Für Azubis -

DHZ-Leser geben Tipps zum Ausbildungsstart Was ich gerne zu Beginn meiner Ausbildung gewusst hätte

Schau den Kollegen auf die Finger, schreib das Berichtsheft direkt und manchmal weiß der alte Meister tatsächlich, was gut für einen ist: Hilfreiche Einsichten von Auszubildenden, Gesellen und Meistern aus der DHZ-Leserschaft, aus denen frischgebackene Lehrlinge lernen können.

"Hinterher ist man immer schlauer", lautet eine bekannte Redensart. In der Regel will damit ausgedrückt werden, dass man sich mit dem jetzigen Wissen in einer zurückliegenden Situation anders verhalten hätte. "Schlauer" kann man aber auch sein, wenn man rückblickend feststellt, dass der eingeschlagene Weg genau der richtige war.

Mit dem Ausbildungsstart beginnt am 1. September für hunderttausende Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt. Die Unsicherheit vor dem ersten Tag ist groß. Wie wird es sein? Wie habe ich mich zu verhalten? Was sollte ich vermeiden? Hilfreich können jetzt Erfahrungen von jenen sein, die ihre ersten beruflichen Schritte bereits gegangen sind. Wir haben deshalb unsere Abonnenten auf Facebook und Instagram gefragt, welchen Rat sie ihrem jüngeren Ich zum Ausbildungsstart mitgeben würden. Eine Auswahl der Antworten stellen wir hier vor:

Zeige von Anfang an Eigeninitiative

"Der Erfolg deiner Ausbildung hängt zu 90 Prozent von dir selbst ab", schreibt ruslan_der_stromdesigner auf Instagram. Er warnt sein jüngeres Ich davor, die Verantwortung für eine erfolgreiche Ausbildung allein dem Ausbildungsbetrieb zu überlassen. "Warte nicht darauf, dass jemand dir alles vorkaut", lautet sein Rat.

Auch Instagrammer paulknahn hat die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder Kollege bereitwillig sein Wissen teilt und einem praktische Kniffe für den Arbeitsalltag nicht immer auf dem Silbertablett serviert werden. "Schaut den Kollegen auf die Finger", gibt er sich deshalb mit auf den Weg. "Die werden euch ihre Tricks meistens nicht verraten."

klemmchristian.de ergänzt: "Interessiere dich für alles, mach mehr als du musst, dann wirst du mehr als du bist." Das gilt auch für die Zeit nach Feierabend, schreibt ruslan_der_stromdesigner. Er ermuntert sein jüngeres Ich dazu, auch außerhalb der Schule die Theorie zu lernen und das im Betrieb Gelernte fleißig zu üben.  

Häng dich rein

So manches Versäumnis in der Ausbildung wird im Nachhinein bereut. So scheint es jedenfalls p.r.sevenich ergangen zu sein. Er fordert sein jüngere Ich dazu auf, mehr für die Berufsschule zu tun. "Konzentriere dich. Fokussiere dich. Scheiß auf Party. Schreib gute Noten", kommentiert er unseren Instagram-Beitrag.  

Eine späte Einsicht hatte wohl auch mr.michacolonia. "Schreib das Berichtsheft einfach direkt", ermahnt er sich selbst auf Instagram mit zwei lachenden Emojis.

Zu "Vollgas von Anfang bis Ende" ermuntert Ramona Mua. "Du lernst für Dich und nicht für andere", schreibt sie auf Facebook. Wichtig dabei: "Nie dein Ziel aus den Augen verlieren."

Ähnliches kommentiert pflasterguru auf Instagram: "Alles was Du tust, tust Du nur für Dich, also nimm das Wissen auf, welches dir gegeben wird."

Andere DHZ-Leser scheinen ihr jüngeres Ich hingegen vor unliebsamen Aufgaben bewahren zu wollen – und geben Hilfestellung, wie man sich vor diesen drücken kann. "Fünf Minuten dumm stellen, können einem manchmal einen ganzen Tag Arbeit ersparen", schreibt kolbenschlag_geruestbau auf Instagram, schiebt jedoch direkt ein lachendes Emoji hinterher.

Manchmal braucht es ein dickes Fell

In so manchem Betrieb herrscht ein rauer Umgangston – und auch Vorgesetzte sind längst nicht ohne Fehler. Da bleiben Konflikte nicht aus. Sven Schiefer rät seinem jüngeren Ich in solchen Situationen gelassen und respektvoll zu bleiben. "Zügel deinen Ton", schreibt er in seinem Facebook-Kommentar. "Atme tief ein und aus und versuche normal mit ihm zu reden."

Manchmal auch etwas Zeit und Vertrauen

Dass sich auch vermeintlich sinnlose Arbeiten irgendwann mal bezahlt machen, hat offensichtlich mariusthessenvitz aus seiner Zeit als Azubi gelernt. "Manchmal weiß der alte Meister wirklich, was gut für einen ist. Auch wenn es sich wie Quälerei anfühlt und äußerst stupide ist", so sein Kommentar auf Instagram.

Sei nicht leichtsinnig

Gerade im Handwerk birgt der berufliche Alltag auch Unfallgefahren und gesundheitlichen Risiken. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter und Auszubildenden zu schützen, indem sie gewisse Sicherheitsvorkehrungen treffen und Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Instagrammer d.spuck legt seinem jüngeren Ich ans Herz, diese auch einzuhalten und "Gehörschutz, Staubmaske und Schutzbrille" zu tragen. "Achtet auf eure Gesundheit", so sein Appell.

Schäme dich nicht für deine Fehler

"Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen", kommentiert philipk3 auf Instagram. Es braucht Zeit, bis man etwas richtig gelernt hat, möchte er damit sagen. Zu diesem Lernprozess gehört auch, dass man hin und wieder scheitert, weiß tischlerin.johanna.roeh. "Jeder macht Fehler" schreibt sie – und gibt ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg: "Sieh´s als Möglichkeit, deine Fähigkeit Probleme zu lösen zu trainieren." Letztlich gilt in der Ausbildung wie bei allem anderen auch: "Übung macht den Meister" (armbruster_kuechen).

Gib nicht gleich auf

Jede Ausbildung hat ihre Höhen und Tiefen. Von kleinen Krisen und größeren Herausforderungen sollten sich Azubis jedoch nicht entmutigen lassen. "Der Weg ist steinig, doch er lohnt", erinnert sich Nico Bammel auf Facebook. "Durchbeißen, niemals aufgeben und niemals an dir zweifeln", kommentiert xdelsol96 auf Instagram. "Zeig ihnen was ne Frau so alles kann", ermuntert sie ihr jüngeres Ich.  Und auch Juergen Truemner scheint glücklich darüber, in schwierigen Momenten nicht abgebrochen zu haben: "So scheiße es auch manchmal ist, ich würde es jederzeit wieder machen."

Sei mutig genug für einen Neuanfang

Doch was tun, wenn es partout nicht passt? Wenn der Beruf ganz anders ist als erwartet. Oder die Vorstellungen vom Unternehmen nicht mit der Realität übereinstimmen. Auch diese Erfahrungen scheinen Leser der DHZ gemacht zu haben. "Lauf. Lauf so schnell Du kannst", ruft Feen Staub ihrem jüngeren Ich zu. Und ja, manchmal kann ein Neuanfang der richtige Weg sein.

Wichtig dabei: die Entscheidung für einen Betrieb und/oder Beruf sollte gut überlegt und abgewogen sein, wie auch Instagram-Nutzerin xx_only_simply_me_xx schreibt: "Liebes jüngeres Ich, lass dich nicht beeinflussen und absolviere so viel wie nur möglich Praktika. Mach dir über Weiterbildungsmöglichkeiten der verschiedenen Berufe Gedanken. Frage dich, ob Du genau dieser Arbeit den Großteil deiner Zeit widmen willst. Nimm dir die Zeit und denke darüber nach."

Dabei sollte unter Umständen auch die spätere Familienplanung miteinbezogen werden, schreibt audiladygt86. "Denk dran, dass du als Kfz-Mechanikerin nicht so einfach eine Teilzeit-Stelle bekommst, wenn Du Mutter wirst. Willst Du den Beruf dann immer noch lernen oder lieber was familienfreundliches und in der Freizeit schrauben", fragt sie ihr jüngeres Ich.

Zeig Charakter

Ratschläge sind schön und gut, letztlich kommt es aber darauf an, was der Empfänger daraus macht. Beruflicher Erfolg ist auch eine Frage des Charakters. Oder wie Facebook-Nutzer Andi Pauen passend schreibt: "Ehrgeiz ist nicht teilbar."

Alle weiteren Kommentare finden Sie direkt auf Instagram und Facebook . Einzelne der genannten Ratschläge wurden uns als Antwort auf unsere Instagram-Story zugeschickt, diese sind daher nicht öffentlich einsehbar.

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