KfW-Studie Private Haushalte sparen durch Neu- und Umbauten

Eine neue KfW-Studie zeigt: Energetische Sanierung senkt den Treibhaugasausstoß und spart obendrein Heizkosten. Die KfW setzt Anreize mit niedrigem Zinssatz.

Wärmebilder zeigen, wieviel Energie durch die Hauswände hindurch verloren geht. Immobilienbesitzer können durch energetische Sanierung Heizkosten sparen. Die KfW fördert das mit ihren Förderkrediten. - © Verband privater Bauherren

Durch energetische Sanierungen und energieeffiziente Neubauten ist allein im Jahr 2011 der Teibhausgas-Ausstoß um rund 540.000 Tonnen gesenkt worden. Das ist das Ergebnis einer Studie der KfW Bankengruppe, die die geförderten Modernisierungs- und Neubauvorhaben in den Programmen „Energieeffizient Sanieren“ und „Energieeffizient Bauen“ untersucht.

Die Energiewende werde nur gelingen, wenn in erheblichen Umfang Energie gespart wird, so die KfW. Das größte Potenzial sieht sie im Gebäudebestand. „Zwölf Millionen Wohngebäude wurden vor 1978 und damit vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. An mehr als neun Millionen dieser Altbauten besteht noch erheblicher Sanierungsbedarf beim Wärmeschutz“, sagte KfW-Chef Norbert Irsch. Mit einem niedrigen Effektivzinssatz von einem Prozent für die Förderkredite setze die KfW einerseits die nötigen Anreize und helfe andererseits die finanzielle Überforderung von Gebäudeeigentümern und Mietern zu vermeiden so Irsch. Damit liegt der Zinssatz deutlich unter der Inflationsrate.

Investitionen schaffen bis zu 250.000 Arbeitsplätze

Die Neu- und Umbauten haben aber bei weitem nicht nur den Treibhausgas-Ausstoß gesenkt. Sie hatten noch eine Reihe weiterer positiver Effekte. So wurden allein durch die Baumaßnahmen Investitionen von 18,4 Milliarden Euro getätigt. Dadurch können vor allem im mittelständischen Baugewerbe und Handwerk rund 250.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden.

Deutliche Einsparung von Heizkosten

Durch die geförderten Energieeinsparmaßnahmen können laut der KfW allein pro Jahr Heizkosten in Höhe von 161 Millionen eingespart werden. Über 30 Jahre sollen es sogar fast 4,2 Milliarden Euro sein. Denn die durchgeführten energetischen Sanierungsmaßnahmen gehen fast immer mit generellen Modernisierungsmaßnahmen einher.

Wärmedämmung und moderne Heizungstechnik im Trend

Zu den 2011 durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen gehörten bei Umbauten zum Beispiel die Heizungsmodernisierung durch den Einbau von Biomasse-Kesseln (zehn Prozent) oder der Einbau einer elektrischen Wärmepumpe (acht Prozent). Thermische Solaranlagen wurden zur Warmwasserbereitung in 21 Prozent eingebaut.

Die geförderten Neubauten werden dagegen zu 52 Prozent mit Wärmepumpen und zu zwölf Prozent mit Biomasse beheizt. Außerdem wurden in der Hälfte der Neubauten Solarthermie und Photovoltaikanlagen installiert.

Bei 80 Prozent der sanierten Gebäude kommen zur modernen Heizungstechnik auch Wärmeschutzmaßnahmen hinzu. Die eingehaltenen Qualitätsniveaus (zum Beispiel Dämmstoffdicken) liegen dabei deutlich über den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009). aml

Die komplette Studie ist unter http://www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Fachthemen/Research/PDF-Dokumente_Evaluationen/Monitoring_EBS_2011.pdf zu finden.

Alles zum Stand der EnEV 2012: http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/was-bringt-die-enev-2012/150/3095/175649/