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Handlungshilfe für Arbeitgeber Arbeiten mit Maske: Empfehlungen zu Tragedauer und -pausen

Schadet das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen der Gesundheit? Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gibt Entwarnung – und spricht erneut Empfehlungen zu Tragedauer und Erholungspausen für Arbeitgeber und Mitarbeiter aus, die bei der Arbeit über längere Zeit Masken tragen. Anlass war ein Video, das zuvor viele Menschen verunsichert hatte.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Coronavirus

Augenoptiker, Bäcker, Metzger – diese und viele weitere Handwerker tragen bei der Arbeit oftmals über Stunden Masken. Kann das schädlich für die Gesundheit sein? "Den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen liegen aktuell keine Informationen vor, die belegen, dass das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus textilem Gewebe die Atmung in einem gesundheitsgefährdenden Maße beeinträchtigt oder eine sogenannte 'CO2-Vergiftung' auslösen könnte", heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). In den letzten Wochen hatte sie zu diesem Thema mehrere Anfragen von besorgten Arbeitgebern und Arbeitnehmern, aber auch Lehrern, Schülern und Eltern erhalten.

Verbreitung von Falschinformationen: DGUV wehrt sich gerichtlich

Im Gegenteil: Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sprechen sich für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) aus. Eine MNB könne dazu beitragen, das Risiko einer Tröpfcheninfektion mit dem Coronavirus zu verringern, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Grund für die Besorgnis in der Bevölkerung war laut DGUV ein im Internet verbreiteter Videoclip, bei dem es um die Nutzung von Masken ging. Darin hatte ein Rechtsanwalt der DGUV Aussagen in den Mund gelegt, die sie nicht getroffen hat.

Der Mann behauptete unter anderem, die DGUV habe bestätigt, dass keine Maske, unabhängig vom Atemwiderstand, in Deutschland länger als zwei Stunden getragen werden dürfe. Aufgenommen wurde das Video bei einem Auftritt am Rande einer Demonstration in Leipzig, die am 7. November 2020 stattfand. Es verbreitete sich über die Videoplattform Youtube sowie über soziale Netzwerke.

Gegen den im Video gezeigten Mann ist die DGUV gerichtlich vorgegangen. Sie konnte beim Landgericht Leipzig eine Einstweilige Verfügung erwirken (Az. 09 O 2588/20). Danach ist es dem Rechtsanwalt gerichtlich etwa untersagt, einige der im Video getätigten Aussagen im Zusammenhang mit der DGUV weiterhin zu behaupten oder zu verbreiten.

Empfehlungen, aber keine verbindlichen Vorgaben

In einer Orientierungshilfe vom Mai 2020 gibt die DGUV Unternehmern l ediglich Empfehlungen für das Tragen einer MNB bei der Arbeit, macht aber keine verbindlichen Vorschriften. Hygienepläne und betriebliche Regelungen, die das Tragen von MNB vorsehen, seien dadurch nicht hinfällig.

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeber hat nach § 5 ArbSchG die Pandemiesituation im Unternehmen zu beurteilen und erforderliche Schutzmaßnahmen zu treffen.

  • Bei mittelschwerer körperlicher Arbeit empfiehlt die DGUV eine Tragedauer von zwei Stunden und eine anschließende Erholungsdauer von 30 Minuten.
  • Bei leichter Arbeit ist es denkbar, die Tragedauer der MNB auf drei Stunden zu verlängern.
  • Die Erholungszeit ist nicht als Arbeitspause zu verstehen. Arbeiten, die ohne Maske durchgeführt werden können, sind weiterhin möglich.
  • Situationsbedingt ist es denkbar, die MNB für eine kurze Zeit abzunehmen. Vorraussetzung ist, dass ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen besteht. Auch diese Zeit kann zur Erholung genutzt werden.
  • Bei Durchfeuchtung ist die MNB zu wechseln, spätestens arbeitstäglich.
  • Es wird empfohlen, sich an den Betriebsarzt zu wenden, wenn es darum geht, die Tragedauer im Betrieb konkret festzulegen.

Weitere Informationen zum Schutz vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz geben auch die branchenspezifischen Hinweise der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. In diesem DHZ-Artikel finden Arbeitgeber eine Übersicht: Corona-Infektionsschutz: Übersicht der Hilfestellungen für Arbeitgeber.

Hier finden Handwerkschefs die Empfehlungshilfe der DGUV zum Tragen von MNB (im PDF-Format): "Empfehlung zur Tragezeitbegrenzung für Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) im Sinne desSARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel". ew

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