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EEG-Umlage Darum wird Strom schon bald teurer

Die EEG-Umlage soll im kommenden Jahr steigen – und mit ihr der Strompreis für Verbraucher. Wie die Ökostromumlage funktioniert und welche Faktoren die Energiekosten außerdem beeinflussen.

Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Energiekosten einstellen. Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll 2020 um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde steigen. Das teilten die Betreiber der großen Stromnetze mit. Zuvor war die EEG-Umlage zweimal in Folge auf aktuell 6,405 Cent gesunken. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen und 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch dürften die Stromkosten damit um knapp 13 Euro im Jahr steigen.

Mit der Anhebung möchten die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW unter anderem die zuletzt geschmolzenen Rücklagen um zwei Prozent erhöhen. Ende September wies das EEG-Konto einen Stand von rund 2,2 Milliarden Euro auf, rund 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Rücklagenbildung sei notwendig, um Schwankungen bei der Stromerzeugung ausgleichen zu können. Weitere Kostentreiber der EEG-Umlage sind der erwartete Zubau geförderter Anlagen sowie die voraussichtliche Auslastung der Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

EEG-Umlage fördert den Ausbau von Ökostrom

Die im Jahr 2000 eingeführte Umlage hat zum Ziel, den Ausbau von Ökostrom in Deutschland zu fördern. Wer eine Anlage betreibt, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne erzeugt und diesen in das öffentliche Versorgungsnetz einspeist, erhält hierfür eine festgelegte Vergütung. Für das Jahr 2019 erwarten die Übertragungsnetzbetreiber, dass rund 33,6 Milliarden Euro an die Betreiber ausbezahlt werden müssen – ein neues Rekordhoch. An der Strombörse wird der Ökostrom voraussichtlich rund neun Milliarden Euro einbringen. Die EEG-Umlage muss damit eine Finanzierungslücke von 24,6 Milliarden Euro schließen.

Regierung plant Entlastungen beim Strompreis ab 2021

In etwa ein Viertel des vom Verbraucher bezahlten Strompreises fließt in die Ökostrom-Umlage. Insgesamt machten staatlich veranlasste Preisbestandteile wie Umlagen oder Steuern im Jahr 2018 rund 54 Prozent der Stromkosten aus. Der Rest wurde für die Beschaffung und den Vertrieb (22 Prozent) sowie für die Netzentgelte aufgewendet (24 Prozent). Für Letztere haben die Übertragungsnetzbetreiber für 2020 ebenfalls Erhöhungen von bis zu 15 Prozent angekündigt.

Als Gegenleistung zur CO2-Bepreisung von Sprit und Heizöl plant die Bundesregierung ab 2021 die EEG-Umlage in einem ersten Schritt um 0,25 Cent pro Kilowattstunde zu senken. 2022 soll sie erneut um denselben Betrag fallen – und 2023 dann um insgesamt 0,625 Cent. Vor allem Familien und mittelständische Betriebe sollen dadurch bei den Energiekosten entlastet werden. Unternehmen mit besonders hohem Energiebedarf können sich schon heute von einem Teil der Umlage befreien lassen. fre

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