„Einzigartiger Veranstaltungsort“ "Amazon Salon": Versandhändler eröffnet Friseursalon

Zwei Etagen, 140 Quadratmeter: Im Londoner Stadtteil Spitalfields wird Amazon in Kürze seinen ersten Friseursalon eröffnen. Was hat der Versandhändler vor?  

Via Augmented-Reality können Kunden bei "Amazon Salon" vorab testen, ob ihnen die neue Frisur oder Farbe gefällt. - © Amazon Salon

Von Max Frehner   

Bücher, Elektronik, Lebensmittel, Streaming – und jetzt auch Haarschnitte? Amazon wird schon bald gänzlich neues Terrain betreten und seinen ersten Friseursalon eröffnen. Der soll sich über zwei Stockwerke und 140 Quadratmeter erstrecken und sieben Tage die Woche geöffnet sein. Getauft hat der US-Konzern sein jüngstes Projekt schlicht „Amazon Salon“. Er wird im Londoner Stadtteil Spitalfields eröffnen, unweit der Hauptverwaltung von Amazon in Großbritannien. Zunächst soll er nur für die dort rund 5.000 Beschäftigten zugänglich sein, in wenigen Wochen dann auch für die Öffentlichkeit.

"Amazon Salon" soll Einzelprojekt bleiben

„Amazon Salon“ soll nach eigenen Angaben ein Einzelprojekt bleiben. Der Konzern wolle mit seinem Friseursalon vor allem eine Präsentationsmöglichkeit für seine Produkte und Angebote in den Bereichen Styling und Mode schaffen. "Wir haben diesen Salon gestaltet, damit die Kunden kommen und einige der besten Technologien, Haarpflegeprodukte und Stylisten der Branche erleben können", erklärte John Boumphrey, Großbritannien-Chef von Amazon.

Der "einzigartige Veranstaltungsort" solle das Unternehmen "einen Schritt näher zum Kunden bringen". Es gehe darum, mit der Friseurbranche zusammenzuarbeiten und neue Technologien, wie zum Beispiel Augmented-Reality-Haarberatungen auszuprobieren.

Vor Ort sollen Kunden die Möglichkeit haben, virtuell mit verschiedenen Haarfarben und Frisuren zu experimentieren. Zur Unterhaltung während dem Friseurbesuch sollen zudem Tablets beitragen, die allen Kunden zur Verfügung gestellt werden.

Erst vor kurzem hatte Amazon außerdem einen neuen Vertriebskanal "Amazon Professional Beauty" für Friseure und Stylisten gestartet. Das Sortiment will der Konzern im neuen Salon zusammen mit Amazons "Point-and-learn"-Technologie präsentieren. Dabei können Kunden mit dem Finger auf Ware im Regal zeigen und somit eine Produktpräsentation auf einem Bildschirm in der Nähe auslösen. Alle Artikel können direkt per QR-Code gescannt und bei Amazon bestellt werden.

Nicht Amazons erster Vorstoß in den stationären Handel

"Amazon Salon" ist nicht der erste Vorstoß des Unternehmens in den stationären Handel. Bereits 2016 eröffnete der Konzern in Seattle sein erstes „Amazon Go“-Ladengeschäft. Nach weiteren Filialen in den USA öffnete kürzlich der erste Shop auf europäischem Boden, ebenfalls in London. Dort allerdings unter dem Namen "Amazon Fresh". Kunden können in den Geschäften kontakt- und kassenlos bezahlen, Einkäufe werden beim Verlassen des Ladens automatisch erfasst und bezahlt.