Bildung stärken, Bürokratie abbauen Nachgefragt: Das wünschen sich Handwerker vor der Wahl

Stärkung der dualen Ausbildung, weniger bürokratische Hürden oder Rente mit 70: Vor der Bundestagswahl beschäftigen die Handwerker in Deutschland viele Themen und sie haben konkrete Forderungen und Verbesserungsvorschläge an die Politik. Die DHZ hat mit ein paar Handwerkern gesprochen und ihre Wünsche an die neue Bundesregierung zusammengetragen.

Rednerpult im Bundestag
Die neue Bundesregierung muss aus Sicht des Handwerks viele Themen anpacken. Unter anderem sollte sie dafür sorgen, dass junge Menschen schon früh an eine Lehre im Handwerk herangeführt werden. - © pixelkorn - stock.adobe.com
Anlagenmechanikerin und Model Sandra Hunke - © Sandra Hunke

Anlagenmechanikerin Sandra Hunke aus Schlangen

"Gerade jetzt nach fast zwei Jahren Pandemie, muss die zukünftige Regierung Verantwortung zeigen", sagt Sandra Hunke, Anlagenmechanikerin SHK und Model. "Uns ist nicht damit geholfen, ein paar super Reiche zu haben, die ihre Steuern oft nicht einmal in Deutschland abführen." Sie wünscht sich steuerliche Entlastungen für den Corona-geschwächten Mittelstand. "Der Steuersatz bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro muss drastisch gesenkt werden und es muss ein sofortiger Bürokratieabbau stattfinden."

Ebenso wünscht sie sich eine Anhebung der Mindestlöhne. "Ein Arbeitnehmer muss mit seinem Lohn eine Familie ernähren können und ein Haus in seinem Leben bauen können." Pandemie, Inflation und nicht zuletzt die Globalisierung hätten dies mittlerweile beinahe unmöglich gemacht. "Es darf nicht sein, dass jemand 40 Stunden die Woche arbeitet und trotzdem noch einen Mietzuschuss beim Amt stellen muss."

Fleißige Arbeitnehmer und Unternehmer hätten dieses Land aufgebaut. Die Politik müsse die Weichen stellen, dass diese Menschen nicht die Lust verlieren. Hunke wünscht sich dabei, dass auch Abgeordnete wieder mit gutem Beispiel vorangehen. "Nicht nur lächeln, sondern anpacken. Wissen, was ein Pfund Butter oder ein Liter Diesel kostet. Die Kosten für den Klimawandel auch auf die Weltkonzerne umlegen. Das Volk motivieren, zusammen an einem Strang ziehen und nicht nur mit immer neuen Gesetzen die Freiheiten einschränken." fre

Tischlermeisterin Ines Briesowsky-Graf aus Löbau

Wenn Tischlermeisterin Ines Briesowsky-Graf einen Wunsch an die künftige Bundesregierung frei hätte, würde sie ihn so zusammenfassen: Mehr Wertschätzung für das Handwerk. "Vor allem den jungen Leuten muss wieder klar werden, dass der akademische Weg in der beruflichen Laufbahn nicht erfolgversprechender ist als eine Karriere im Handwerk", sagt die Geschäftsführerin einer Fenster- und Türentischlerei mit 25 Mitarbeitern in Löbau.

Tischlermeisterin Ines Briesowsky-Graf
Tischlermeisterin Ines Briesowsky-Graf - © André Wirsig

Aber in der Schule würde das kaum noch vermittelt, vielen Lehrern fehle das Bewusstsein für den Stellenwert des Handwerks in der Gesellschaft. "Bei uns sind Mitarbeiter keine Personalnummern, sondern können ihre Persönlichkeit entwickeln." Schule sieht sie als Vorbereitung auf das Leben. Dazu würden praktische Erfahrungen genauso gehören wie die Erziehung zu Achtung und Respekt. Im eigenen Unternehmen sind solche Tugenden gelebte Praxis, die gerade bei den vielen jungen Mitarbeitern ankomme. Der Altersdurchschnitt in der Belegschaft liegt bei 30 Jahren.

Als Kreishandwerksmeisterin von Görlitz kennt Briesowsky-Graf aber auch die Sorgen vieler anderer Ge­­werke. Ob Bonpflicht oder Abgas­untersuchungen – die bürokratischen Auflagen seien oft erdrückend, be­sonders für kleine Betriebe. "Die Politik trifft mitunter weltfremde Entscheidungen, weil Politiker zu wenig mit den Praktikern reden", hofft Ines Briesowsky-Graf auf frischen Wind im Bundestag nach der Wahl. ste

Straßenbaumeister Robert Klauer aus Neugablonz

Straßenbaumeister Robert Klauer auf Neugablonz
Straßenbaumeister Robert Klauer auf Neugablonz - © privat

Robert Klauer wäre schon froh, wenn die Politiker ihre alten Versprechen wie Bürokratieabbau endlich einlösen würden. "Stattdessen kommen immer neue Anforderungen, die keinerlei Sinn ergeben", sagt der Kreishandwerksmeister für Ostallgäu und Kaufbeuren und nennt das Transparenzregister als Beispiel. "Hier werden uns Meldepflichten auferlegt für Daten, die im Handelsregister oder bei den Sozialkassen längst vorhanden sind", klagt der Straßenbaumeister, der einen Tiefbaubetrieb mit sechs Mitarbeitern in Neugablonz führt.

Klauers größte Sorge gilt aber der Stabilität im Stromnetz. "Wenn die Kernkraft 2023 vom Netz geht und gleichzeitig der Kohleausstieg vorgezogen wird, sehe ich die Versorgungssicherheit in Gefahr, da regenerative Energien in ab­sehbarer Zeit nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen werden." Das würde nicht nur die Stahlkocher, sondern auch viele energieintensive Handwerksbetriebe betreffen. Deshalb wünscht sich der Straßenbaumeister weniger Aktionismus in der künftigen Politik, sondern zu Ende gedachte Entscheidungen mit Weitsicht. ste

Installateurmeister Andreas Fuchß aus Stollberg

Installateurmeister Andreas Fuchß aus Stollberg
Installateurmeister Andreas Fuchß aus Stollberg - © privat

Für Installateurmeister Andreas Fuchß aus Stollberg hat die Corona-Krise zuletzt viele Themen über­lagert, die nach der Wahl endlich an­gegangen werden müssten. Dabei denkt er als Heizungsbauer in erster Linie an den ökologischen Umbau. "Das ist der richtige Weg, denn der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen." Daher müssten der Sanierungsstau abgebaut und alte Ölheizungen konsequenter ausgetauscht werden. Aber da sieht er die Bürokratie als Hemmnis. Die Anträge auf Fördermittel seien oft viel zu kompliziert. Er unterstützt deshalb seine Kunden dabei, was ihn als Soloselbstständigen wertvolle Zeit raubt.

Insgesamt wünscht sich Fuchß mehr Debatten im Bundestag über Themen wie Bürgerversicherung oder bedingungsloses Grundeinkommen. "Auch wenn ich selbst kein Befürworter bin, würden mich die Argumente der Parteipolitiker interessieren", betont der Installateurmeister, der sich klar für Tempo 130 auf den Autobahnen ausspricht. "Das dient dem Klimaschutz und erhöht die Sicherheit. Dass es geht, zeigen uns die reichen Länder im Norden Europas", sagt der Skandinavienfan. ste

Wirtschaftsingenieurin Christine Waldschmidt aus Kaiseroda

Wirtschaftsingenieurin Christine Waldschmidt aus Kaiseroda
Wirtschaftsingenieurin Christine Waldschmidt aus Kaiseroda - © em

Christine Waldschmidt wünscht sich in Zukunft eine Politik, die stärker auf die Eigenverantwortung der Bürger ausgerichtet wird. Wirtschafts- und Sozialpolitik müssten anders gewichtet werden, meint die Ge­schäftsführerin der Firma Feinwerktechnik Göring mit 15 Mitarbeitern in Kaiseroda. "Wir brauchen mehr Menschen, die Neues schaffen und auch etwas riskieren. Dafür sollte schon in der Schule mehr Unternehmenskultur gelehrt werden", sagt die diplomierte Wirtschaftsingenieurin. Ihrer Meinung nach benötige der Unterricht in höheren Klassen mehr Praxisbezug und Schulen bedürfen einer moderneren Ausstattung mit Technik.

Ein weiteres Ärgernis sieht Waldschmidt in der Bürokratie. Gerade steckt sie viele Stunden ihrer Arbeitszeit in den Antrag für einen Investitionszuschuss, für den sie schon 25 Dateianhänge ausgefüllt hat. "Dank meiner Erfahrungen in der Autoindustrie kann ich das selbst erledigen. Aber viele Handwerker benötigen die Unterstützung eines Steuerberaters. Wenn es da um kleinere Summen geht, bleibt vom Zuschuss nicht mehr viel übrig", sagt Waldschmidt.

Das dichte Netz an qualifizierten Handwerkern sieht die Unternehmerin als großen Standortvorteil für Deutschland. "Aber wenn wir unser Nachwuchsproblem nicht in den Griff bekommen und die Politiker der Bildung nicht mehr Aufmerksamkeit schenken, droht die Gefahr, die Zukunft zu verspielen", warnt Christine Waldschmidt. ste

Zimmerei & Holzbau Markus Käding aus Viersen

Sabine und Markus Käding bilden gerne aus und stellen regelmäßig neue Azubis in ihrem Holzbau- und Zimmererbetrieb in Viersen in Nordrhein-Westfalen ein. Dabei beobachten sie schon seit Jahren ein grundlegendes Problem. "Wir in Deutschland legen einfach zu wenig Wert auf die Entwicklung motorischer Fähigkeiten. Es fehlen Lehrer und die entsprechenden Fächer, um handwerkliche Talente in der Schule zu fördern", sagt der Zimmermeister. Die Politik müsse endlich daran arbeiten Kinder und Jugendliche besser auf eine Ausbildung im Handwerk vorzubereiten.  Nur, wenn in der Schule die Grundsteine für die handwerkliche Ausbildung gelegt werden, könne dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Zimmerei Käding
Sabine und Markus Käding aus Viersen beschäftigen aktuell einen Azubi und zwei Mitarbeiter in ihrer Zimmerei. - © privat

Speziell in ihrem Gewerk kritisieren sie zudem die Ausbildungsstruktur. Da Zimmerer dem Bauhauptgewerbe angehören, ist für die Azubis Blockunterricht und überbetriebliche Ausbildungsgänge angesagt. "Ein Lehrling ist im ersten Lehrjahr fast nur in der Berufsschule – eben nicht im Betrieb –, lernt die betrieblichen Abläufe nicht kennen und kann daher auch nicht als Arbeitskraft eingerechnet werden", bemängelt der Handwerker.

Wo sich die die Kädings ebenfalls konkret Verbesserungen wünschen, ist bei der Gewerbesteuer. Die Unterschiede bei den Steuersätzen zwischen den Gemeinden seien sehr groß. Hingegen erschließe sich meist nicht, was für ein Mehrwert es dafür gebe. Ein zweiter Steuerbereich, der angepackt werden müsse ist das Thema Abschreibungen. Es sei schön, dass jetzt die degressive Abschreibung wieder möglich ist, sagt Sabine Käding. Wünschenswert wäre aus ihrer Sicht darüber hinaus eine Anpassung der Afa-Tabelle an die tatsächliche Nutzungsdauer.

Was die bürokratischen Abläufe im Betrieb betrifft, so sehen die Kädings an vielen Stellen Möglichkeiten zu Entlastung. Trotz des Bürokratieentlastungsgesetzes III seien die formalen Hürden an vielen Stellen gestiegen. So zum Beispiel beim Mehraufwandswintergeld. Die Anträge bei der Bundesagentur für Arbeit würden seit ein paar Jahren viel mehr Zeit in Anspruch nehmen für eine vergleichsweise kleine Summe. "Wir müssen etwa 15 Dokumente für zwei Mitarbeiter ausfüllen. Es geht dabei aber nur um 60-70 Euro", erklärt Sabine Käding.

Bei dem stark diskutierten Thema Klimaschutz sehen sie ihre Branche als Vorreiter: "Ohne Holzbau erreichen wir die Klimaziele nicht." Im Betrieb verarbeiten die Zimmerer hauptsächlich Holz aus heimischen Wäldern, zum Beispiel Fichte und Douglasie. Verbesserungspotential sehen sie aber noch im gesamten Bausektor. So seien zum Beispiel nur sechs Prozent der aktuell verwendeten Dämmstoffe nachhaltig. Für die Handwerker ist es daher wichtig, dass die künftige Bundesregierung den Holzbau fördert, wie es zum Beispiel bei den Grünen geplant ist. jes

Dachdeckermeister Stefan Putzker aus Mainz

Stefan Putzker ist Dachdeckermeister und führt in vierter Generation das Handwerksunternehmen Hönig & Spiegel in Mainz. Zehn Mitarbeiter arbeiten in dem Betrieb, der vor allem in der näheren Region im Sanierungsbereich tätig ist. Putzker wünscht sich von der neuen Regierung vor allem eine Entbürokratisierung. Als Inhaber eines kleinen Unternehmens müsse er alle Bereiche im Auge behalten, das gehe von der Steuer über die Arbeitstechnik und -sicherheit bis hin zur Buchhaltung. "Wenn zusätzlich von allen Seiten Dokumentationspflichten und Auflagen kommen, wächst das einem schon mal über den Kopf", sagt der Handwerker. So habe er allein mehr als 56.000 Bilder in seiner Cloud gespeichert – und das fast ausschließlich für die Baustellendokumentation. "Ich glaube, dass vor allem kleinere Betriebe das auf Dauer nicht mehr schaffen und sie sich im Gegensatz zu größeren Unternehmen kaum Unterstützung in diesen Bereichen leisten können", sagt Putzker.

Auch würden seiner Meinung nach viele Regeln in unterschiedlichen Bereichen aufgestellt, die ausschließlich die Aufgabe hätten, Haftung abzuwehren und Leistungen zu kürzen. Als Beispiel nennt er das Thema Rente: "Dachdecker und ähnliche Berufe mit einer abzugsfreien Rente erst ab 70? Die 65 ist schon ein Irrsinn."

Putzker Stefan und Jonas H+S
Stefan Putzker, Inhaber des Dachdeckermeisterbetriebs Hönig & Spiegel, mit Sohn und Unternehmensnachfolger Jonas Putzker. - © privat

Das Thema Ausbildung liegt dem Handwerker ebenfalls am Herzen, und das obwohl es ihm nicht schwerfällt, Nachwuchs zu finden. Zum 1. September konnte er wieder einen Auszubildenden einstellen. Sein Wunsch ist es, dass das Bildungssystem von der Regierung neu durchdacht wird. "Es wäre mein Traum, dass erst studiert werden darf, wenn man vorher eine Ausbildung gemacht hat", sagt er. Das betreffe vor allem Berufe, die einen handwerklichen Bezug haben. Auf Baustellen habe er viel mit studierten Ingenieuren, Bauleitern und Architekten zu tun, denen es jedoch an praktische Erfahrungen fehle. Gleichzeitig bemängelt er, dass viele Meister nur wenig Berufserfahrung haben. "Ich fände es gut, wenn Gesellen wieder einige Jahre arbeiten müssten, bevor sie den Meister machen dürfen. Vielen fehlt einfach die Lebenserfahrung, aber die ist auch im Berufsleben wichtig."

In den letzten Monaten hatte Putzker wie viele andere Handwerker mit Materialknappheit und Lieferengpässen zu kämpfen. Die Situation habe sich zwar mittlerweile gebessert, er würde sich aber wünschen, dass die künftige Regierung auch in diesem Bereich etwas tut: "Ich stelle es mir zwar schwierig vor, in die Marktwirtschaft einzugreifen. Aber ein Handeln mit Augenmaß ist wichtig, was die Produktion von Materialien und verlässliche Lieferketten fürs eigene Land betrifft." ew

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Zimmermeister Volker Heinrich aus Weißensberg

Deutschland werde seiner Rolle als Sozialstaat immer weniger gerecht, meint Zimmermeister Volker Heinrich. "Wir steuern direkt auf die Rente mit 70 zu, egal welche Partei letzten Endes regieren wird", sagt der 55-Jährige aus Weißensberg bei Lindau. Die hohe Staatsverschuldung lasse gar keine andere Wahl. Auch Steuererhöhungen könnten nicht ausbleiben, selbst wenn Union und FDP das versprechen.

Heinrich ist unzufrieden. Weil er beobachtet, wie die Politik Steuergelder verschwendet und sie anderswo fehlen. Für Pflegekräfte wünscht er sich eine bessere Bezahlung. Krankenhäuser müssten sich wieder mehr auf die Gesundheit und weniger auf Profit konzentrieren. Der Umweltschutz ist ihm wichtig – und ein Verzicht auf Auslandseinsätze der Bundeswehr. 30 Jahre lang habe er die Grünen gewählt. Heute sieht er seine Interessen von keiner der Parteien mehr vertreten.

Von einer neuen Regierung wünscht sich der Heinrich umfassende Reformen. Den Anfang würde er im Parlament selbst machen. Die mehr als 700 Abgeordneten im Bundestag bezeichnet er als "aufgeblähten Verwaltungskopf" und müssten reduziert werden. Gleichzeitig spricht er sich für eine deutlich bessere Bezahlung der Parlamentarier aus – mit der Einschränkung, dass diese im Gegenzug keine Nebeneinkünfte beziehen dürfen.

volker heinrich
Zimmermeister Volker Heinrich aus der Nähe von Lindau weiß noch nicht, welche Partei er dieses Jahr wählen soll. - © David Knipping

Mit seinem Betrieb ist Heinrich hauptsächlich in der Sanierung und Erweiterung von Bestandsgebäuden tätig. Regelmäßig ärgert er sich über allzu strenge Bebauungspläne, die Dachgauben oder Aufstockungen verhindern. "Bei unserem Flächenfraß muss es deutlich leichter werden, Bestandsgebäude zu vergrößern", fordert er. Auch einige Brandschutzvorschriften sind seiner Ansicht nach längst überholt und müssten gelockert werden.

Als "unsinnig" bezeichnet er die Fördervoraussetzungen beim Dämmen. Als Gebäudeenergieberater könne er nur den Kopf schütteln, wenn die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen U-Wert von 0,14 W/(m²K) in der Sanierung vorschreibt. "Der Energiegewinn für jeden Zentimeter, der über 22 oder 24 Zentimeter hinaus geht, ist so minimal, das kostet nur Geld und Ressourcen", sagt er.

Ohnehin sind ihm viele Vorgaben zu praxisfremd. Als Unternehmer bekomme er das an mehreren Stellen zu spüren. "Für alles braucht es einen Gutachter, das belastet uns Handwerker", sagt er. Ebenso die Haftung für Subunternehmer. "Wenn ich den Containerdienst beauftrage, dann muss ich mich absichern, dass dieser seinen Mitarbeitern den Mindestlohn bezahlt.“ Immer wieder habe die Politik bürokratische Entlastungen versprochen. "Passiert ist nichts. Noch schlimmer, es ist mehr geworden", sagt er. fre