Online-Handel So können Handwerker Amazon und Ebay als Umsatzquelle nutzen

Die Umsätze des Online-Handels wachsen stark. Ein wesentlicher Treiber sind elektronische Marktplätze wie Amazon und Ebay. Aber wie funktioniert es, welche Marktplätze sind für Handwerksbetriebe besonders interessant und wie gelingt der Start? Eine Übersicht, wie vergleichsweise einfach Waren online über Marktplätze vertrieben werden können.

Digitale Marktplätze wie Ebay und Amazon bekommen gerade in der Corona-Krise verstärkten Zulauf und bieten damit auch für Handwerker Umsatzpotenzial. - © Aleksei/stock.adobe.com

Der Einstieg in den Online-Handel ist über einen Marktplatz vom finanziellen und zeitlichen Aufwand deutlich geringer als über einen eigenen Online-Shop und die etablierten Marktplätze verfügen über eine große Kundenanzahl. Allerdings fallen beim Verkauf über Marktplätze Provisionen an und es gelten die Regeln des Marktplatzbetreibers.

Damit Produkte verkauft werden können, ist zunächst ein Verkäuferkonto zu erstellen. In dem Konto werden Informationen über den eigenen Betrieb hinterlegt und die zu verkaufenden Produkte eingestellt.

Gute Produktdaten sind dabei für den späteren Erfolg von zentraler Bedeutung. Hierzu gehören möglichst hochauflösende Bilder, ein Produkttitel mit den wichtigsten Schlagworten und eine detaillierte Produktbeschreibung.

Werden Produkte bestellt, können Verkäufer weitgehend selbstständig die Auftragsabwicklung übernehmen. Dagegen laufen die Zahlungsströme in der Regel über die Marktplatzbetreiber. Für Verkäufer hat dies den Vorteil, dass meist die Zahlung bei Warenlieferung abzüglich der Provision garantiert erfolgt.

Welche Spielregeln gilt es zu beachten?

Für die Marktplatzbetreiber steht die Zufriedenheit ihrer Kunden im Mittelpunkt. „Ihrer Kunden“ bedeutet, dass es nicht unmittelbar die Kunden der Verkäufer sind. So dürfen sie die Kundendaten ausschließlich zur Abwicklung des speziellen Auftrags nutzen und keinesfalls für eigene Werbemaßnahmen.

Um eine hohe Kundenzufriedenheit zu gewährleisten gibt es unter anderem Vorschriften zur Termintreue, der Mängelquote, der Antwortgeschwindigkeit auf Kundenanfragen und dem Umgang mit dem Widerruf von Kunden. Werden diese Vorschriften nicht eingehalten, kann es im Extremfall zur Sperrung des Verkäuferkontos kommen. Gleichzeitig wird dadurch beeinflusst, welche Verkäufer zum Zug kommen bzw. an welcher Stelle die angebotenen Produkte bei Suchanfragen angezeigt werden. Weitere Kriterien sind hierbei der Preis sowie die Lieferzeit der Produkte, bisherige Kundenbewertungen und die Relevanz der Produktdaten.

Welche Marktplätze sind für Handwerksbetriebe besonders geeignet?

Neben der genauen Sichtung der Vorschriften und Provisionen der Marktplatzbetreiber sind die Reichweite, Zielgruppe und relevante Wettbewerbssituation wichtige Kriterien zur Auswahl.

Der umsatzstärkste Marktplatz ist mit Abstand Amazon. Entsprechend groß ist das Umsatzpotential, aber es herrscht auch ein intensiver Wettbewerb in vielen Bereichen. Zudem fallen hohe Gebühren an und es gelten strenge Richtlinien.

Ebenfalls sehr beliebt ist Ebay. Vorteile sind vor allem die gute Bedienbarkeit, moderate Gebühren und die große Reichweite. Während Ebay Kleinanzeigen nicht für den langfristigen Verkauf von zu versendenden Produkten gedacht ist, startete Ebay kürzlich mit einem Programm namens "eBay deine Stadt". Dies ist für lokale Händler, welches aber auch für Handwerksbetriebe interessant sein könnte. Die Entwicklung bleibt hier abzuwarten.

Wie können Handwerksbetriebe den Vertrieb über Marktplätze testen?

Probieren geht über Studieren. Gemäß diesem Motto ist der Einstieg in drei Schritten möglich.

1) Zunächst ist ein Überblick über die möglichen Marktplätze wichtig, indem deren Website besucht wird. Einerseits aus der Kundenperspektive, ob die anzubietenden Produkte im Vergleich zu den anderen Angeboten interessant sind. Andererseits ist zu prüfen, ob die Bedingungen des Marktplatzbetreibers erfüllt werden können und sie einen lukrativen Vertrieb möglich machen.

2) Ist die Entscheidung für einen Marktplatz gefallen, ist ein Verkäuferkonto anzulegen und darin sind erste Produkte einzustellen. Damit der Start schnell gelingt, empfiehlt es sich mit wenigen Produkten zu starten. Nach einer Testphase können jederzeit weitere Produkte hinzugefügt werden und die vorhandenen Produkte optimiert werden.

3) Mit der Produktfreischaltung beginnt die Verkaufsphase. Hier ist es wichtig täglich zu beobachten, wann erste Anfragen und Bestellungen eingehen, um diese unmittelbar zu bearbeiten. Sind die ersten Bestellungen geschafft spielt sich die Abwicklung wahrscheinlich schnell ein. Zu beachten ist, dass normalerweise die Bestellungen langsam im Laufe der Zeit zunehmen. Der Grund hierfür ist, dass wenn der Marktplatzbetreiber den Anbieter als zuverlässigen Verkäufer bewertet, vermehrt seine Produkte angeboten werden. Wenn dies der Fall ist, können die nächsten Schritte zur Professionalisierung der Marktplatzaktivitäten angegangen werden.

Fazit

In Anbetracht des Wachstums der Online-Handelsbranche stehen die Chancen gut, online neue Kunden zu finden. Wenn dann noch die Spielregeln der Marktplatzbetreiber eingehalten werden, stehen die Chancen gut für zusätzliche Umsätze über Marktplätze.