Zum Beginn des Lehrjahres Guter Start für Azubis: 9 Tipps für Ausbilder

Es ist wieder so weit. Auch in diesem Jahr starten wieder tausende Jugendliche ins Berufsleben. Damit sie sich im Ausbildungsbetrieb schnell eingewöhnen, können Ausbilder helfen. Neun Tipps für den Ausbildungsstart.

Zum Start der Ausbildung können Ausbilder den Grundstein dafür legen, dass neue Azubis sich direkt willkommen fühlen. - © Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Über Erfolg und Misserfolg einer Ausbildung können die ersten Tage ent scheiden. Für Azubis ändert sich mit dem Start in die Ausbildung meist das ganze Leben. Statt in der Schule zu sitzen, heißt es nun acht Stunden konzentrierte Arbeit, umgeben von oft deutlich älteren Kollegen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Dass das nicht immer klappt, zeigen die Zahlen: Fast ein Viertel der Ausbildungsverträge werden wieder aufgelöst. Zwar ist das nicht immer gleichbedeutend mit einem Ausbildungsabbruch, das Risiko dafür steigt dann jedoch enorm. Wenn Ausbilder zu Lehrbeginn einige Dinge beachten, erleichtern sie den Lehranfängern den Start ins Berufsleben.

Vor Ausbildungsbeginn

1. Willkommens schreiben schicken

Ein Willkommens schreiben vor Ausbildungsbeginn hilft dem Azubi sich auf den ersten Arbeitstag vorzubereiten – und n immt ihm womöglich einen Teil der Nervosität. Im Schreiben sollten Hinweise zum Ablauf stehen. Wann soll der Jugendliche da sein? Was soll er mitbringen? Welche Kleidung wäre angemessen? Wo und bei wem soll er sich anmelden? Auch eine Imagebro schüre oder Produktmappe kann dem Willkommens schreiben beigelegt werden. So kann sich der Azubi schon vor seinem ersten Tag ein genaueres Bild von seinem Ausbildungsbetrieb machen und auf Fragen antworten, die Freunde und Verwandte zum neuen Arbeitgeber stellen.

2. Kennenlerntag

Alternativ oder ergänzend zum Willkommens schreiben können Ausbildungsbetriebe ihre künftigen Azubis schon ein paar Wochen vor Ausbildungsbeginn in den Betrieb einladen. Etwa zu einem kleinen Betriebsrundgang. Dabei kann auch vorge schlagen werden, dass die Eltern ihren Sohn oder ihre Tochter begleiten dürfen, damit auch diese sich ein Bild vom Ausbildungsbetrieb machen können. Wichtig ist, dass bei einem entsprechenden Firmenevent die persönliche Betreuung des neuen Lehrlings und dessen Eltern gewährleistet ist, damit sich diese nicht verloren fühlen.

3. Willkommensmappe für Azubi erstellen

Gut ist es, eine Willkommensmappe vorzubereiten, in welcher der Lehrling alle wichtigen Informationen zum Unternehmen findet und die am ersten Tag ausgehändigt wird. Jeder profitiert davon, mehr über die Ge schichte seines Ausbildungsbetriebes zu erfahren. So bekommen die Jugendlichen gleich einen Eindruck von der  Arbeitsphilosophie.

Sollten die Informationen nicht schon dem Willkommens schreiben beigelegt worden sein, kann ein Überblick über die Produktpalette und Leistungsangebote des Unternehmens in der Anfangszeit helfen, dass sich der Azubi besser zurecht findet. Spricht ein Kunde den Azubi etwa schon an den ersten Tagen an und stellt ihm Fragen zum Betrieb oder Produkten, fühlt er sich sicherer.

Organisatori sches kann in der Willkommensmappe ebenfalls ver schriftlicht werden. Welche Arbeits- und Pausenzeiten gelten im Betrieb, welche Sicherheitsvor schriften müssen eingehalten werden, wie kann der Azubi einen Urlaubsantrag einreichen und welche Mittagsangebote stehen im Betrieb oder in der Umgebung zur Auswahl?

Auch weiterführende Informationen wie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Sozialleistungen und Unterstützungsmöglichkeiten zum Beispiel für die Wohnungssuche können in der Willkommensmappe aufgeführt werden.

Gerade anfangs muss man sich als Neuer im Team viele Namen und Gesichter merken. Das fällt leichter, wenn man sie noch einmal nach schlagen kann. Eine Übersicht der Mitarbeiter inklusive Foto und Position bietet hier eine echte Orientierungshilfe über den Einführungstag hinaus.

4. Arbeitsplatz vorbereiten

Hat der Azubi einen eignen Arbeitsplatz, sollte dieser vorbereitet sein, wenn der Lehrling kommt. Gleiches gilt für den Spint oder E-Mail-Konten. Muss während der Arbeitszeit Arbeits schutzkleidung getragen werden, sollte auch diese bereits bereit liegen. Auch das gibt ein Gefühl der Wert schätzung.

Am ersten Tag

5. Begrüßung ist Chefsache

In der Regel sollte immer der Chef neue Mitarbeiter willkommen heißen – das gilt auch bei Azubis. Es zeigt gleich zu Beginn der Ausbildung, dass auch die Lehrlinge wertge schätzt werden. Der zuständige Ausbilder kann die Aufgabe übernehmen, sollte der Betriebsinhaber oder Ge schäftsinhaber einmal verhindert sein.

6. Betriebsrundgang

Bevor es mit der richtigen Arbeit losgeht, sollte der Lehrling erst einmal eine Betriebsführung bekommen. So findet er sich schnell alleine zurecht und fühlt sich nicht verloren. Dabei sollte der Azubi zumindest alle für ihn wichtigen Räume sehen.

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    Im Jahr 2017 gab es 87.968 Neugründungen im Handwerk. Somit wurden täglich rund 241 Betriebe gegründet.
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    Das Handwerk erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Umsatz in Höhe von rund 581 Milliarden Euro (ohne MwSt) - das sind fast 106.000 Euro pro Handwerker. Die Branche nahm somit täglich fast 1,6 Milliarden Euro ein.
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    Handwerksbetriebe liehen sich im Jahr 2017 rund 47,7 Milliarden Euro. Angenommen, die Summe wäre gleichermaßen auf alle 999.954 Handwerksbetriebe verteilt worden, hätte jedes Unternehmen einen Kredit in Höhe von rund 47.700 Euro gewährt bekommen.
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    Wussten Sie, dass im Jahr 2017 rund 5,49 Millionen Menschen im Handwerk beschäftigt waren? In unserer Bildergalerie haben wir noch weitere spannende Handwerker-Fakten zusammengetragen. Quellen: ZDH, BG BAU & Statista
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    92.531 junge Handwerker haben 2017 ihre Gesellen- und Abschlussprüfung bestanden. Im gleichen Zeitraum machten 20.495 Menschen ihren Meister.
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    Allein in der Bauwirtschaft wurden 2017 fast 104.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Das sind rund 285 pro Tag.
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    Im Jahr 2017 waren in den knapp eine Million Handwerksbetrieben 365.182 Lehrlinge tätig. Etwa jeder fünfte Azubi war weiblich.

7. Kollegen vorstellen

Die Betriebsführung ist eine gute Gelegenheit, gleich die Kollegen kennenzulernen. Vor allem sollte für den Azubi schnell klar sein, wer seine Ansprechpartner sind. Denn er muss wissen, an wen er sich mit welchen Fragen wenden kann – sonst fragt er womöglich gar nicht.

8. Wichtige Betriebsregeln erläutern

Gerade in einer neuen Umgebung geben Regeln Orientierung. Fängt man als Berufseinsteiger an einem neuen Arbeitsplatz an, gilt das umso mehr. Denn: Es ist immer unangenehm gleich zu Beginn Fehler zu machen. Azubis müssen wissen:

  • Was ist erlaubt und was wird ungern gesehen (z.B. Rauchen und Handynutzung)?
  • Was sind die Arbeitszeiten und Pausenzeiten ?
  • Wem soll er Be scheid geben, wenn er krank ist?
  •  Was hat es mit dem Berichtsheft auf sich?
  • Wie ist der Ablauf in der Berufs schule?
  • Welche Sicherheitsregeln müssen eingehalten werden?

Die ausführlichen Betriebsregeln sollten Ausbilder darüber hinaus auf jeden Fall schriftlich aushändigen, etwa in der Willkommensmappe. Nachdem die organisatori schen Fragen geklärt sind, sollte dem Auszubildenden noch ein kleiner Ausblick gegeben werden, was ihn in den kommenden Tagen und Wochen erwartet. Dabei sollte auch erläutert werden, was der Azubi lernen wird, was von ihm erwartet wird und er dabei unterstützt wird.

9. Kommunikationsweise im Betrieb erläutern

Ausbilder sollten ihrem Auszubildenden so früh wie möglich klar machen, dass es sie interessiert, wie es ihm geht, wie es ihm gefällt und womit er sich eventuell schwer tut. sch

Tipps für eine gelungene Kommunikation mit dem Azubi

  • Miteinander sprechen: aktives Fragen gehört genauso dazu, wie aktives Zuhören
  • Berichtsheft als Gesprächsaufhänger nutzen
  • Konflikte direkt ansprechen: Konflikte breiten sich sonst aus und führen zu einer inneren Kündigung beim Auszubildenden
  • Azubi immer wieder loben
  • Auf Augenhöhe kommunizieren – dabei auch auf Mimik und Gestik achten.
Quelle: Handwerkskammer Schwerin: Gute Ausbildung von Anfang an