Jugendamt, Schuldnerberatung, Therapie Intensivbetreuung für jobsuchende Jugendliche

Der neue Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich zum Ziel gesetzt, die Langzeitarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Dabei hat er auch Jugendliche im Blick. Seine Lösung: eine intensive Betreuung im Vorfeld der Jobsuche – wenn nötig per Schuldnerberatung, Therapie oder gemeinsam mit dem Jugendamt.

Jugendliche, die es nicht schaffen selbstständig eine Lehstelle zu finden, sollen künftig noch intensiver vom Jobcenter betreut werden und mehr Unterstützung bei den Dingen bekommen, die die Jobbsuche erschweren: familiäre Probleme, Schulden oder die Suche nach einer Kinderbetreuung. - © Jürgen Fälchle - stock.adobe.com

Der deutschen Wirtschaft geht es derzeit so gut wie lange nicht und Jugendliche auf der Suche nach einer betrieblichen Ausbildung haben eigentlich freie Wahl. Allein im Handwerk konnten im vergangenen Jahr rund 14.000 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden – vor allem bei den Fleischern, Bäckern, im SHK-Handwerk und auf dem Bau. Bleibt abzuwarten, wie hoch die Zahl im September nach dem Start des neuen Ausbildungsjahrs liegt. Dennoch gibt es auch immer noch Jugendliche, die sich schwer tun, den passenden Ausbildungsplatz zu finden.

Die Gründe dafür sind vielfältig, doch nach Ansicht des neuen Vorstandschefs der BA, Detlef Scheele, sind die Probleme lösbar, wenn die Arbeitsplatzvermittlung gezielter wird. Zu viele Jugendliche landeten seiner Meinung nach derzeit noch als Ungelernte oder Angelernte perspektivlos in der Arbeitslosenstatistik. Scheele möchte die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Deutschland senken und setzt dabei unter anderem bei den Jugendlichen an, die sich schon nach der Schullaufbahn schwer tun, auf dem Arbeitsmarkt anzukommen.

Bessere Jobvermittlung für Jugendliche

Detlef Scheele ist seit 1. April 2017: Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit. - © Bundesagentur für Arbeit

Melden sie sich bei der Jobvermittlung, sollen sie künftig einem Bericht von faz.net zufolge, mit einer Datenbank auf dem Weg von der Schule bis ins Berufsleben lückenlos begleitet werden. So soll erfasst werden, wo genau die Probleme der Jugendlichen liegen und in einer engen Kooperation unter anderem mit kommunalen Jugendämtern sollen dann Lösungen gefunden werden. Die Jugendlichen sollen dann eventuell Unterstützung zur Klärung familiärer Probleme bekommen, eine Schuldnerberatung, eine Therapie oder Hilfe beim Finden eines Krippenplatzes .

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht eine zentrale Herausforderung in der Integration von jungen Flüchtlingen in den Ausbildungsmarkt.

Wann genau diese Pläne umgesetzt werden, ist noch unklar. Scheele möchte seine Initiative zur Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit bis zum Jahresende mit konkreten Projekten starten. Immerhin gibt es trotz der guten Konjunktur mehr als 900.000 Personen in Deutschland, die länger als ein Jahr arbeitslos sind. dhz