Sommer der Berufsbildung Kanzler Scholz: "Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind gut"

Immer weniger junge Menschen bewerben sich auf eine Ausbildungsstelle. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung startet nun zum zweiten Mal "den Sommer der Berufsbildung". Der soll auch mit Irrtümern aufräumen.

Die Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt seien deutlich besser als in den zwei Jahren der Corona-Pandemie, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. - © picture alliance/dpa/dpa Pool | Kay Nietfeld

Bund, Länder und Sozialpartner wollen zum zweiten Mal mit einem "Sommer der Berufsbildung" mit vereinten Kräften für die duale Ausbildung werben. "Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind gut", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in einer Videobotschaft zum Start der Initiative. Die Aussichten seien deutlich besser als in den zwei Jahren der Corona-Pandemie, fügte er hinzu. Damit möglichst viele Jugendliche und Betriebe zueinander finden, soll es wieder zahlreiche Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene geben.

Bundesagentur für Arbeit: Zahl der Bewerber geht weiter zurück

Nötig sind nach den Worten des Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, "abgestimmte Initiativen der Allianz für Aus- und Weiterbildung". Zwar meldeten die Arbeitgeber bundesweit wieder deutlich mehr Ausbildungsstellen, aber die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber gehe weiter zurück, sagte er. "Nach den schwierigen Pandemiejahren kommt es jetzt besonders darauf an, dass kein Jugendlicher am Übergang von der Schule in den Beruf verlorengeht", betonte er.

Wirtschaft setzt auf ein Plus an neuen Ausbildungsverträgen

Am Engagement der Wirtschaft und der Freien Berufe sollte es nicht scheitern: "Die Betriebe in den Freien Berufen, Industrie und Handel sowie Handwerk engagieren sich trotz schwieriger Pandemiebedingungen und des Krieges in der Ukraine ungebrochen stark in der Ausbildung junger Menschen", sagte der Präsident der Freien Berufe, Friedemann Schmidt. Die Wirtschaft sei zuversichtlich auch in diesem Ausbildungsjahr (Ende September) wieder ein Plus an neuen Ausbildungsverträgen verzeichnen zu können. Nach den Worten von DGB-Vize Elke Hannack kommt es jetzt darauf an, Jugendliche und Ausbildungsplätze zueinander zu bringen. "Es gibt nach wie vor ein großes Potenzial an jungen Menschen, die gerne eine Ausbildung aufnehmen würden, dafür aber eine Chance brauchen."

Umfrage zeigt Sorge der Jugendlichen um Ausbildungsplatz

Wie eine von der Bertelsmann Stiftung beauftragte Umfrage zeigt, fehlt es oft an Informationen. So sehen von 1.666 Befragten im Alter zwischen 14 und 20 Jahren 54 Prozent ihre Ausbildungschancen durch die Pandemie verschlechtert. Nur knapp die Hälfte der Befragten fand, es gebe genügend Ausbildungsplätze. Dagegen sagten 37 Prozent in der Befragung, es gebe zu wenig Lehrstellen.

Nach-Corona-Zeit verbessert Informationsmöglichkeiten

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zeigt sich zuversichtlich: Mit dem Auslaufen der Corona-Pandemie gebe es wieder mehr Chancen, sich in den Schulen, bei Messen, in Gesprächen mit Arbeitsagenturen und Jugendberufsagenturen über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren oder vor Ort im Betrieb ein Praktikum zu machen. Für Unentschlossene gebe es zahlreiche Möglichkeiten, sich noch über Ausbildungsberufe und Karriereperspektiven zu informieren, unterstrich die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien.

Habeck: Wir brauchen intensivere Berufsberatung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) forderte mehr Engagement bei der Beratung. "Wir brauchen eine viel intensivere Berufsberatung, und wir müssen auf allen Ebenen für die duale Berufsausbildung werben." Im Energie- und im Mobilitätsbereich, bei der Digitalisierung – überall würden gut ausgebildete Fachkräfte gesucht und die Basis hierfür liefere die duale Ausbildung.