendige Maßnahmen, die der Arbeitgeben zur berücksichtigen hat?

jessie

wieviel dazu verdienen?

Und darf ich 450€ im Monat dazu verdienen?