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EU sieht Überförderung KWK-Anlagen: 2018 keine Befreiung von der EEG-Umlage mehr

Betriebe, die Strom und Wärme per Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen und selbst nutzen, müssen ab Januar mit stark steigenden Kosten rechnen. Ab Januar entfällt die Befreiung von der EEG-Umlage.

Betriebe, die nach dem 1. August 2014 Anlagen mit sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zum Eigenverbrauch installiert haben, müssen ab 2018 den vollen Satz der EEG-Umlage von 6,8 Cent je Kilowattstunde (kWh) bezahlen. Die Entlastung von 60 Prozent dieser Kosten, wie sie bisher galt, hat die EU nun gestrichen.

Sie überrascht damit einem Bericht von faz.net zufolge sowohl die Unternehmen als auch die Bundesregierung. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet derzeit zwar an einer Neuregelung, doch bis diese beschlossen ist, entfällt die Befreiung komplett. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sind Betriebe aus dem gesamten Mittelstand, aber auch Schulen, Schwimmbäder und Krankenhäuser von den stark erhöhten Stromkosten betroffen, die ihre Eigenversorgung auf KWK umgestellt hatten.

Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die gleichzeitige Umwandlung von eingesetzter Energie in mechanische oder elektrische Energie und nutzbarer Wärme. Die parallel zur Stromerzeugung produzierte Wärme wird zur Beheizung und Warmwasserbereitung oder für Produktionsprozesse genutzt. Der Einsatz der KWK mindert den Energieeinsatz und Kohlendioxid-Emissionen.

KWK-Anlagen können auf unterschiedlichen Techniken basieren: Dampfturbine, Gasturbine, Gas- und Dampfturbine, Verbrennungsmotor, Dampfmotor, Stirlingmotor, ORC-Anlage und Brennstoffzelle.

Die KWK-Nettostromerzeugung ist im Zeitraum 2003 bis 2010 kontinuierlich gestiegen, dann bis 2015 auf ähnlichem Niveau verblieben. Für das Jahr 2016 rechnet das Umweltbundesamt (UBA) mit einer deutlichen Steigerung zu 2015.

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG), das seit dem 1. Januar 2016 gilt legt fest, dass im Interesse der Energieeinsparung sowie des Umwelt- und Klimaschutzes die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen auf 110 Terawattstunden bis zum Jahr 2020 sowie auf 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 erhöht werden soll. Dafür fördert die Bundesregierung den Einbau von KWK-Anlagen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Infos dazu gibt es hier.>>>

Quelle: UBA, Bafa

Die EU kappt die Befreiung dem Bericht zufolge, da sie eine Überförderung bei den Anlagen sieht, die kein Gas aus regenerativen Quellen wie Biomasse nutzen. Nur die letztgenannten sind von der Förderkürzung nicht betroffen.

Da die neue Bundesregierung noch immer nicht gefunden ist, ist nicht absehbar, wann die Arbeit an einer Neuregelung fortgesetzt wird. Zudem ist noch unklar, ob diese rückwirkend zum 1. Januar 2018 gilt oder ob die Betriebe dann auf den Kosten sitzen bleiben. Laut Wirtschaftsministerium sei die Begrenzung der EEG-Umlage auf 40 Prozent für KWK-Neuanlagen weiterhin Gegenstand der Verhandlung zwischen der Bundesregierung und der Europäischen Kommission. jtw

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