Konjunktur -

Handwerkskonjunktur Das Handwerk boomt

Das Handwerk ist außergewöhnlich gut ins neue Jahr gestartet und hat seine Umsatzprognose für 2017 nach oben korrigiert.

Das Handwerk ist mit viel Schwung ins neue Jahr gestartet. "Es ist das erfolgreichste erste Quartal seit der deutschen Einheit", kommentierte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke den Konjunkturbericht. "Und auch die Erwartungen der Betriebe für die Zukunft sind sehr optimistisch", fügte er hinzu. Der Geschäftsklimaindex, also die Bündelung von aktueller Geschäftslage und Erwartungen erreichten mit 141 Punkten ein neues Allzeithoch. "Angesichts des starken Jahresbeginns erwarten wir für das Gesamtjahr 2017 einen Umsatzzuwachs von bis zu drei Prozent", sagte er weiter. Bisher rechnete das Handwerk noch mit 2,5 Prozent. Diese Entwicklung hat laut ZDH-Konjunkturbericht auch einem Viertel der Betriebe erlaubt, die Preise zu erhöhen.

Knapp drei Viertel aller Betriebe melden höhere Umsätze

Vor allem die wirtschaftlich stärksten Gewerbegruppen des Handwerks meldeten erneut gestiegene Zahlen bei Geschäftslage, Umsatz und Beschäftigung. "Bau und Ausbau, Kfz-Handwerk und die Handwerke für den gewerblichen Bedarf liegen teils deutlich über den Ergebnissen des Vorjahresquartals", sagte Schwannecke. Besonders erfreulich sei auch die anhaltende Zunahme der Investitionen, der sich den Einschätzungen zufolge auch im Jahresverlauf fortsetzen werde. Insgesamt melden

72 (Vorjahresquartal: 70) Prozent aller Handwerksbetriebe steigende Umsätze, soviel wie noch nie in einem ersten Quartal, heißt es im ZDH-Konjunkturbericht. Nur für das Lebensmittelhandwerk fällt die Umsatzbeurteilung nicht ganz so gut aus wie vor Jahresfrist.

Lebensmittelhandwerk etwas schwächer bei Umsatz und Auslastung

Auch die Auslastung ist in allen Gewerbegruppen bis auf das Lebensmittelhandwerk mit 74 (75) Prozent gestiegen beziehungsweise stabil geblieben. Insgesamt waren 77 (76) Prozent aller Betriebe im ersten Quartal ausgelastet. Dabei profitieren alle Gewerke nach den Worten Schwanneckes von der guten Beschäftigung und den höheren Reallöhnen. Für die Handwerke des gewerblichen Bedarfs sei vor allem die gute Exportnachfrage ausschlaggebend und Bau- und Ausbauhandwerk nutze die hohe Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten, die steigenden öffentlichen Infrastrukturinvestitionen und die niedrigen Zinsen.

Nirgends ist die Auslastung so hoch wie im Ausbauhandwerk

Im Bauhauptgewerbe beträgt die Auftragsreichweite mittlerweile 10,7 Wochen. "Vor allem in den Ballungsräumen müssen Bauherren rechtzeitig planen und Aufträge erteilen", betont Schwannecke. Die Auslastung der Betriebe lag im ersten Quartal bei 82 Prozent (Vorjahrsquartal: 81), heißt es im Konjunkturbericht. Auch in den anderen Gewerken hat die Auslastung zugelegt. Einzig im Lebensmittelhandwerk hat sie von 75 auf 74 Prozent etwas abgenommen und in den Gesundheitshandwerken ist sie mit 73 stabil geblieben.

Ein Teil der Betriebe hat die Preise erhöht

Hohe Auftragsbestände und die zuletzt wieder angestiegene Inflation haben auch zu Preissteigerungen geführt. Die Bertriebe hätten im 1. Quartal 2017 "ihre Absatzpreise stärker nach oben angepasst als in den Vorquartalen", heißt es im Konjunkturbericht. So hätten 25 (20) Prozent der Betriebe die Preise erhöht und  sechs (9) Prozent die Preise gesenkt. Insgesamt sei der Indikator für die Entwicklung der Verkaufspreise im Handwerk auf den höchsten Wert seit 1992 gestiegen, heißt es weiter.

Fachkräfteengpass bleibt Wachstumsbremse

Viele Betriebe könnten ihre Aufträge schneller abarbeiten, wenn sie mehr Mitarbeiter hätten. "In vielen Bereichen sind Fachkräfte absolute Mangelware", erklärt Schwannecke. Obwohl das Handwerk in den vergangenen Jahren die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge erhöht habe, seien viele Lehrstellen unbesetzt geblieben. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass im vergangenen Jahr 41 Prozent der Auszubildenden im Handwerk aus der Hauptschule gekommen seien und vier Prozent gar keinen Schulabschluss gehabt hätten.

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