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Bundesregierung baut Fahrradautobahnen aus Firmenfahrrad: So lohnt sich das Pendeln mit dem Rad

Ob Dienstwagen oder Dienstfahrrad – die steuerlichen Konditionen sind die gleichen: Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern Räder als Firmenfahrzeug zur Verfügung stellen. Berufspendlern, die das Rad statt das Auto nutzen, möchte nun auch die Bundesregierung unterstützen und steckt mehr Geld in den Ausbau der Radschnellwege.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Auf dem Weg zur Arbeitsstelle oder zum Kunden oder kann das Autofahren in der Stadt zum Nervenkrieg werden, wenn sich mal wieder alles staut. Fahrradfahren hält fit und schont die Umwelt. Wer keine allzu langen Strecken zurücklegen oder große Mengen an Material transportieren muss, kann auch die dienstlichen Wege mit dem Rad zurücklegen. Arbeitgeber können das unterstützen, indem sie ihren Mitarbeitern  Fahrräder als Dienstfahrzeuge zur Verfügung stellen.

Zusätzlich möchte die Bundesregierung die Motivation vor allem derjenigen erhöhen, die regelmäßig aufs Rad steigen und für die täglichen Wege auf eine gute Infrastruktur angewiesen sind. Denn um nicht wie mit dem Auto im Stau stecken zu bleiben oder ständig an roten Ampeln anhalten zu müssen, soll mehr Geld in den Ausbau der Radschnellwege fließen – der sogenannten Fahrradautobahnen ohne Ampel und Kreuzungsverkehr.

So kündigt das Bundesverkehrsministerium an, dass im Jubiläumsjahr des Fahrrads – denn dieses wird in diesem Jahr 200 Jahre alt – insgesamt rund 130 Millionen Euro für den Radverkehr zur Verfügung stehen sollen. Davon sollen erstmals 25 Millionen Euro für Radschnellwege ausgegeben werden. Das soll ganz stark auch den Berufspendlern entgegenkommen. Doch wer beim täglichen Arbeitsweg auf das Fahrrad setzt, kann auch steuerlich profitieren bzw. genauso Fahrten abrechnen wie ein Autofahrer.

Pendlerpauschale fürs Fahrrad 

Die Regelungen gelten bereits seit dem Jahr 2012 und stellen Diensträder steuerlich den Dienstwagen in etwa gleich. Vorher mussten die Dienstfahrräder bzw. der geldwerte Vorteil, den der Arbeitgeber damit gewährt, mit dem vollen Einkommenssteuersatz versteuert werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) sieht gegenüber den Firmenwagen sogar noch weitere Vorteile, denn der Weg zur Arbeit muss nicht mit 0,03 Prozent je Entfernungskilometer zusätzlich versteuert werden. 

Ein Rechenbeispiel: Kostet das Fahrrad 1.099 Euro, zahlt der Fahrer auf 1.000 Euro monatlich ein Prozent Einkommensteuer und in der Regel auch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung. Der Listenpreis des Fahrrads wird auf volle 100 Euro abgerundet. Berechnungsgrundlage sind also zehn Euro. Bei einem individuellen Steuersatz von 25 Prozent würden etwa 4,50 Euro Lohnsteuer und Sozialabgaben anfallen.

Ein weiterer Pluspunkt des Fahrrades: Zusätzlich kann die Pauschale für den Arbeitsweg von 0,30 Euro je Entfernungskilometer auch mit dem Dienstrad geltend gemacht werden.

Weil für gewöhnlich von den Arbeitgebern Leasing-Modelle für die Beschaffung der Firmenräder genutzt würden, können Mitarbeiter das Rad in der Regel nach Ablauf von drei Jahren gegen einen geringen Restpreis von 10 bis 20 Prozent des Neupreises behalten.

Auch die Fahrradanbieter werben für Firmenräder. Die Vorteile für Unternehmen und Beschäftigte lägen auf der Hand: Räder für den Gebrauch im Unternehmen brauchen weniger Stellfläche als ein Fuhrpark Limousinen so der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Und bei der Überlassung von Rädern an Mitarbeiter zeigt sich schnell: Die Mitarbeiter sind fitter, der Krankenstand gehe nachweislich zurück. 

Firmenfahrrad: Gut für Gesundheit und Umwelt  

Außerdem ist das Rad wirtschaftlich sinnvoll. Außer einem Fahrradschlauch für zwölf Euro braucht es ja kaum etwas – keine Wartung, kein Benzin. Dazu komme der Umweltaspekt, der sich von den Firmen laut ZIV gewinnbringend für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen lasse.

Vom gängigen Instrument als Lohnanreiz ist das Dienstrad allerdings noch weit entfernt. Wer im neuen Job oder im Rahmen des Jahresgesprächs Verhandlungsspielraum hat, sollte sich davon aber nicht entmutigen lassen. Ein Rad kann eventuell eine gute Alternative für alle sein, die sich privat ein teures Rad kaufen würden und bei der Gehaltsverhandlung keinen Dienstwagen durchgesetzt bekämen.

Da ein Fahrrad verhältnismäßig günstig und daher auch für normale Angestellte eine Möglichkeit ist, können Arbeitgeber, die diese Möglichkeit mit den Aufgaben der Firma vereinbaren können, damit gute Anreize zur Mitarbeitermotivation und zur -bindung schaffen.

Aufpassen müssen fahrradfahrende Arbeitnehmer allerding bei der Privatnutzung des Firmenfahrrads: Werden Firmenfahrräder auch privat genutzt, gelten hierbei die gleichen Steuerregeln wie bei Dienstautos. Ein bestimmter geldwerter Vorteil muss vom Arbeitnehmer versteuert werden – zu einem Prozent vom Listenpreis des Fahrzeugs. Dieses eine Prozent des individuellen Satz der Einkommensteuer ist pauschal für jeden Monat der Nutzung anzurechnen. Das gilt sowohl für normale Fahrräder als auch für solche mit Hilfsmotor – E-Bikes oder Pedelecs.

Als Alternative kann der Radfahrer als ein Fahrtenbuch führen und jede einzelne Fahrt getrennt nach dienstlichen und privaten Anlässen festhalten. Er muss dann den errechneten Anteil der privaten Nutzung versteuern. dhz/dpa

Warum Dienstfahrräder als Lohnerhöhungen gewertet werden können und wie diese berechnet werden, erfahren Sie hier.>>>

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