Photovoltaik-Anlagen zu installieren, ist zunächst teuer und erst im Laufe der Zeit rechnet sich die Investition. Wer sich vor zusätzlichen Kosten durch Schäden oder Diebstahl schützen möchte, sollte seine Anlage daher versichern.
Wer mit Photovoltaik-Anlagen seine eigene Energie erzeugen möchte, muss zunächst einen größeren Betrag investieren und hofft, dass er sich mit der Zeit rechnet. Hochwertige Photovoltaikanlagen können 20 Jahre und länger Strom liefern ? wenn die Solarmodule nicht geklaut oder beschädigt werden.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) rät daher dazu, die Anlagen zu versichern. "Versicherungslücken zum Beispiel bei Diebstahl von Modulen oder Schäden an Komponenten vor Inbetriebnahme lassen sich kostengünstig schließen", sagt Carsten Körnig, BSW-Hauptgeschäftsführer.
Versicherung der Photovoltaikanlage während der Bauzeit
In speziellen Photovoltaikversicherungen ist üblicherweise von Diebstahl bis zu Hagelschäden alles versichert, es sei denn, es ist explizit ausgeschlossen. Auch kleinere Bedienungsfehler decken die meisten Versicherungen ab. Fachbetriebe, die die Module installieren, können sich durch einen Extra-Service auszeichnen und Kunden während der Bauphase Versicherungsschutz anbieten. Die Installateur-Betriebe können mit Versicherungen einen Rahmenvertrag für mehrere Anlagen schließen – eine Einzelanalage kostet dann nur einen einstelligen Euro-Betrag in der Versicherung.
Welche Schäden sollte eine Photovoltaik-Versicherung abdecken?
Der BSW hat nun einen Ratgeber für Anlagenbetreiber erstellt. Hier sechs wichtige Tipps, worauf Sie bei der Versicherung Ihrer Photovoltaik-Anlage achten sollten:
- Vor Inbetriebnahme: Die Phase in der eine Photovoltaikanlage installiert wird, ist besonders schadensanfällig. Viele Installateure bieten den Kunden einen besonderen Service und sorgen ihrerseits für die Absicherung während dieser Zeit. Sie sollten mit dem Fachbetrieb den Versicherungsschutz aber vorab klären.
- Versicherung während Bauphase: Wenn während der Bauphase durch die Installation der Anlage Schäden entstehen, ist in der Regel der Bauherr verantwortlich. Wie bei anderen Bauvorhaben ist eine Bauherrenhaftpflicht sinnvoll. Viele Betriebshaftpflichtversicherungen schließen die Bauphase kostenfrei ein, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wurden.
- Diebstahl und Umweltschäden: Spezielle Photovoltaik-Versicherungen oder die klassische Wohngebäudeversicherungen decken Schäden durch Diebstahl und Umwelteinflüsse wie Hagel oder Sturm ab. Viele Versicherer erheben bei kleinen Anlagen im Wohnhausbaubereich lediglich einen Prämienaufschlag, wenn der Betreiber zugleich Hauseigentümer ist.
Seite 2: Wie Sie sich gegen Ertragsausfälle Ihrer Photovoltaikanlage absichern sollten
Gegen Ertragsausfälle versichern
- Falls Sie die Photovoltaik-Anlage in einen bestehenden Versicherungsvertrag mit aufnehmen möchten, sollten Sie dafür eine schriftliche Bestätigung vom Versicherungsunternehmen fordern und diese gut aufbewahren.
- Anlagenteile im Keller: Wer seinen Betrieb in einem Gebiet hat, in dem es ab und an Überschwemmungen gibt, sollte darauf achten, dass er eine Versicherung abschließt, mit der auch überflutete Keller abgedeckt sind. Denn Wechselrichter oder Batteriesysteme von Photovoltaik-Anlagen werden häufig im Keller installiert.
- Ertragsausfälle: Überprüfen Sie, wie ein Ertragsausfall versichert ist. In der Regel sind Ertragsausfälle durch Schäden an der Anlage über die Anlageversicherung abgedeckt. Unterschiede gibt es aber bei Start und Dauer der Ausfallzahlungen. Da die Reparatur bei größeren Schäden einige Zeit beanspruchen kann, sollte der Zeitraum der Ersatzzahlung nicht zu knapp ausfallen (mindestens sechs Monate). Mindererträge durch überdurchschnittliche Systemverluste und Toleranzen der Komponenten sowie Planungsfehler, technische Defekte und Reparaturen sind zumeist nicht durch die Allgefahrenversicherung abgedeckt, weil sie nicht durch äußere Einwirkung auf die fertige Anlage entstehen. Wer sich dagegen absichern will, braucht eine Ertragsgarantieversicherung. dhz/BSW
