Meisterbrief Auch Söder übernimmt Forderung aus dem Handwerk

Wie CSU-Chef Markus Söder in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse bekanntgab, fordert die CSU nun auch einen höheren Stellenwert von Handwerk und beruflicher Bildung. Meister und Studierende sollen gleichgestellt werden.

Meisterbrief
Wer einen Meister machen möchte, muss dafür aktuell zahlen. Nach der SPD und den Grünen fordert nun auch die CSU die Meisterausbildung kostenlos anzubieten. - © Thomas Reimer - stock.adobe.com

Nur noch gut vier Wochen bis zur Bundestagswahl. Die großen Parteien machen immer öfter mit großen Wahlversprechen auf sich aufmerksam. Dabei schenken sie auch dem Handwerk immer mehr Beachtung.

SPD und Grüne haben bereits in ihren Wahlprogrammen formuliert, dass sie einen kostenlosen Meisterbrief einführen möchten. Nun rückt die CSU nach.

Deutschland setze sich zu wenig für das Handwerk und die berufliche Bildung ein, sagte der CSU-Vorsitzende Markus Söder in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse am 26. August. "Ich schlage einen Handwerkspakt für Deutschland vor, bei dem die Meisterausbildung ebenso kostenfrei wird wie das Hochschulstudium", sagte Söder.

Neben den Meistern sollen aber auch die Berufsschüler nach der Bundestagswahl besser gefördert werden. Diese müssten bei ÖPNV und finanzieller Unterstützung die gleichen Rechte haben wie die anderen Schüler, forderte der CSU-Parteichef.

SPD und Grüne haben die Forderung bereits im Wahlprogramm

Auch andere Parteien haben die Forderung aus dem Handwerk nach einem kostenlosen Meister schon aufgegriffen.

Die Grünen schreiben in ihrem Wahlprogramm: Neben all den wirtschaftlichen Chancen, die sie für das Handwerk durch Sanierungsmaßnahmen schaffen, helfe man auch mit unbürokratischer Förderung bei der Digitalisierung und einem kostenlosen Meisterbrief.

Bei der SPD heißt es, man stünde an der Seite der vielen Unternehmen, die ihre gesellschaftliche und ökologische Verantwortung erst nehmen. Das Handwerk sei der entscheidende Partner, damit die Klimawende vor Ort gelinge. Sie wollen das Handwerk fördern, indem sie die Gebühren für Techniker- und Meisterkurse abschaffen werden.

Weitere Unterstützung fürs Handwerk geplant

Die Parteien versprechen dem Handwerk aber auch an anderen Stellen Bürokratie abzubauen und Erleichterungen bei der täglichen Arbeit zu schaffen. "Wir brauchen auch mehr Bagatellgrenzen bei der Bürokratie für kleine Betriebe", sagte Söder der PNP. Außerdem wolle er die Digitalisierung im Handwerk vorantreiben - durch ein neues Kapitel in der Hightech-Agenda mit erweiterten Innovationsgutscheinen für das Handwerk.

>>> Lesetipp: Wie sich die sechs großen Parteien in den Bereichen Klimaschutz, Steuern, Bürokratie, Rente und Ausbildung für das Handwerk einsetzen wollen, hat die DHZ in diesem Artikel zusammengetragen.