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Klimaschutz Verbot von Ölheizungen: Das soll ab 2026 gelten

Ab dem Jahr 2026 dürfen in Deutschland keine reinen Ölheizungen mehr neu installiert werden. Damit Immobilienbesitzer möglichst schon vorher auf eine hybride oder alternative Heiztechnik umrüsten, hat die Regierung mehrere Förderprogramme aufgelegt. Ein Überblick über gängige Alternativen, staatliche Finanzspritzen und weitere häufige Fragen.

Bis 2050 soll Deutschland klimaneutral sein, verbleiben also nur noch rund 30 Jahre, um die Treibhausgasemissionen auf nahezu null zu senken. Da eine Ölheizung in der Regel zwischen 20 und 30 Jahre im Einsatz ist und jährlich mehrere Tonnen CO2 ausstößt, sah sich die Bundesregierung gezwungen, den Neueinbau von reinen Ölheizungen zu verbieten. Das Klimapaket sieht deshalb ein Verbot ab 2026 vor. 

Für wen gilt das Verbot von Ölheizungen? 

Bundesweit gibt es nach Angaben der Schornsteinfeger rund 5,4 Millionen Ölheizungen. Einige der Heizanlagen werden auch nach 2026 noch im Betrieb bleiben, denn das Verbot gilt lediglich für Neuinstallationen, nicht jedoch für bestehende Ölheizungen.

Doch auch, wenn ein ölbetriebener Heizkessel erst nach 2026 getauscht wird, muss er nicht zwingend durch eine andere Heiztechnologie ersetzt werden. So sollen von dem Verbot etwa Gebäude ausgenommen werden, in denen keine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Das ist dann der Fall, wenn es keinen Gas- oder Fernwärmenetzanschluss vor Ort gibt, oder eine anteilige Deckung des Wärme- und Kältebedarfs durch erneuerbare Energien technisch nicht möglich ist oder zu einer unbilligen Härte führen würde.

Im Neubau und Bestand sollen zudem weiterhin Hybridlösungen erlaubt sein. Etwa moderne Öl-Brennwertkessel, die zusätzlich Erneuerbare Energien wie Solarthermie für Trinkwarmwasser oder zur Heizungsunterstützung einbinden.

Wie hoch der Anteil Erneuerbarer Energien sein muss, damit ein solches Heizsystem als hybride Lösung anerkannt wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Klarheit wird erst der endgültige Gesetzestext zum Gebäudeenergiegesetz bringen, über den im Jahr 2020 entschieden wird.

Wie fördert der Staat den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme? 

Bafa-Förderung

Damit möglichst viele Hausbesitzer schon vor 2026 auf alternative Heiztechnologien umrüsten, beteiligt sich der Staat seit Anfang 2020 mit bis zu 45 Prozent an den Kosten für ein klimafreundlicheres Heizsystem. Die maximale Austauschprämie wird an Immobilienbesitzer ausbezahlt, die ihre Ölheizung auf erneuerbare Wärme umstellen – also etwa auf Biomasseanlagen oder Wärmepumpen. Alternativ können eine Biomasse-, Wärmepumpen- und/oder Solarkollektoranlage auch kombiniert und mit dem selben Satz gefördert werden. Wer nicht umrüstet, sondern neu baut, kann sich 35 Prozent der förderfähigen Kosten erstatten lassen. Der Zuschuss muss vor Beginn der Maßnahme beim Bundes­amt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle (Bafa) beantragt werden. Ein Fachunternehmen muss den Einbau vornehmern und bestätigen, dass die Sanierung den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Förderübersicht Heizung Bafa

Wer stattdessen von Öl auf einen Gas-Brennwertkessel wechselt, kann sich ebenfalls eine Finanzspritze vom Staat sichern. 20 Prozent der förderfähigen Kosten können in diesem Fall vom Staat erstattet werden. Die Gasheizung muss jedoch bereits bei der Installation "renewable ready" sein. Das heißt, es müssen Steuerungs- und Regeltechnik für den erneuerbaren Teil des Heizsystems sowie ein Speicher für die Wärme aus erneuerbaren Energien verbaut sein.

Mit 40 Prozent förderfähig ist der Umstieg von Öl auf eine Gas-Hybridheizung. Im Neubau sind 30 Prozent möglich. Gemeint ist ein Heizsystem, das sich sowohl aus Gas als auch erneuerbaren Energien speist. Bei Hybridlösungen werden zuerst die erneuerbaren Energien für die Heizung und zur Bereitung von Warmwasser genutzt. Erst in Zeiten mit sehr hohem Wärmebedarf im Winter, wenn diese Energie nicht ausreicht, wird Gas zugeschaltet.

Solarkollektoranlagen können in Neubauten mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert werden. Im Bestand wird die Errichtung oder Erweiterung von Solarthermieanlagen zur thermischen Nutzung mit demselben Satz gefördert, wenn sie überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz dienen.

Steuerliche Abschreibung

Alternativ zur Austauschprämie ist es fortan auch möglich, Sanierungsmaßnahmen von der Steuer abzusetzen. Dies ist für alle energieeffizienten Maßnahmen am Privathaus möglich. Heißt konkret: Wer seine Heizungsanlage ersetzt oder optimiert, Fenster erneuert oder Wände und Geschossdecken dämmt, kann 20 Prozent der Kosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen, insgesamt jedoch höchstens 40.000 Euro. Das Gebäude muss dazu allerdings älter als zehn Jahre sein. Damit das Finanz­amt die Kosten anerkennt, muss auch hier ein Fach­unternehmen die Sanierungs­arbeiten ausführen und bescheinigen. Eine begleitende Energieberatung ist für die steuerliche Förderung keine Voraus­setzung.

Förderung durch KfW

Anders bei der dritten Möglichkeit: einer Förderung durch die KfW-Bank. Diese muss vor Beginn der Maßnahmen beantragt werden, die Begleitung durch einen Experten ist zwingend. Seit 24. Januar 2020 zahlt die KfW in den Programmen im Bereich Energieeffizient Bauen und Sanieren Tilgungs- und Investitions­zuschüsse von bis zu 48.000 Euro. Die maximale Kreditsumme ist auf 120.000 Euro gestiegen. Für Öl- und Gas-Brenn­wert­heizungen gibt es jedoch kein KfW-Geld mehr.

Mit dem Förderwegweiser zum passenden Programm

Das Spektrum für die Inanspruchnahme staatlicher Förderungen ist groß. Einen ersten Überblick können sich Privatpersonen und Unternehmer mit dem Förderwegweiser Energieeffizienz verschaffen. Zudem empfiehlt sich in vielen Fällen eine unabhängige Energieberatung. Die Kosten für einen zugelassenen Energieberater werden seit 2020 ebenfalls bis zu 50 Prozent gefördert.

Welche Alternativen gibt es zur Ölheizung? 

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat in einem Factsheet die fünf gängigsten Optionen gelistet, die beim Austausch einer alten Ölheizung infrage kommen. Dies sind:

  • Ein modernerer Öl-Brennwert-Kessel (Installation voraussichtlich nur noch bis 2026 möglich, danach nur noch, wenn vor Ort keine klimafreundlichere Wärmeerzeugung umsetzbar ist)
  • Eine Ölheizung, die zusätzlich Erneuerbare Energien einbindet (Installation wohl auch nach 2026 noch möglich)
  • Ein moderner Gas-Brennwertkessel  
  • Eine strombasierte Wärmepumpe 
  • Ein Pelletkessel  
Wechseloptionen im Überblick  
Beispiel: Einfamilienhaus
 







Endenergie pro Jahr Emission in Tonnen CO2 CO2-Einsparung Investition Energiepreis Energiekosten pro Jahr
Alte Ölheizung 23.800 kWh 7,4 - - 0,068 Euro / kWh 1.623 Euro
Öl-Brennwertkessel 20.573 kWh 6,4 -14 Prozent 8.000 Euro 0,068 Euro / kWh 1.403 Euro
Öl-Brennwertkessel + Solar 18.153 kWh 5,7 -24 Prozent 13.000 Euro 0,068 Euro / kWh 1.238 Euro
Gas-Brennwertkessel 20.573 kWh 4,9 -37 Prozent 8.000 Euro 0,061 Euro / kWh 1.249 Euro
Pellet 25.615 kWh 0,8 -89 Prozent 21.000 Euro 0,05 Euro / kWh 1.281 Euro
Wärmepumpe 5.849 kWh 3,1 -58 Prozent 22.000 Euro 0,25 Euro / kWh 1.439 Euro






Quelle: dena

Eine weitere Option könnte der Umstieg auf einen modernen Gas-Brennwertkessel sein, bei dem zusätzlich Erneuerbare Energien eingebunden werden. Auch eine Brennstoffzelle kann eine Alternative zum bestehenden Heizsystem darstellen. Der Vorteil der Technik: Gas wird nicht verbrannt, sondern in Wasserstoff umgewandelt, aus dem dann wiederum Energie gewonnen wird. Nachteil: Die Kosten von meist mehr als 30.000 Euro. Die KfW-Bank unterstützt den Einbau einer Brennstoffzellenheizung mit einer Grundförderung von 5.700 Euro plus 450 Euro Zusatzförderung pro angefangenen 0,1 kW elektrische Leistung, maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten können übernommen werden.

Welche Lösung für welches Gebäude am sinnvollsten ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Etwa davon, wie gut das Gebäude gedämmt ist – oder ob die Gegebenheiten vor Ort den Einbau der gewünschten Heiztechnologie überhaupt zulassen.

Klimafreundliche Alternativen zur Ölheizung 

Von den fünf gängigsten Wechseloptionen wäre nach aktuellem Stand der Pelletkessel die klimafreundlichste Alternative zur Ölheizung, wie die dena für ein Einfamilienhaus berechnet hat. Im Vergleich zu einem alten Ölkessel würde dieser rund 89 Prozent CO2 sparen. "Wir können aber nicht alle damit beginnen, unsere ungedämmten Häuser mit Holz zu beheizen, weil wir so viel von dem Rohstoff gar nicht haben", warnt Jens Schuberth vom Umweltbundesamt (UBA). Im Sinne der Klimabilanz dürfe nicht mehr Holz verbrannt werden als auch wieder nachwächst.

Das UBA sieht stattdessen in der Erdwärmepumpe das klimafreundliche Heizsystem der Zukunft. Derzeit liegt die Heiztechnik in der Klimabilanz zwar noch hinter der Pelletheizung, sobald sich die Energieversorgung jedoch – wie von der Regierung vorgesehen – komplett aus erneuerbaren Ressourcen speist, hätte die Wärmepumpe klimatechnisch die Nase vorn.

Was macht wirtschaftlich Sinn? 

Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Umstieg auf Pellets oder Wärmepumpe mit einer hohen Investition verknüpft – und in einem unsanierten Haus kaum sinnvoll. "Eine Wärmepumpe ist nur dann effizient, wenn das energetische Gesamtkonzept des Gebäudes auf diese ausgerichtet ist", sagt Alexis Gula vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Ob sich der Einbau lohnt, sollten Hausbesitzer daher gründlich durchrechnen. Am besten gemeinsam mit einem neutralen Energieberater.

Klar ist schon jetzt, dass das Heizen mit Öl oder Gas in den kommenden Jahren immer teurer werden wird. Grund ist die im Klimapaket vereinbarte CO2-Steuer, die ab 2021 erstmals erhoben wird und danach schrittweise angehoben wird.

Wie sich diese auf den Geldbeutel einer drei- bis vierköpfigen Familie auswirken könnte, hat das Verbraucherportal Verivox errechnet. Heizt die Familie mit einem Ölkessel und verbraucht jährlich 20.000 Kilowattstunden für Raumwärme und Warmwasser, kommt demnach anfänglich eine Mehrbelastung von 63 Euro brutto auf sie zu. Bei gleichbleibenden Energiepreisen würde sich die Rechnung bis zum Jahr 2025 schrittweise von 1.341 Euro auf dann 1.564 Euro erhöhen, eine Mehrbelastung von 223 Euro pro Jahr im Vergleich zu heute. Auch beim Einsatz einer Gasheizung müssen Verbraucher bei denselben Annahmen mit einer Mehrbelastung im dreistelligen Bereich rechnen. Nach den Berechnungen von Verivox wird die Beispielfamilie im Jahr 2025 rund 1.382 Euro und damit 168 Euro mehr als heute für ein warmes Zuhause bezahlen müssen.

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