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Klimaschutz Kabinett beschließt steuerliche Förderung von Gebäudesanierungen

Klimaschutz in den eigenen vier Wänden soll künftig mit bis zu 40.000 Euro steuerlich gefördert werden.

Das Handwerk begrüßt den Kabinettsbeschluss zur steuerlichen Förderung von energetischen Gebäudesanierungen. "Mit dem heutigen Beschluss bringt das Bundeskabinett eines der wichtigsten Förderinstrumente im Gebäudesektor endlich auf den Weg", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Es stoße damit eine bedeutende Maßnahme des kürzlich beschlossenen Klimaschutzprogrammes 2030 an. Der "progressionsunabhängige Steuerabzug von 20 Prozent der Aufwendungen je Einzelmaßnahme und bis zu 40.000 Euro pro Objekt" sei ein wichtiger Anreiz, notwendige energetische Sanierungen in Angriff zu nehmen. Dabei wird der Abzug von der Steuerschuld nach dem Gesetzesentwurf über drei Jahre verteilt.

Förderung nur für selbstgenutztes Wohneigentum

Erfreut zeigte sich auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): "Steuerliche Anreize sind im Gebäudebestand ein zentrales Instrument und gut sowohl für den Klimaschutz wie auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort", sagte er.  Förderfähig seien Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie zum Heizen mit erneuerbaren Energien. Dazu zählten etwa ein Heizungsaustausch, der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden. Dabei gewährleiste der Abzug von der Steuerschuld, dass Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen gleichermaßen von der Förderung profitieren. Allerdings gelte die Förderung nur für selbstgenutztes Wohneigentum.

Bisherige Förderprogramme werden aufgestockt

Wer seine eigenen vier Wände energetisch sanieren will, hat so künftig die Wahl zwischen der steuerlichen Abschreibung und bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen. Zu ihnen gehört das C02-Gebäudesanierungsprogramm, das Marktanreizprogramm für Wärme aus erneuerbaren Energien und das so genannte Heizungsoptimierungsprogramm. Wie es im Bundeswirtschaftsministerium weiter heißt, sieht das vom Kabinett beschlossene Klimaschutzprogramm auch hier Verbesserungen vor. So sollen die Investitions- und Tilgungszuschüsse für Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen auf Effizienzhaus-Niveau künftig um zehn Prozentpunkte steigen.

Laufzeit von zehn Jahren geplant

Erfreut zeigte sich Wollseifer auch über die geplante Laufzeit von zehn Jahren. "Damit können sich unsere Betriebe auf die voraussichtlich steigende Nachfrage nach energetischen Sanierungen sukzessive einstellen und entsprechende Kapazitäten aufbauen", sagte er. Zur langfristigen Planungssicherheit müsse die Bundesregierung auch darauf achten, dass alle beihilferechtlichen EU-Vorgaben eingehalten würden. Bund und Länder sollten sich im Gesetzgebungsverfahren nun zügig abstimmen, damit die Regelung wie vorgesehen ab Jahresanfang 2020 gelte.

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