Initiative "Fit für Trinkwasser" Energie sparen beim Trinkwasser: Vorsicht vor Legionellen

Wer beim Trinkwasser Energie sparen will und die Temperatur seines Warmwassers herunterdreht, sollte aufpassen. Eine zu geringe Temperatur fördert Legionellen. Fachleute warnen und geben Tipps.

Glas wird mit Wasser aus Hahn gefüllt
Um Energie zu sparen, sollte das Wasser in Trinkwasserspeichern nicht unter 50 Grad abgesenkt und auch nicht zeitweise abgeschaltet werden. - © Brian Jackson - stock.adobe.com

Die Temperaturen werden kälter, das Gas knapper und teurer. Die Bundesregierung hat daher zwei Verordnungen beschlossen, um die nationalen Energiereserven zu sichern und Gas zu sparen. Eine ist bereits kurzfristig zum 1. September in Kraft getreten. Die zweite tritt nun am 1. Oktober in Kraft.

Einsparpotentiale sollen unter anderem durch den Heizungscheck ermittelt werden. In den kommenden zwei Jahren sollen alle Heizungen auf ihre Effizienz überprüft werden. Die Prüfung soll auf grundlegende Einstellungsmängel hinweisen sowie auf die Notwendigkeit weiterführender Maßnahmen. Eigentümer größerer Gebäude werden verpflichtet, das Heizungssystem hydraulisch abgleichen zu lassen, um Energie zu sparen.

Auch beim Verbrauch von warmem Wasser soll gespart werden. So soll Warmwasser laut Verordnung in Bürogebäuden dort, wo es lediglich dem Händewaschen dient, abgeschaltet werden oder die Temperatur auf das hygienische Mindestmaß abgesenkt werden.

Trinkwasser nicht unter 50 Grad absenken

Wie der Zentralverband des SHK-Handwerks im Rahmen der Initiative "Fit für Trinkwasser" anmerkt, seien rund um das Thema Warmwasser in den vergangenen Wochen Aussagen und Empfehlungen in der Presse erschienen, die in Bezug auf die Temperatur von Warmwasser teilweise problematisch sind.

Der Verband hat daher einige Tipps herausgegeben, worauf Verbraucher bei der Temperatur ihres Warmwassers achten müssen. Aus energetischer Sicht sei es zwar günstig, Warmwasser nur auf die Temperatur der Nutzung (35 °C bis 45 °C) zu erwärmen, jedoch steigt gerade in zentralen Trinkwassererwärmern in diesem Temperaturbereich das Legionellen-Risiko. Diese weit verbreiteten Umweltkeim können sich in den Trinkwasserspeichern vermehren und die Gesundheit der Verbraucher gefährden. Die Experten weisen darauf hin, dass Legionellen teilweise tödlich verlaufende Lungenentzündungen hervorrufen, die so genannte Legionärskrankheit.

Um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden, sollten folgende Dinge beachtet werden:

  • Kein Absenken der Trinkwarmwassertemperatur auf weniger als 50 °C
  • Kein vollständiges oder zeitweises Abschalten von Zirkulationspumpen
  • Keine Installation von so genannten Legionellen-Schaltungen 
  • Kein zeitweises Abschalten der Trinkwassererwärmung

Aus energetischer Sicht empfehlen die Experten diese Maßnahmen an Anlagen zur Trinkwarmwasserbereitung:

  •  Angemessene Auslegung und Ausführung der Anlagen, beispielsweise durch einen hydraulischen Abgleich
  •  Einsatz energieeffizienter Anlagentechnik, zum Beispiel Hocheffizienzpumpen
  •  Ausreichende Wärmedämmung von Wärmeerzeugern, Rohrleitungen und Bauteilen zur Minimierung von Energieverlusten
  •  Energiebewusste Nutzung der Trinkwasser-Installation 
  •  Senkung des Warmwasserbedarfes

Die Vertreter der Initiative "Fit für Trinkwasser" empfehlen Verbrauchen bei Fragen zur Umsetzung energieeffizienter und gleichzeitig hygienischer Warmwasserbereitung die zuständigen Fachleute zu Rate ziehen.

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