Energiepreise So teuer wird Heizen: Auch Holz betroffen

Die hohen Energiepreise lassen die Heizkosten in diesem Jahr so stark steigen wie seit Jahren nicht. Auch Holz wird deutlich teurer. Spüren könnten das viele erst mit der Abrechnung im kommenden Jahr. Ein Einblick in die Zahlen.

Ofen im Wohnzimmer
In vielen Wohnungen wird in diesem Jahr mit Holz geheizt. Aber die Holzpreise steigen ebenfalls an. - © Alex - stock.adobe.com

Schon im vergangenen Jahr haben Verbraucher fürs Heizen deutlich mehr hinlegen müssen - in diesem Jahr werden die Heizkosten noch stärker zulegen. "Besonders stark steigen die Kosten für Heizungen mit Gas, Öl und Strom, wie die Analyse zeigt", teilte die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online der Deutschen Presse-Agentur mit.

Gut 50 Prozent mehr fürs Heizen mit Holz

Demnach dürfte sich das Heizen einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit Erdgas und Heizöl jeweils um deutlich mehr als die Hälfte verteuern - plus 67 Prozent bei Erdgas und plus 53 Prozent bei Öl. Das wären beim Gas immerhin 550 Euro mehr im Jahr, bei Öl knapp 500 Euro.

Schon für 2021 hatte co2online bei diesen beiden Energieträgern Kostensteigerungen von 20 Prozent (Erdgas) beziehungsweise 51 Prozent (Heizöl) verzeichnet. Während die Kosten für Holzpellets damals aber noch vergleichsweise stabil blieben, ist auch dieser Energieträger laut Analyse im laufenden Jahr von deutlichen Preissteigerungen betroffen: Um 54 Prozent soll sich das Heizen mit Holz verteuern und damit im Schnitt um rund 310 Euro pro Wohnung.

"Solch ein starker Anstieg der Heizkosten wurde seit der ersten Veröffentlichung des Heizspiegels im Jahr 2005 noch nie verzeichnet", teilte co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz mit.

"Was im Durchschnitt schon sehr viel ist, kann im Einzelfall auch noch deutlich mehr sein", fügte Loitz hinzu. Bei vielen Haushalten kämen die höheren Kosten erst mit der Abrechnung im kommenden Jahr an. "Darauf sollten sich die Haushalte rechtzeitig einstellen und entsprechend handeln." Grundlage für die Analyse sind eigenen Angaben zufolge mehr als 190 000 Abrechnungen für das Jahr 2021 sowie aktuelle Preis- und Wetterdaten.

Nachfrage nach Holzöfen steigt

Dass viele Verbraucher auf Holz als alternative Heizquelle zurückgreifen, merken auch die Schornsteinfeger. Seit einiger Zeit schon sei Brennholz kaum verfügbar, die Liste der Vorbestellungen entsprechend lang, so der Verband des Schornsteinfegerhandwerks. Die Nachfrage nach der Reaktivierung alter Holzfeuerstätten sei dementsprechend groß. Möglichkeit hat, legt Vorräte an und sieht sich bereits nach Alternativen.

Der Verband weißt darauf hin, dass alte Feuerstätten nicht immer reaktiviert werden können und wenn, dann der Fachmann gerufen werden sollte. "Eine Aktivierung dieser 'Notfeuerstätten' ist […] nicht ohne weiteres möglich, da beim erneuten Anschluss bestimmte Emissionsgrenzwerte und baurechtliche Vorgaben eingehalten werden müssen", sagt Andreas Walburg, Sprecher der Schornsteinfeger. Es gebe jedoch Ausnahmen: "In Bayern und in Sachsen haben sich die Landesregierungen aufgrund der besonderen Situation für einen pragmatischen Umgang mit Holzfeuerungen entschieden. Befristet und in bestimmten Situationen können stillgelegte private Holzheizungen und -Öfen über Allgemeinverfügungen wieder genutzt werden", so Walburg weiter.

Haushalte sollten auch kleine Maßnahmen zum Sparen umsetzen

Doch viele Verbraucher müssten sich nicht nach Alternativen umsehen. Eine Änderung des eigenen Heizverhaltens und Modernisierungen in den bewohnten Räumen können laut Experten viel bewirken. Co2online sieht aktuell noch weitreichende Einsparpotenziale. "In einer Wohnung mit 70 Quadratmetern und Gaszentralheizung im Mehrfamilienhaus liegt das Sparpotenzial im Schnitt bei 640 Euro pro Jahr", teilte co2online mit. Noch verbrauchten 90 Prozent aller Haushalte zu viel Heizenergie. "Die meisten Menschen schätzen ihren Verbrauch und den Einfluss schon kleinster Maßnahmen auf die Kosten falsch ein", hieß es.

Zu kleinen und großen Energiesparmaßnahmen beraten unter anderem das Schornsteinfeger- und das SHK-Handwerk. Niedrigere Raumtemperaturen und eine intelligente Steuerung der Temperatur über den Tag hinweg können viel Energie sparen. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann die Temperatur herunterfahren, genauso ist es nachts nicht nötig jeden Raum so stark zu heizen wie tagsüber.

Aber auch neue Dichtungen an Fenstern und Türen, isolierte Leitungen sowie ein Hydraulischer Abgleich der Heizung, der im Heizungscheck ab Oktober vom Fachpersonal durchgeführt wird, können helfen Energie zu sparen. So können viele kleine Maßnahmen zu einer kleineren Heizkostenabrechnung beitragen. dpa/jes