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Fit in den Frühling Das Fahrrad startklar machen

Zur Arbeit radeln oder eine ausgiebige Tour mit dem Fahrrad ins Grüne machen – wenn der Frühling kommt, beginnt das Fahrvergnügen mit dem Drahtesel. Doch vor der ersten Ausfahrt sollte der Besitzer sein Rad gründlich durchchecken. Was alles dazu gehört.

Fahrrad fahren im Winter – das ist nichts für jedermann. Deshalb haben die meisten Fahrräder die kalten Monate im Schuppen oder Keller zugebracht. Da der Saisonstart naht, ist ein Frühjahrscheck angesagt. Der pressedienst-fahrrad gibt Tipps zu Pflege und Reparatur und verspricht: Vieles kann der Radfahrer selbst machen – und es macht auch noch Spaß.

Putzen, schrauben, schmieren

Wer sein Fahrrad aus dem Winterschlaf holt, sollte sich dafür Zeit nehmen. Im besten Fall dauert der Frühlingscheck nicht länger als eine halbe Stunde. Etwas mehr Zeit einzuplanen, schadet allerdings nicht. Möglicherweise stehen unvorhergesehene Reparaturen an. Werden Ersatzteile benötigt, ist es von Vorteil den Check durchzuführen, wenn die Läden geöffnet sind.

Folgendes gehört bei einem Check-Up dazu:

Wie putze ich mein Fahrrad richtig?

An einem sauberen Rad erkennt man am besten, ob etwas kaputt ist. Dem gröbsten Dreck trocken mit Handfeger oder Bürste zu Leibe rücken – an schwer zugänglichen Stellen helfen eine alte Zahnbürste, Borstenpinsel oder Zahnstocher. Danach geht es weiter mit etwas lauwarmem Wasser und einem Schwamm oder einem strapazierfähigen Lappen. Von Hochdruckreinigern sollte der passionierte Radfahrer die Finger lassen, da diese Schmutz und Feuchtigkeit in die Lager pressen und somit beschädigen können.

Wie schmiere ich Kette und Co. richtig?

Alle beweglichen Teile, wie etwa die Schaltung, vertragen ab und zu etwas Ölschmierung, entweder klassisch in flüssiger Form oder als Sprühöl. Hat der Besitzer sein Rad im Winter bei Wind und Wetter benutzt, steht vorher allerdings eine gründliche Reinigung der Kette auf dem Programm. Dazu kann er die Kette – bei Kettenschaltungen problemlos rückwärts – durch einen trockenen Lappen oder ein altes Küchenhandtuch laufen lassen. Für die Ölschmierung: Das Mittel etwas einwirken lassen und anschließend mit einem Lappen abreiben, da überschüssiges Schmiermittel neuen Schmutz anzieht. Frisch gepflegt sollten alle Gänge einwandfrei und exakt schalten. Ist das nicht der Fall, empfiehlt es sich gerade bei Kettenschaltungen, nur dann selbst Hand anzulegen, wenn man sich damit auskennt.

Das Fahrrad fit machen

Welche Schraubverbindungen muss ich prüfen?

An allen tragenden Bauteilen wie etwa an Vorbau, Lenker, Kurbeln und Kettenblättern sollte der Radfahrer die Schrauben auf ihren festen Sitz hin überprüfen. Ein kurzes Anheben und Fallenlassen des Rades verrät geräuschvoll lockere Verbindungen am Velo.

Wie pumpe ich den Fahrradreifen richtig auf?

Stand das Fahrrad den Winter über im Keller, haben die Reifen meist Luft verloren. Das ist normal und schnell behoben. Auf der Reifenflanke sind der zulässige minimale und maximale Luftdruck angegeben. Zum Aufpumpen empfiehlt sich eine robuste Standpumpe mit Manometer, die auch für hohen Reifendruck geeignet ist. Ist das Reifenmaterial schon zu alt, hilft es auch nicht mehr zu pumpen: Abgefahrene oder spröde, rissige Reifen sind ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko.

Wie muss ich Bremsen und Felgen prüfen? 

Vor der ersten Ausfahrt gilt es auch die Bremsanlage zu überprüfen. Lassen sich die Bremsen leichtgängig betätigen und greifen dabei schnell und kräftig zu? Sind die Bremszüge ausgefranst oder laufen nur schwer in den Hüllen? Wenn ein Tropfen Öl nicht hilft, heißt es neue Züge legen. Hydraulische Bremsen, die sich bis zum Anschlag durchziehen lassen, gehören entlüftet. Sind die Bremsbeläge verschlissen, muss der Radbesitzer sie dringend austauschen. Auf Scheibenbremsen lässt man im Zweifel den Fachmann einen Blick werfen, bei Felgenbremsen zeigen Kerben in den Bremsklötzen auch dem Laien an, ob sie noch funktionstüchtig sind. Gerade hier empfiehlt sich zudem, die Felgen zu überprüfen. Bei den meisten Felgen zeigt eine Rille auf der Flanke den Verschleiß an. Auch zu überprüfen ob die Speichen noch fest sind und unter Spannung stehen, ist wichtig. Beim Bremsencheck lässt sich feststellen, ob der Steuersatz ausgeschlagen ist. Dafür zieht man die Vorderbremse und bewegt das Rad bei eingeschlagenem Lenker vor und zurück. Am Lenker darf es dabei nicht ruckeln. Den Tausch des Steuersatzes übernimmt allerdings besser der Fachmann – ebenso wie Reparaturen der Antriebskomponenten bei E-Bikes.

Wann muss ich den Fahrradhelm austauschen?

Doch um sicher und komfortabel ans Ziel zu kommen, sollte der Fahrer nicht nur das Rad, sondern auch die restliche Ausrüstung überprüfen. Dazu gehört der Fahrradhelm, der nur so lange nützt, wie er gut schützt. Das Helmmaterial ermüdet im Laufe der Zeit. „Daher empfehlen wir, den Fahrradhelm, je nach Gebrauch und Beanspruchung, etwa alle fünf Jahre auszutauschen“, erklärt Torsten Mendel von Abus.

Da die Hersteller ihre Helme kontinuierlich weiterentwickeln, gewährleistet ein neuer Kopfschutz aber nicht nur sichere Fahrt, sondern bedeutet oft auch ein Plus an Komfort. Übrigens: Nach einem Sturz, bei dem der Helm in Mitleidenschaft gezogen wurde, muss ein dieser generell gegen einen neuen ausgetauscht werden.

Weniger für Sicherheit, sondern für Komfort sorgt ein Gepäckträger. Nicht weniger funktional sorgt die richtige Bekleidung für mehr Fahrfreude, solange angenehme Frühlingstemperaturen noch auf sich warten lassen.

Wie bringe ich mich selbst in Form?

Auch wenn das Wetter im Frühjahr nicht zum Radfahren einlädt: Ein ausgiebiger Spaziergang oder ein Besuch im Schwimmbad stärkt Kreislauf und Muskulatur. So beugt der Radfahrer Überlastungserscheinungen vor und ist, wenn die Saison endlich startet, mindestens genauso fit wie das durchgecheckte Rad. dhz

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