Der Oktober 2023 hält wieder einige Änderungen parat: Für Beschäftigte im Dachdecker- und Gerüstbauerhandwerk gibt es mehr Geld, in Bayern und Hessen finden die Landtagswahlen statt und die Frist für die Schlussabrechnung der Corona-Hilfen läuft ab. Aber das ist noch nicht alles.

Wie in jedem Jahr steht im Herbst eine besondere Änderung an: Es beginnt die "Winterzeit" – und damit muss die Uhr zum zweiten Mal im Jahr umgestellt werden. Genauer gesagt: In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 2023 wird die Uhr um drei Uhr in der Nacht um eine Stunde zurückgestellt.
Die Zeitumstellung kann nerven, ja. Aber sie hat auch ihre Vorteile. In der Winterzeit sorgt sie dafür, dass die Sonne morgens früher aufgeht und es damit auch früher hell wird. Die negativen Effekte: Laut einer Forsa Umfrage, die im Herbst 2018 im Auftrag der Krankenkasse DAK durchgeführt wurde, leiden 79 Prozent der Befragten während dieser Zeit vor allem unter Müdigkeit und Schlappheit. Eigentlich gab es Pläne des EU-Parlaments, die Zeitumstellung abzuschaffen. Doch passiert ist bisher: noch nichts.
Mehr über die Hintergründe der Zeitumstellung lesen Interessierte hier:
>>> Lesetipp: Zeitumstellung: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Aber das ist nicht die einzige wichtige Änderung im Oktober 2023. Das ist noch neu:
- Dachdecker
- Gerüstbauer
- Degressive Abschreibung
- Corona-Hilfen
- Landtagswahlen
- Steuererklärung
- Gas
- Studium
- Lidl
- Bier
- Kreditkarten
- Brennstoffe
- Herbstferien
- Tabakerhitzer
- Zigaretten
- Pakete
- Corona-Impfstoff
1. Dachdecker erhalten mehr Geld
Die rund 100.000 Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk erhalten seit dem 1. Oktober 2023 21,12 Euro Ecklohn pro Stunde – damit sind die Bezüge um drei Prozent gestiegen. Zuletzt war der Ecklohn im November 2022 um fünf Prozent gestiegen und lag damit bei 20,50 Euro.
Welche Änderungen der neue Tarifvertrag noch gebracht hat und was genau unter Ecklohn zu verstehen ist:
>>> Lesetipp: Neuer Tarifvertrag: Dachdecker erhalten rund 8,2 Prozent mehr
2. Gerüstbauer: Branchenmindestlohn und Ausbildungsvergütungen steigen
In den Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag im Gerüstbauerhandwerk konnten Arbeitgeber und Gewerkschaft zwei Teilerfolge erzielen. Der Branchenmindestlohn liegt seit dem 1. Oktober 2023 bei 13,60 Euro (vorher 12,85 Euro). Auch die Ausbildungsvergütungen wurden erhöht: Seit 1. Oktober 2023 gibt es 85 Euro monatlich mehr im ersten Ausbildungsjahr (1.050 Euro), 50 Euro mehr im zweiten (1.245 Euro) sowie 40 Euro mehr im dritten Ausbildungsjahr (1.515 Euro).
Einig sind sich die Tarifpartner weiterhin nicht beim Thema Lohntarif. Ein neuer Verhandlungstermin ist laut dem Bundesverband Gerüstbau für den 2. November 2023 vorgesehen. Warum sich die Parteien nicht einig sind, erfahren Interessiere hier:
>>> Lesetipp: Gerüstbauer: Einigung bei Mindestlohn und Ausbildungsvergütung
3. Änderungen im Oktober: Wiedereinführung der degressiven Abschreibung
Die Bundesregierung hat im Entwurf des sogenannten Wachstumschancengesetzes die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung (Afa) angekündigt. Mit dem Steueranreiz will sie den kriselnden Wohnungsbau wieder ankurbeln. Geplant ist die Einführung der degressiven AfA für Wohngebäude mit sechs Prozent ab Baubeginn 1. Oktober 2023, befristet auf sechs Jahre. Der Vorteil der degressiven Afa: Die Abschreibung ist in den ersten Jahren immer höher als bei der linearen Abschreibung. Mehr über die Unterschiede der beiden Abschreibungsvarianten lesen Interessierte hier:
>>> Lesetipp: Degressive Abschreibung: Formeln, Beispiele, Alternativen
Neben der degressiven Afa enthält das Wachstumschancengesetz weitere Steuerentlastungen, um die kriselnde Wirtschaft zu unterstützen. Das Bundeskabinett hat die Milliardenentlastungen für Unternehmen bereits auf den Weg gebracht. Noch aber muss das Wachstumschancengesetz vom Bundesrat beschlossen werden. Die Sitzung ist auf den 5. Oktober datiert. Mehrere Bundesländer aber kritisieren den aktuellen Gesetzentwurf, darunter Bremen und Hessen. Es ist also durchaus möglich, dass das Gesetz blockiert wird.
4. Frist für die Schlussabrechnungen der Corona-Hilfen erneut verschoben
Aus 30. Juni wurde 31. August und nun 31. Oktober: Die Frist für die Schlussabrechnungen für Überbrückungshilfen während der Corona-Pandemie ist erneut verlängert worden. Alle Unternehmen, die Hilfen wie zum Beispiel die Überbrückungshilfen I bis IV oder die November- und Dezemberhilfe erhalten haben, müssen diese Überprüfung durchführen. Allerdings können die Schlussabrechnungen nur von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern eingereicht werden. "Wer keine Schlussabrechnung einreicht, muss die volle Hilfe zurückzahlen", warnt Steuerberater Stefan Schwindl.
Alle Infos zur Rückzahlung und Anträge zur Fristverlängerung gibt es hier:
>>> Lesetipp: Überbrückungshilfe: Zu viel Arbeit, Frist erneut verlängert
5. Landtagswahlen in Bayern und Hessen
Im Oktober stehen in zwei Bundesländern wichtige Wahltermine an:
- In Bayern wird am Sonntag, den 8. Oktober 2023, der 19. Bayerische Landtag gewählt. Knapp drei Wochen vor der bayerischen Landtagswahl verblieb die CSU im Stimmungstief, während die Freien Wähler nach der Flugblatt-Affäre um ihren Chef Hubert Aiwanger ihren Rekordwert halten konnten. Im vierten "Wählercheck" von Sat.1 Bayern und Antenne Bayern kam die CSU von Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder erneut nicht über 36 Prozent hinaus, wie in drei vorangegangenen Umfragen. Das ist der niedrigste Umfragewert seit mehr als eineinhalb Jahren, er liegt auch unter dem Wahlergebnis von 2018 (37,2 Prozent). Die Freien Wähler lagen in der Erhebung des Instituts GMS weiter bei 17 Prozent.
- In Hessen wird ebenfalls am 8. Oktober gewählt: Und zwar der 21. Hessische Landtag. Nach dem ZDF-"Politbarometer" (Stand: 08. September) kämen die Christdemokraten in Hessen auf 30 Prozent der Stimmen. Die mitregierenden Grünen, ebenso wie die oppositionelle SPD, kämen jeweils auf 19 Prozent. Die AfD läge demnach bei 16 und die FDP bei sechs Prozent. Die Linke würde mit drei Prozent den Einzug ins Parlament verpassen.
Noch keine Ahnung, wen Sie wählen sollen? Sowohl Bayern als auch Hessen bieten eigene "Wahl-O-Maten".
6. Steuererklärung noch immer nicht abgegeben? Letzte Chance am 2. Oktober
Für Privatpersonen bzw. Selbstausfüller wird es bei der Steuererklärung 2022 jetzt höchste Zeit: Spätester Abgabetermin ist eigentlich der 30. September 2023. Da dies aber ein Samstag ist, wurde die Frist auf heute verschoben. Übrigens: Beratene Steuerzahler haben noch bis zum 31. Juli 2024 Zeit mit der Abgabe.
7. WhatsApp funktioniert bald auf alten Smartphones nicht mehr
Wer ein altes Smartphone beziehungsweise ein Gerät mit altem Android-Betriebssystem besitzt, kann bald kein WhatsApp mehr nutzen. "Ab dem 24. Oktober 2023 werden nur noch Android-Betriebssysteme der Version 5.0 und aktueller unterstützt", kündigt der Messenger-Dienst auf seiner Website an. Immerhin: WhatsApp will betroffene Userinnen und User vorwarnen. "Bevor wir die Unterstützung deines Betriebssystems einstellen, benachrichtigen wir dich rechtzeitig vorab direkt in WhatsApp und erinnern dich ein paar Mal daran, ein Upgrade durchzuführen", heißt es.
Spannend für Handwerksbetriebe könnte dieses neue WhatsApp-Feature sein: Die App krempelt aktuell ihren "Status"-Bereich um. Neben Neuigkeiten von Kontakten können Nutzer jetzt auch Updates von Kanälen sehen, denen sie folgen:
>>> Lesetipp: "Status" heißt jetzt "Aktuelles": WhatsApp lässt Betriebe aufhorchen
8. Änderungen im Oktober 2023: Gaspreise sinken – zumindest vorerst?
Die für das deutsche Gasmarktgebiet verantwortliche Trading Hub Europe (THE) hat bekannt gegeben, die Regelenergie-Umlage von 0,57 Cent pro Kilowattstunde (netto) und die Konvertierungsumlage von 0,038 Cent pro Kilowattstunde zum 1. Oktober auf jeweils null Euro zu senken. Das berichtet das Vergleichsportal Verivox. Dadurch sollen die Gaskosten für einen Musterhaushalt im Einfamilienhaus um rund fünf Prozent sinken, was einer Entlastung von 130 Euro pro Jahr entspreche.
Gleichzeitig aber warnt das Vergleichsportal: Wird die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent für Gas und Fernwärme bereits Ende des Jahres auslaufen, kann der Wegfall der Umlagen nur bedingt für Entlastung sorgen.
Hintergrund: Um Verbraucher bei den Heizkosten zu entlasten, hatte die Bundesregierung im Oktober 2022 eine Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Weil diese laut Verivox voraussichtlich früher ausläuft, würden die Gaspreise für private Haushalte um rund elf Prozent steigen. Für einen Musterhaushalt würde das Mehrkosten von durchschnittlich 270 Euro pro Jahr bedeuten.
9. Zinsen für KfW-Studienkredit gestiegen
Studentinnen und Studenten mit eingeschränkten finanziellen Mitteln haben die Möglichkeit, den Studienkredit der KfW-Bank zu beantragen. Hier gilt nun ein neuer Zinssatz von 9,01 Prozent (vorher 7,82 Prozent). Der Zins des Kredits ist variabel und hängt mit dem europäischen Referenzzinssatz Euribor zusammen. Da dieser gestiegen ist, ist auch der KfW-Studienkredit jetzt teurer.
10. Lidl: Neue Haltungsform bei frischem Rindfleisch
Der Discounter Lidl will zwischen Oktober 2023 und Frühjahr 2024 sein gesamtes Angebot an frischem Rindfleisch mindestens auf Stufe 3 der vierstufigen Haltungsformkennzeichnung umstellen.
Die Haltungsform ist ein freiwilliges Kennzeichnungssystem, das ein Großteil des deutschen Lebensmitteleinzelhandels seit 2019 für Frischfleischprodukte der Eigenmarken nutzt. Es gibt die vier Stufen "1: Stallhaltung", "2: Stallhaltung plus", "3: Außenklima" und "4: Premium".
Was bedeutet die Umstellung für die Haltung der Tiere? In der Stufe 3 haben die Rinder zum Beispiel statt 1,5 bis drei Quadratmeter nun 1,5 bis vier Quadratmeter Platz im Stall. Außerdem ist ein ganzjährig nutzbarer Laufhof vorgeschrieben (mindestens drei Quadratmeter pro Tier im Laufhof). Die Enthornung der Kälber ist weiterhin erlaubt und während der Mastphase bzw. mindestens jedoch sechs Monate vor der Schlachtung ist Futtermittel ohne Gentechnik vorgeschrieben.
11. Binding-Brauerei in Frankfurt schließt
Nach mehr als 150 Jahren ist die Frankfurter Binding-Brauerei Geschichte. Deutschlands größte private Brauereigruppe hatte Ende September 2022 mitgeteilt, dass sie wegen drastisch gestiegener Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik ihren Produktions- und Abfüllbetrieb in Frankfurt spätestens Ende Oktober 2023 schließen wird. Für zwei Drittel der etwa 150 betroffenen Frankfurter Beschäftigten wurde nach Unternehmensangaben Lösungen gefunden.
Die Unternehmenszentrale der zum Oetker-Konzern gehörenden Radeberger-Gruppe in Frankfurt mit etwa 400 Mitarbeitern soll dort bestehen bleiben. Gesteuert werde von Frankfurt aus weiterhin auch das nationale Marketing sowie der nationale Gastronomie- und Handelsvertrieb von Radeberger. Binding-Bier lässt Radeberger künftig in Nürnberg bei Tucher brauen.
12. Änderungen im Oktober 2023: Erhöhung der Kreditkarten-Gebühren
Visa und Mastercard wollen die Gebühren für Kreditkarten erhöhen. Das teilt das Verbraucher-Portal Chip mit und bezieht sich dabei auf einen Bericht des "Wall Street Journals". Demnach sei die Anhebung in erster Linie für Online-Transaktionen vorgesehen und soll in zwei Schritten im Oktober 2023 und April 2024 erfolgen. Wie es in dem Artikel heißt, schätzen Experten, dass auf Händler durch die Erhöhung Mehrkosten in Höhe von 502 Millionen US-Dollar pro Jahr zukommen. Zumindest ein Teil davon dürfte über höhere Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben werden.
13. Heizöl oder Flüssiggas: Antragsfrist für Brennstoffhilfe
Wer mit Brennstoffen wie Heizöl oder Flüssiggas heizt und im vergangenen Jahr besonders von Preissteigerungen betroffen war, kann bis zum 20. Oktober bei den Behörden einen Antrag auf eine Brennstoffhilfe stellen. Der Heizkostenzuschuss von maximal 2.000 Euro ist an Bedingungen geknüpft.
14. Herbstferien starten
Die letzten Schulkinder im Süden Deutschlands sind gerade erst wieder in ihre Klassen zurückgekehrt, da starten die ersten Bundesländer bereits in die Herbstferien: In Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen ist es ab heute (mit Schulschluss am 29. September) so weit.
15. Änderungen im Oktober 2023: Verbot von Aroma-Tabak für Tabakerhitzer
Schokolade, Vanille, Kirsche oder andere Aromen sind in Tabak für Tabakerhitzer ab dem 23. Oktober nicht mehr erlaubt. Zuvor galt das Verbot von Aroma-Tabak nur für Zigaretten und Drehtabak. Zudem müssen auf den Verpackungen der Erhitzer dann auch Warnhinweise mit Text und Bild sein.
16. Müssen die Schockbilder auf Zigarettenschachteln an Kassen zu sehen sein?
Ein Urteil zu dieser Frage will der Bundesgerichtshof am 26. Oktober verkünden. Die Nichtraucher-Initiative Pro Rauchfrei hatte geklagt, weil an den Kassen zweier Münchner Supermärkte Zigaretten über Automaten angeboten wurden, ohne dass Warnhinweise für die Kunden von außen sichtbar waren.
17. DHL-Geschäftskunden müssen tiefer in die Tasche greifen
Der Paketdienst erhöht im Oktober schrittweise seine Preise für Geschäftskunden und begründet dies mit der Inflation und höheren Löhnen. Für Privatkunden ändert sich nichts.
18. Corona-Impfstoff für Kinder
Ab heute soll der neue angepasste Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausgeliefert werden. Das Präparat wurde an die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepasst.
Mit Inhalten der dpa