Mindestlohn -

Lohnuntergrenze Mindestlohn im Elektrohandwerk steigt zum 1. Januar 2020

Zum 1. Januar 2020 können sich die Elektriker über mehr Geld freuen. Der Mindestlohn im Elektrohandwerk steigt um 4,4 Prozent an. Bis 2024 soll der Mindestlohn jährlich erhöht werden. Wie hoch die Lohnutergrenze aktuell ist und in welchen Stufen sie ansteigt.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Mindestlohn

Zum 1. Juni 1997 wurde im Elektrohandwerk ein Mindestlohn eingeführt. Zwischen den Jahren 2003 und 2007 gab es keine Lohnuntregrenze in der Branche, doch seit der Wiedereinführung wurde sie stufenweise immer wieder erhöht.

2020 steigen die Branchenmindestentgelte in den elektro- und informationstechnischen Handwerken um 4,4 Prozent. Das haben IG Metall und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) vereinbart. Der Tarifvertrag tritt am 1. Januar 2020 in Kraft und endet ohne Nachwirkung am 31. Dezember 2024.

Wie hoch ist der Mindestlohn für das Elektrohandwerk?

Der Mindestlohn im Elektrohandwerk ist seit dem 1. August 2016 jedes Jahr gestiegen. Damals lag die Lohnuntergrenze noch bei 9,85 Euro (Ost) bzw. 10,35 Euro (West). Für die kommenden Jahre sind weitere Anstiege geplant:

Datum Neue Bundesländer und Berlin Alte Bundesländer
1. August 2016 9,85 Euro 10,35 Euro
1. Januar 2017 10,40 Euro 10,65 Euro
  bundeseinheitlich
1. Januar 2018 10,95 Euro
1. Januar 2019 11,40 Euro
1. Januar 2020 11,90 Euro
1. Januar 2021 12,40 Euro
1. Januar 2022 12,90 Euro
1. Januar 2023 13,40 Euro
1. Januar 2024 13,95 Euro

Für wen gilt der Mindestlohn im Elektrohandwerk?

Der aktuelle Mindestlohn des Elektrohandwerks bis 2019 ist im "bundesweiten Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken" geregelt und allgemeinverbindlich. Allgemeinverbindliche Mindestlöhne gelten für alle Beschäftigten einer Branche - unabhängig davon, ob die Betriebe tariflich gebunden (über eine Innungsmitgliedschaft) sind oder nicht. Kein Arbeitgeber darf sie umgehen.

Der Geltungsbereich wurde in der Allgemeinverbindlichkeitserklärung allerdings etwas eingeschränkt. Er umfasst demnach alle Betriebe oder selbständige Betriebsabteilungen, die mit der handwerksmäßigen Installation von elektro- und informationstechnischen Anlagen und Geräten einschließlich elektrischer Leitungen, Kommunikations- und Datennetze sowie mit dem Fahrleitungs-, Freileitungs-, Ortsnetz- und Kabelbau befasst sind.

Der Branchenmindestlohn gilt auch für Elektrohandwerker, die in Betrieben fremder Baubranchen arbeiten, sofern dort kein anderer Tarifvertrag gilt. Oder für jene Beschäftigte, die von Arbeitgebern mit Sitz im Ausland entsendet werden.

IG Metall und ZVEH streben an, auch den neuen Tarifabschluss vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales wieder für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. Dann gilt er für die mehr als 500.000 Beschäftigten in allen Betrieben der Elektrohandwerke. dhz

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