EU will Geschirr und Besteck aus Plastik verbieten Currywurst künftig nicht mehr mit Plastikgabel

Den Coffee to go vom Bäcker gibt es vielerorts bereits im Mehrwegbecher. Nun sind Bratwurst und Co. vom Metzgerstand dran. Um die immer größer werdenden Plastikmüllberge zu reduzieren, will die EU-Kommission künftig Geschirr und Besteck aus Plastik verbieten.

Wurst vom Imbiss auf dem Plastikteller serviert: Das wird künftig nicht mehr erlaubt sein. - © Yeko Photo Studio - stock.adobe.com

Die "heiße Theke" liegt im Trend und immer mehr Metzger bieten ihren Kunden warme Mahlzeiten zum Vor-Ort-Verzehr oder zum Mitnehmen an. Dazu kommen Partyservice sowie Imbiss- und Verkaufsstände auf Wochenmärkten. Neben dem klassischen Thekenverkauf sind das mittlerweile die stärksten Absatzwege der Handwerksfleischereien in Deutschland. Currywurst, Leberkäse und Buletten gibt es mancherorts allerdings immer noch inklusive Einweggeschirr und -besteck aus Plastik. Und genau darauf hat es jetzt die EU abgesehen.

So wurden nun Pläne der EU-Kommission bekannt zu einem Verbot von Geschirr und Besteck aus Plastik. Das Ganze ist einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge Teil der neuen EU-Kunststoffstrategie, die unter anderem vorsieht, den Plastikmüll in allen Mitgliedsstaaten zu reduzieren.  Der Entwurf einer Richtlinie wird derzeit diskutiert; die EU-Kommission will die Richtlinie am 23. Mai offiziell präsentieren. Angeblich arbeiten schon einzelne Mitgliedsstaaten wie Frankreich, Großbritannien und Irland an passenden nationalen Verboten von Gabeln, Messer und Tellern, von Strohhalmen und Essstäbchen und auch Trinkbechern aus Kunststoff.

Nur noch die Pommesgabeln sind ein Thema

In erster Linie wären wohl Fastfood-Ketten und auch Kaffeeanbieter betroffen, die fast ausschließlich Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. Aber auch Betriebe aus dem Lebensmittelhandwerk – man denke an den Coffee to go vom Bäcker oder die Bratwurst vom Metzgerstand – müssen gegebenenfalls ihre Betriebsabläufe ändern.

Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) teilt dazu allerdings mit, dass Einweg-Plastikbesteck und -geschirr in Deutschland bereits schon im Verschwinden sei. "Im Fleischerhandwerk wird es nur noch sehr selten genutzt, im klassischen Partyservice ist Mehrweggeschirr und -besteck die Regel, ebenso im Mittagstisch, da die Mahlzeiten üblicherweise entweder direkt im Geschäft verzehrt oder ohne Besteck ausgeliefert werden", sagt Gero Jentzsch, der Sprecher des DFV. Die wenigen Anwendungsfälle sieht er im Grunde nur noch bei "Pommesgabeln" an Imbissständen. Grundsätzlich gäbe es mittlerweile auch genügend kunststofffreie Alternativen oder biologisch Abbaubares wie etwa aus Zellulose, Holz oder Bambus. Demnach wird auf die Fleischerbranche wohl kaum eine große Umstellung zukommen. jtw