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Lohnuntergrenze Mindestlohn für Maler und Lackierer: Das gilt ab Mai 2018

Für die Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk in Ost und West gibt es seit Anfang 2017 einen einheitlichen Mindestlohn. Die Löhne werden stufenweise angehoben. Ab Mai 2018 gilt eine neue Lohnuntergrenze.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Mindestlohn

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz haben sich Ende 2016 auf einen neuen einheitlichen Mindestlohn geeinigt. Die rund 200 000 Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk erhalten seitdem mehr Geld. Die Verhandlungspartner einigten sich damals auf eine stufenweise Anhebung. Der Mindestlohn für Maler und Lackierer ist zuletzt am 1. Mai 2017 gestiegen und die nächste Stufe folgt am 1. Mai 2018.

Mindestlohn: Wie viel verdienen Maler- und Lackierer?

In diesem Gewerk ist der Mindestlohn für alle Arbeitgeber der Branche als Lohnuntergrenze verbindlich, unabhängig davon, ob sie tariflich gebunden sind. Der Mindestlohn gilt als allgemeinverbindlich. Außerdem sind auch Betriebe mit Sitz im Ausland verpflichtet den Mindestlohn zu bezahlen, wenn sie Beschäftigte nach Deutschland entsenden.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2021. Die Erklärungsfrist der Tarifvertragsparteien endet am 9. Dezember 2016.

Die neuen Mindestlöhne für Maler und Lackierer im Überblick:

Mindestlohn I (für ungelernte Arbeiter) im gesamten Bundesgebiet

Datum Mindestlohn im gesamten Bundesgebiet
seit 1. Mai 2016 10,10 Euro
seit 1. Mai 2017 10,35 EURO
ab 1. Mai 2018 10,60 EURO
ab 1. Mai 2019 10,85 EURO
ab 1. Mai 2020 11,10 EURO

Mindestlohn II (für Gesellen)

West (inkl. Berlin ) Ost
seit 1. Mai 2016 13,10 EURO (Berlin 12,90 EURO) 11,30 EURO
seit 1. Mai 2017 13,10 EURO 11,85 EURO
ab 1. Mai 2018 13,30 EURO 12,40 EURO
ab 1. Mai 2019 13,30 EURO 12,95 EURO
ab 1. Mai 2020 13,50 EURO

Gibt es Ausnahmen beim Branchenmindestlohn für Maler und Lackierer?

Der Mindestlohn gilt für alle gewerblichen Arbeitnehmer der Branche, die eine versicherungspflichtige Tätigkeit ausüben. Nicht erfasst werden jedoch:
  • Fahrzeug- und Metalllackierer, die in stationären Werkstätten tätig sind,
  • Schüler einer allgemeinbildenden, weiterführenden Schule oder – im Rahmen ihrer Erstausbildung – einer berufsvorbereitenden Schule sind oder
  • aufgrund einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienverordnung ein Praktikum absolvieren oder
  • innerhalb von zwölf Monaten nach Beendigung ihrer Schulausbildung bis zu einer Gesamtdauer von 50 Arbeitstagen zum Zwecke der Berufsfindung beschäftigt sind und
  • gewerbliches Reinigungspersonal und anderes gewerbliches Hilfspersonal, das ausschließlich in den Verwaltungs-, Verkaufs- und Sozialräumen des Betriebes tätig ist.

Maler und Lackierer: Wer gilt als "ungelernt" und wer als "Geselle"?

" Ungelernte Arbeitnehmer" arbeiten unter Aufsicht und Anleitung von Gesellen und Vorarbeitern und führen einfache Hilfstätigkeiten aus.

"Gelernte Arbeitnehmer (Gesellen)" sind Arbeitnehmer, die für das Maler- und Lackiererhandwerk oder ein anderes Handwerk einschlägige handwerkliche Tätigkeiten ausführen. Die Tätigkeiten sind im Mindestlohn-Tarifvertrag genau definiert.

Bei Arbeitnehmern, die über
  • den Gesellenbrief im Maler- und Lackiererhandwerk oder einen vergleichbaren anderen Ausbildungsabschluss oder
  • einen staatlich anerkannten Berufsschulabschluss bzw. einen entsprechenden Nachweis (Zertifikat) aus dem Ausland, der zu Maler- und Lackiererarbeiten qualifiziert,
verfügen, wird vorausgesetzt, dass sie Tätigkeiten des Maler- und Lackiererhandwerks ausüben. dhz

Weitere Informationen zum Mindestlohn im Maler- und Lackiererhandwerk gibt es unter farbe.de.

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