Unternehmensführung -

So demotivieren Sie Ihre Mitarbeiter Die 7 häufigsten Motivationskiller

Häufig ersticken Vorgesetzte die Motivation ihrer Mitarbeiter. Schon Kleinigkeiten können dafür sorgen, dass die Arbeit weniger Spaß macht – und die Leistungsfähigkeit leidet. Die sieben häufigsten Fehler.

Firmenwagen, Diensthandy, Wellness-Gutscheine: In Zeiten des Fachkräftemangels lassen sich viele Unternehmen immer mehr und immer teurere Benefits einfallen, um Mitarbeiter zu werben und zu halten. Dabei sind teure Anreize zur Mitarbeitermotivation in vielen Fällen gar nicht notwendig, denn meistens bringen die Mitarbeiter eine gesunde Portion Eigenmotivation mit. Doch allzu oft nehmen Vorgesetzte ihren Mitarbeitern die Freude an der Arbeit und ersticken ihre Motivation im Keim, indem sie vermeidbare Fehler machen. Nicht umsonst hat das National Business Research Institute in Texas dem Thema Demotivation jüngst eine ganze Studie gewidmet. Über die sieben häufigsten Motivationskiller – und wie man sie vermeidet.

1. Viel Druck

Kurzfristig kann man als Chef die Motivation seiner Mitarbeiter steigern, indem man sie unter Druck setzt. Mittel- bis langfristig ist Druck dagegen gesundheitsgefährdend und killt jede Motivation. Wer wegen Stress schlecht schläft und sich deshalb morgens nur mühsam aus dem Bett quält, wird sich anschließend kaum für die Arbeit motivieren können. Auch wer um seinen Arbeitsplatz fürchtet, weil ständig Berater und Optimierer durch die Firma geistern, wird nicht die beste Arbeit abliefern. Denn wenn man um seine Existenz fürchtet, hat man den Kopf nicht für den Job frei.

2. Permanente Unterforderung

Nicht nur permanenter Druck, sondern auch Langeweile kann Mitarbeiter demotivieren. Ein Aufgabenprofil, das nicht fordert und keine Anreize setzt, sorgt für Unzufriedenheit. "Dauerhafte Langeweile kann genauso schädlich sein wie dauerhafter Stress", erklärt Thomas Hoffmann von der Personalberatung Robert Half. "Mitarbeiter, die sich langweiligen, empfinden Druck, den sie sich selbst auferlegen. Außerdem stellen sich Resignation und Lethargie ein, wenn Anerkennung und Wertschätzung ausbleiben. Im schlimmsten Fall sind das Bore-out-Syndrom und Depressionen die Folge." Abhilfe ist gar nicht so schwer: Routinearbeiten etwa können im Team regelmäßig neu verteilt werden – und man sollte Mitarbeitern sukzessive mehr Verantwortung übertragen.

3. Wenig Geld

Geld ist nicht alles – aber ohne Geld ist bekanntlich alles nichts. "Leistung muss sich lohnen", wusste schon der einstige Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Umkehrschluss heißt das: Wer seine Mitarbeiter schlecht bezahlt, demotiviert sie und sorgt dafür, dass ihre Leistung schlechter wird. Wer viel und Gutes leistet, sollte das auch vergütet bekommen. Denn das Gehalt ist auch immer ein Zeichen von Wertschätzung. Dabei muss es auch innerhalb der Belegschaft fair zugehen. Denn ein schlecht austariertes Gehaltsgefüge sorgt dafür, dass sich Neid und Missgunst in der Belegschaft ausbreiten – und das sind ebenfalls Motivationskiller.

4. Schlechter Umgangston

Zynismus, Nörgelei, ständiges Schlechtreden – das tötet auf Dauer jede Motivation der betroffenen Mitarbeiter. Denn wozu sollte man sich noch den Allerwertesten aufreißen, wenn sowieso alles schlecht ist? Auch ständiges Rumbrüllen ist nicht nur unprofessionell – denn niemand lässt sich gerne anschreien. Es ist auch demotivierend, denn niemand möchte seine Zeit und Energie für jemanden geben, der bei jeder Gelegenheit einen Wutanfall bekommt. Auch wenn es hektisch wird: Ein sachlicher, professioneller Ton ist das A und O.

5. Mangelhafte Kommunikation

Eine Führungsriege, die sich abschottet, unter sich bleibt und den Mitarbeitern nicht zuhört: Kaum etwas ist demotivierender. Das gilt vor allem dann, wenn der Eindruck entsteht, die Mitarbeiter würden vor Entscheidungen, die sie betreffen, nicht einmal angehört. Außerdem ist der persönliche Kontakt besser als unternehmensinterne Mails. "Der Verzicht auf unnötige E-Mails gehört zum einfachsten Ansatz für mehr soziale Kontakte", heißt es beim britischen Thinktank "New Economics Foundation". "Selbst wenn das persönliche Gespräch nur wenige Momente dauert." Anderenfalls ist schnell ist die Rede von "denen da oben", die "in ihrem Elfenbeinturm" sitzen – und das ist Ausdruck des Gefühls, den Vorgesetzten eigentlich ziemlich egal zu sein. Ein offenes Ohr für die Mitarbeiter und ihre Anliegen zu haben, kostet wenig Zeit, wirkt aber sehr motivierend. Und sympathisch macht es nebenbei auch.

6. Verschwendete Zeit

Ein Teammeeting, obwohl das Problem auch bilateral gelöst werden könnte. Endlose Diskussionen über die neue Urlaubsregelung ohne greifbares Ergebnis. Ein andauerndes Mail-Bombardement, das von der eigentlichen Arbeit ablenkt. Zeitfresser im Job sind demotivierend, denn sie sorgen dafür, dass man mit seinen eigentlichen Aufgaben nicht fertig wird. Zumal der Arbeitsalltag meist sowieso schon eng getaktet ist. Wer mit dem Gefühl nach Hause geht, seine Zeit nur verschwendet zu haben, ist unzufrieden mit sich und seinem Arbeitsplatz. Denn eine sinnvolle Tätigkeit und das Gefühl, im Beruf etwas zu leisten, sind laut einer Studie der Personalberatung Robert Half zwei der wichtigsten Faktoren für Glück und Motivation am Arbeitsplatz.

7. Kaum Lob

Nicht geschimpft ist genug gelobt – immer noch halten viele Führungskräfte dieses Prinzip für ein gutes Instrument der Mitarbeiterführung. Herausragende Arbeit wird ignoriert, erst bei einem Fehler wird reagiert. Wer als Chef so agiert, braucht sich über demotivierte Mitarbeiter nicht zu wundern. Denn wer gute Arbeit leistet, ist auch stolz darauf – und möchte dafür auch gelobt werden. Ein einfaches "Danke" kann schon Wunder wirken. Dabei sollte auch die persönliche Sympathie kein Maßstab sein. Denn wenn der Vorgesetzte Mitarbeiter, mit denen er nicht so gut kann, öffentlich vorführt und andere, die er mag, mit Lob überschüttet, ist das Gift für die Moral des Teams.

Lernen als Stressabbau

Das lebenslange Lernen ist nicht nur ein wichtiger Erfolgsfaktor in der heutigen, schnelllebigen Arbeitswelt – es bringt auch persönliche Erfüllung und steigert das Selbstwertgefühl, schreibt Susan Wallace, Professorin für Erziehungswissenschaft, in ihrem Buch "Teaching, Tutoring and Training in the Lifelong Learning Sector". Damit sei es auch ein wirksamer Mechanismus zum Stressabbau.

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern regelmäßig Weiterbildungsangebote unterbreiten, profitieren somit gleich mehrfach: Die Mitarbeiter sind nämlich dann nicht nur qualifizierter, sondern auch motivierter. Aber auch die Mitarbeiter selbst können aktiv werden: Es muss nämlich nicht immer darum gehen, eine professionelle Qualifikation zu erwerben. Auch ein neues Hobby zu pflegen, Kochen zu lernen oder einen Sprachkurs zu belegen erweitert das eigene Repertoire, ermöglicht persönliche Erfolgserlebnisse – und dient damit letztendlich dem Wohlbefinden. czy

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