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Private Kontaktbeschränkungen ZDH appelliert: Kontakte reduzieren, um Wirtschaft zu schützen

Weitere Verschärfungen der Anti-Corona-Regeln gibt es nicht - noch nicht. Stattdessen den Appell, noch weniger andere Menschen zu treffen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks appelliert daran Verzicht zu üben, um die Arbeitsfähigkeit der Betriebe zu sichern.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, für die nächsten Tage erst einmal keine weiteren Verbote und verbindlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu erlassen. Auch die Schulen sollen weiter geöffnet bleiben. Nach einer Video-Konferenz riefen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten die Bürger am Montagabend allerdings dringend dazu auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Am 25. November soll es zudem weitere Beratungen und - wenn die Zahl der Infizierten und schwer Erkrankten bis dahin nicht stark gesunken ist - womöglich auch weitere rechtlich bindende Einschränkungen geben.

Da die Infektionszahlen immer noch hoch seien, sollte jeder gänzlich auf private Feiern verzichten und Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten auf einen festen weiteren Hausstand beschränken, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern. "Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut", sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin erklärte, ihr Ziel sei es bei den Beratungen in der kommenden Woche, mehr "Berechenbarkeit" zu erreichen für die Bürger - auch über das Jahresende hinaus.

Merkel betonte, das "exponentielle Wachstum" der Pandemie sei zwar durch die Ende Oktober beschlossenen Maßnahmen erst einmal gestoppt worden - es sei aber deutlich zu erkennen, dass "eine Trendumkehr noch nicht erreicht ist".

Privater Verzicht, damit die Wirtschaft weiter funktioniert

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bekräftigte, dass die Reduzierung privater Kontakte notwendig sei, um die Wirtschaft zu schützen. Sehr viele der Betriebe seien bereits durch den Teil-Lockdown massiv betroffen und könnten weitere einschneidende Beeinträchtigungen kaum verkraften. "Um die Zahl der Neuinfektionen zu verringern, aber zugleich Kitas und Schulen sowie die wirtschaftliche Tätigkeit - gerade auch unserer Handwerksbetriebe - weitgehend aufrecht zu erhalten, erscheint es unumgänglich, bei den privaten Kontakten anzusetzen", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.

Es sei notwendig, dass sich jeder einzelne an die AHAL-Regeln halte und persönlichen Verzicht übe. Nur so lasse sich die Ausbreitung des Virus unterbinden. Damit könne die Voraussetzung geschaffen werden, dass die Handwerksbetriebe weiter arbeiten und Beschäftigung und Ausbildung sichern können. "Wir können uns gesellschaftlichen und privaten Leichtsinn im wahrsten Sinne des Wortes nicht leisten, weder gesundheitlich, noch ökonomisch oder sozial", so Wollseifer weiter.

Weitere Maßnahmen für Dezember noch unklar

"Ich habe wenig Hoffnung, dass Ende November alles wieder gut ist", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Man müsse die Maßnahmen deshalb "lieber verlängern statt vorzeitig abzubrechen". Seine Losung sei: "Im Zweifel müssen wir auf Sicherheit setzen."

Die Neuinfektions-Zahlen hätten zwar begonnen zu stagnieren, sagte Söder, aber: "Es reicht noch nicht." Ziel müsse sein, die Zahl Richtung so stark zu senken, dass Infektionsketten wieder nachverfolgt werden könnten.

Bund und Länder hatten Ende Oktober neue Kontaktbeschränkungen beschlossen, die vom 2. November bis zum Ende des Monats gelten sollen. Ebenfalls vereinbart wurde eine vorübergehende Schließung von Restaurants, Bars, Clubs und Kneipen. Lediglich der Verkauf von Speisen zum Mitnehmen blieb weiterhin gestattet. Hotels wurden angewiesen, nur noch Geschäftsreisende zu beherbergen.

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Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) nach Angaben vom Montag 10 824 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Das sind zwar rund 6100 Fälle weniger als am Sonntag, der Montagswert lag aber auch in den vergangenen Wochen unter dem vom Sonntag. Am Wochenende wird weniger getestet. Die 7-Tage-Inzidenz lag bei 143 Fällen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. jes/dpa


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