Wann wird die Uhr umgestellt? Zeitumstellung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ende Oktober ist es wieder so weit: die Uhr wird eine Stunde zurückgestellt. Aber seit wann gibt es die Zeitumstellung? Was bedeutet eigentlich Winterzeit? Bevor die Zeitumstellung vorraussichtlich 2021 abgeschafft wird, gibt es hier noch einmal die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Sarah Arzberger

Das EU-Parlament hat sich dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung 2021 abzuschaffen. - © abasler – stock.adobe.com

Die Zeitumstellung wird abgeschafft – dafür hat das EU-Parlament gestimmt. 2021 sollen demnach ein letztes Mal die Uhren in Mitteleuropa umgestellt werden. Mit seiner Zustimmung folgte das Parlament einer Empfehlung des zuständigen EU-Verkehrsausschusses. Für die tatsächliche Abschaffung muss allerdings noch ein Kompromiss mit den Mitgliedsstaaten erzielt werden. Bis jetzt konnten jedoch noch keine Einigung erziehlt werden. Bevor es so weit ist gibt es hier nochmal alles wichtigen Fragen und Antworten rund um das Thema Zeitumstellung

1. Seit wann gibt es die Zeitumstellung? Und warum?

Um Rohstoffe zu sparen wurde während des ersten Weltkrieges in Deutschland zum ersten Mal eine Sommerzeit eingeführt – damals jedoch noch in anderen Intervallen. Zwischen den zwei Weltkriegen und nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Umstellung wieder abgeschafft. Erst im Jahr 1980 wurde dann, wie in vielen anderen europäischen Ländern, infolge der Ölkrise und aus energiepolitischen Gründen wieder der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit eingeführt. 1996 markiert den bisherigen Schlusspunkt in der Geschichte der Zeitumstellung, denn damals wurden sämtliche Sommerzeiten Europas vereinheitlicht. Seit dem gibt es das bekannte Intervall, nach dem im März die Uhr vorgestellt und im Oktober zurückgestellt wird.

2. Was bedeutet "Winterzeit"?

Eine "Winterzeit" im engeren Sinne gibt es gar nicht. Denn was herkömmlich als "Winterzeit" bezeichnet wird ist eigentlich die in Deutschland geltende normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Wenn wir also im Oktober die Uhr wieder eine Stunde zurückstellen, herrscht einfach wieder die Normalzeit, die MEZ. Diese galt als einzige Zeit in Deutschland bis zur Einführung der Sommerzeit 1980.

3. Wie merke ich mir, wie ich die Uhr umstellen muss?

Im März wird die Uhr vorgestellt, im Oktober zurück. Eigentlich ganz einfach - aber wie kann ich mir das problemlos merken? Dafür gibt es einige hilfreiche Eselsbrücken :

  • Im Sommer stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Winter zurück in den Schuppen
  • Die Zeitumstellung funktioniert wie ein Thermometer: Im Sommer sind die Temperaturen im Plus, im Winter im Minus
  • Zahlenfreaks können sich auch einfach die Kombination "2-3-2" merken: Im Frühjahr wird die Zeit von 2 auf 3 Uhr gestellt, im Herbst von 3 auf 2 Uhr
  • Und wem es leichter fällt, sich einen Spruch mit Reimen zu merken, für den ist dieser hier vielleicht etwas: "Im Winter stellt man die Uhr hinter"

4. Wann wird 2020 die Sommer- und Winterzeit umgestellt?

In der Nacht vom 28. März auf den 29. März 2020 wird die Zeit um 2 Uhr nachts eine Stunde vorgestellt. Eine Stunde zurückgestellt wird die Uhr dann wieder um 3 Uhr in der Nacht vom 24. Oktober auf den 25. Oktober 2020.

5. Welche Vorteile bringt die Zeitumstellung?

Das zweimalige Umstellen der Uhr kann nerven – ja. Aber es hat auch seine Vorteile . Durch die Stunde, die im März vorgestellt wird, bleibt es im Sommer abends länger hell und der Tag hat mehr Sonnenstunden. Diese extra Stunde lässt sich beispielsweise gut für Grillabende nach dem Feierabend nutzen. Und auch die "Winterzeit" hat einen positiven Effekt. Sie sorgt dafür, dass die Sonne morgens früher aufgeht . Mit einer Änderung zur dauerhaften Sommerzeit würde die Sonne morgens erst um halb zehn aufgehen.

6. Welche Nachteile bringt die Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung führt zu Schlafproblemen, Depressionen und mehr Verkehrsunfällen.

Laut einer Forsa Umfrage, die im Herbst 2018 im Auftrag der DAK durchgeführt wurde, würden 80 Prozent der Befragten eine Abschaffung der Zeitumstellung begrüßen. Denn viele Menschen klagen durch den Wechsel von Winter- und Sommerzeit über körperliche und psychische Beschwerden. Die Befragung ergab, dass es mehr als jeder Vierte ist. Die meisten der Betroffenen – 79 Prozent – würden vor allem unter Müdigkeit und Schlappheit leiden. Aber auch schlechtes Konzentrationsvermögen, Gereiztheit und sogar depressive Verstimmungen wurden angegeben. Zu erklären ist das mit der Tatsache, dass der menschliche Körper zwischen vier und 14 Tagen benötigt, um seinen gewohnten Schlaf-Rhythmus auf die neuen Verhältnisse einzustellen.

Die Kombination aus Schlafdefizit, Temperaturanstieg und zunehmendem Freizeitverkehr begünstigen offenbar auch den Anstieg des Verkehrsunfallrisikos, vermutet der Auto Club Europa (ACE). Dabei stützt sich der Club auf Angaben des Statistischen Bundesamtes. Demnach war nach der Umstellung auf die Sommerzeit immer ein deutlicher Anstieg der schweren Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Der ACE zitiert zudem Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), wonach jeder vierte Unfall in Deutschland auf Sekundenschlaf zurückzuführen ist. 

7. Wird durch die Zeitumstellung tatsächlich Energie gespart?

Die Sommerzeit wurde in den 1980er eingeführt, um Energie zu sparen. Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht eingeschaltet – im Frühjahr und Herbst wird jedoch in den Morgenstunden mehr geheizt. Auch Daten, die vom EU-Parlament erfasst wurden belegen, dass nur verhältnismäßig wenig Energie gespart wird. Und auch das Bundesamt für Umwelt hält fest: Die Zeitumstellung spart im Saldo kaum Energie. So beziffert eine Untersuchung des Büros für Technik-Abschätzung (TAB) aus dem Jahr 2016 die potentielle Einsparung ohne die Heizkostenkompensation gegenzurechnen auf 0,21 Prozent gemessen am jährlichen Gesamtstromverbrauch der Bundesrepublik. 

8. Was bedeutet es, wenn nur noch eine geregelte Zeit gelten würde?

2021 soll die Zeitumstellung abgeschafft werden. Die europäischen Länder müssen sich jetzt aussuchen, ob bei ihnen die Winter-oder die Sommerzeit gelten soll. Aber was bedeutet es, wenn nur noch eine geregelte Zeit gilt?

Eine dauerhafte Sommerzeit in Deutschland würde bedeuten, dass im Oktober die Uhrzeiger nicht um eine Stunde zurückgestellt werden. Im Sommer gäbe es dann wie bisher lange, helle Sommerabende. Im Winter wäre es abends dementsprechend ebenfalls länger hell. Die Sonne würde allerdings deutlich später aufgehen. 

Eine dauerhafte Winterzeit, oder der Normalzeit MEZ, würde kürzere Sommerabende mit sich bringen. Demnach würde der Sonnenuntergang im Sommer spätestens um kurz von neun einsetzen. In der Früh würde die Sonne dagegen schon gegen vier Uhr aufgehen.