Konjunktur -

Online heiß begehrt im Frühjahr Bei diesen Handwerkern stehen Kunden jetzt Schlange

Wer einen Handwerker sucht, begibt sich vornehmlich online auf die Suche. Ein Trend, der Vermittlungsportalen wie MyHammer in die Karten spielt. Das Handwerkerportal legt offen, welche Dienstleistungen derzeit besonders gefragt sind – und welche es in den kommenden Monaten noch sein werden.

Bauboom und Fachkräftemangel machen Handwerker seit längerem zur Mangelware. Immer mehr Verbraucher versuchen ihr Glück deshalb dort, wo sie mehrere Handwerksbetriebe auf einmal ansprechen können: auf Online-Plattformen, die als Vermittler zwischen Auftraggebern und Betrieben auftreten.

Ein populäres Beispiel für einen solchen Online-Marktplatz ist MyHammer mit fast 3,5 Millionen registrierten Auftraggebern. Seit 2015 konnte das Handwerkerportal ein jährliches Plus von zehn bis 15 Prozent bei den Ausschreibungen verzeichnen. Gleichzeitig nahm auch die Anzahl der registrierten Handwerksbetriebe kontinuierlich zu. Allein im Vorjahr registrierte MyHammer ein Wachstum von acht Prozent. "Die Handwerker kommen zu uns, da sie schnell und einfach Auftragslücken füllen und einen Kundenstamm aufbauen können", sagt Claudia Frese, Geschäftsführerin von MyHammer.

Diese Handwerker sind derzeit online gefragt

Überdurchschnittlich hoch sei im ersten Quartal 2019 die Nachfrage nach Handwerkerleistungen der Bau- und Ausbaugewerke gewesen. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2018 wurden 32 Prozent mehr Aufträge im Bereich "Bauarbeiten/Erdarbeiten" ausgeschrieben. Der Bedarf an "Estricharbeiten" stieg um 31 Prozent, im Bereich "Heizung/Klima" verzeichnete das Portal 25 Prozent mehr Nachfragen. Insgesamt sei die Zahl der Ausschreibungen im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent gestiegen.

Für die kommenden Monate erwartet Frese, dass wieder vermehrt Maler- und Lackierer sowie Handwerker für Bau-, Erd-, und Pflasterarbeiten nachgefragt werden. Diese hätten in den Monaten April, Mai und Juni erfahrungsgemäß Hochkonjunktur.

So funktionieren MyHammer & Co.

Handwerker zahlen bei MyHammer eine monatliche Gebühr, um sich zu registrieren und sich als Aufragnehmer präsentieren zu können. Kunden können Anfragen stellen, Handwerker bewerben sich daraufhin um den Auftrag. Kritiker der Plattform bemängeln unter anderem, dass durch dieses Modell die Preise für Handwerkerleistungen gedrückt werden, da Aufträge häufig an den billigsten Anbieter vergeben würden. Zum Start der Plattform förderte MyHammer den Preiskampf noch explizit durch sogenannte Rückwärtsauktionen, bei denen am Ende der billigste Bieter den Zuschlag bekam. Inzwischen können Auftraggeber selbst entscheiden, welches Angebot sie annehmen möchten.

Andere Vermittlungsportale wie Thermondo oder Homebell funktionieren ähnlich. Meist wird ein monatlicher oder jährlicher Beitrag fällig, um Anfragen oder Aufträge zu erhalten. Teils ist die Nutzung der Plattform auch kostenlos und Handwerksbetriebe zahlen für tatsächlich vermittelte Aufträge eine Provision. fre

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