How-to-Videos als Marketinginstrument Video-Tutorials: Beratung auf einen Klick

Komplexe Sachverhalte einfach darstellen. Immer mehr Unternehmen nutzen sogenannte How-to-Videos als Marketinginstrument im Internet. Ein cleverer Schachzug. Denn zum einen erhalten die User durch die Video-Tutorials einen echten Nutzwert, zum anderen präsentieren sich die Unternehmen als kompetente Ansprechpartner für Spezial-Themen.

Sandra Rauch

Erklärvideos sind gute Marketinginstrumente, um die eigenen Kompetenzen zu zeigen und Kunden zu binden. - © Foto: Haider Yousuf/Fotolia

Ärger mit Spliss oder Lust auf eine neue Frisur? Expertentipps zum Thema Haare gibt Friseur Mike Hecker in Form von How-to-Videos gerne auf seinem YouTube-Kanal: Vierteljährlich stellt der Friseur aus Regensburg in kurzen Videoclips neue Frisuren vor und zeigt, wie sich Haarprobleme professionell beseitigen lassen. Bereits 17 Video-Tutorials hat Hecker hochgeladen, insgesamt wurden die kurzen Streifen schon mehr als 350.000-mal angeklickt.

Friseur Mike Hecker vermarktet seine Trendclips auch auf seiner eigenen Internetseite. - © Screenshot: www.friseur-hecker.de
Screenshot Hecker

Die Filmsequenzen sind für den 36-jährigen Unternehmer ein wirksames Marketing-Instrument: Kunden lassen sich von neuen Trends inspirieren und Interessenten bekommen einen ersten Eindruck. "Die Videos sind für uns sehr wichtig", sagt Mike Hecker. "Die Leute schauen sich im Internet an, ob ihnen der Friseur sympathisch ist. Oder sie finden eine Frisur toll und wollen dann genau die haben."

Video-Tutorials für ein kompetentes Image

Videos sind ein Trend im Internet: Nach Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft schaut sich jeder Deutsche pro Tag acht Videos im Netz an. Immer mehr Unternehmen nutzen bewegte Bilder daher als Marketing-Instrument. Neben Imagefilmen, die den Betrieb und seine Leistungen allgemein vorstellen, präsentieren sich viele Unternehmen auch mit so genannten Erklär­videos: Diese kurzen Clips behandeln ein spezielles Thema und geben damit Antwort auf typische Kundenfragen.

Handwerker treten so als kompetente Ansprechpartner für Kundenwünsche auf und machen ihre Beratung – zumindest ausschnittsweise – jederzeit abrufbar: Ein Service, der Interessenten aufmerksam werden lässt und Kunden bindet.

Seite 2: Auf was Sie beim Erstellen eines How-to-Videos achten sollten.>>>

"Wer sich auf YouTube und der eigenen Homepage mit Erklär-Videos präsentiert, hat gute Chancen, um bei einer speziellen Suchanfrage gefunden zu werden", sagt Ralf Früchtl, Inhaber der auf Web-Videomarketing spezialisierten Agentur Pregondo in Gelnhausen. Obwohl es andere Videoplattformen gebe, sei YouTube aktuell die interessanteste für eine weite Verbreitung, so Früchtl.

Auch bei How-to-Videos auf Bildqualität achten

"Die enge Anbindung an die Suchmaschine Google verbessert die Suchergebnisse." Ob Handwerksunternehmer ihre Video-Tutorials selbst drehen oder einen Profi beauftragen sollten, sei dabei hauptsächlich eine Frage von Geld, Zeit und Qualitätsanspruch. "Wer sich selbst ans Werk macht, sollte viel Zeit mitbringen und gewisse Standards einhalten", so Ralf Früchtl. "Verwackelte Aufnahmen oder ungenügender Ton verschlechtern den Gesamteindruck."

Möglich sind aber auch Kooperationen mit dem lokalen Fernsehen: Die Trendclips von Friseur Mike Hecker werden zum Beispiel vom Regensburger Lokalfernsehen produziert. "Die drehen das für ihr Programm und wir können die Clips anschließend verwenden", sagt Hecker. "Dafür übernehme ich Styling und Frisuren bei Live-Produktionen des Senders."

Erklärvideos selbst produzieren

Neben der nötigen Ausrüstung (Videokamera mit Zubehör und Schnittprogrammen) sind vor allem Zeit und Spaß am Filmen wichtig. Was Sie außerdem beachten sollten:

Technik: Wackelfreie Aufnahmen gelingen nur mit Stativ. Für optimale Tonqualität sollten Sie ein externes Mikrofon verwenden und Raumhall sowie Umgebungsgeräusche vermeiden. Leuchten Sie zudem den Drehort gut aus.

Szenen: Stellen Sie pro Clip ein spezielles Thema in wenigen Szenen aussagestark dar. Notieren Sie sich vor dem Dreh einige Stichpunkte, sprechen Sie aber vor der Kamera möglichst frei. Versuchen Sie laiengerecht zu erklären: Verzichten Sie auf Fachbegriffe und überflüssige Details. Blenden Sie im Abspann unbedingt ihren Firmenkontakt ein.

Länge: Zwei bis drei Minuten sind das Maximum. Steigen Sie direkt ein und beschränken Sie sich auf das Wichtigste – das Video soll die individuelle Beratung nicht ersetzen. Falls die drei Minuten wirklich nicht ausreichen: Teilen Sie das Thema in mehrere Videos auf.

Veröffentlichung: Nutzen Sie YouTube und die Startseite Ihrer Homepage. Ein inhaltsstarker Filmtitel erhöht die Auffindbarkeit durch Suchmaschinen: Verwenden Sie etwa Begriffe, mit denen Laien dieses Thema suchen, zum Beispiel: "Dachstuhl dämmen".

Beispiel für ein How-to-Video