Corona Wollseifer: Niederschwellige Impfangebote und Ende kostenloser Tests

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Neuimpfungen immer weiter zurückgegangen. Nur etwa jeder vierte Ungeimpfte will sich nach einer Umfrage noch gegen Corona impfen lassen.

Positiver Coronatest
Mittlerweile gibt es für jeden Erwachsenen kurzfristige Impfangebote. Wer diese nicht wahrnimmt, für den sollen die Betriebe bald keine kostenlosen Corona-Tests mehr zur Verfügung stellen müssen, fordert ZDH-Präsident Wollseifer. - © stock.adobe.com - ManuPadilla

In einer repräsentativen Befragung des Instituts Insa für die "Bild am Sonntag" gaben 27 Prozent der Ungeimpften an, sich eine Impfung vorstellen zu können. Aber 54 Prozent erklärten, sich grundsätzlich nicht impfen lassen zu wollen. 19 Prozent zeigten sich unentschlossen. Als Hauptgrund nannten 67 Prozent der Impfverweigerer mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe.

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), sprach sich vor diesem Hintergrund für einen einfacheren Zugang zu Impfangeboten aus.

"Im Interesse der Betriebe und ihrer Beschäftigten müssen wir dafür sorgen, dass die Impfdynamik wieder zunimmt, und zwar nicht über eine gesetzliche Impfpflicht, wohl aber über noch einfacher zugängliche Impfmöglichkeiten", so Wollseifer. "Wir müssen es den Menschen leicht machen und am besten überall dort impfen, wo sie sind: vor den Stadien, auf der Domplatte in Köln oder am Alex in Berlin, in den sozialen Brennpunkten."

Der ZDH-Präsident sagte weiter: "Beim Impfen müssen wir wieder deutlich zulegen, denn es bleibt dabei: viel hilft viel. Je umfassender wir impfen, umso schneller können unsere Betriebe wieder zu einer normalen Geschäftstätigkeit zurückkehren, desto zügiger können Wirtschaft und Konjunktur an Fahrt aufnehmen."

Wollseifer und Vertreter verschiedener Parteien fordern Ende kostenloser Tests

Es sei sehr gut, wenn in Kürze alle ein Impfangebot hätten und möglichst viele, hoffentlich sehr viele, davon Gebrauch machten.

"Wenn aber das Angebot da ist und jede und jeder für sich entscheiden kann, ob es angenommen wird, warum sollen unsere Betriebe dann noch das Testen für diejenigen zahlen, die sich nicht impfen lassen wollen - ausgenommen natürlich diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können?", so Wollseifer und fordert abschließend:

"Wer das Impfangebot nicht annimmt, tut das dann aus freien Stücken und sollte oder muss damit rechnen, dass etwa die Tests künftig selbst zu bezahlen sind."

Zuletzt hatten auch die Ministerpräsidenten Kretschmann, Söder und Günter, sowie SPD-Kanzlerkandidat Scholz ein Ende der Kostenübernahme von Corona-Tests gefordert. Sie argumentieren, dass die Allgemeinheit keine Irrationalität subventionieren müsse. Kritiker halten entgegen, dass dieser Schritt die Freiwilligkeit einer Impfung vom Geldbeutel der Betroffenen abhängig mache. rk/dpa