Offene Lehrstellen Handwerk ist der Ausbildungsmotor

Für das neue Ausbildungsjahr sind schon fünf Prozent mehr Verträge abgeschlossen worden, als im vergangenen Jahr zu dieser Zeit. Aber die Handwerksbetriebe wollen noch mehr Jugendlichen eine Chance geben. Sie haben mehr Lehrstellen ausgeschrieben und werben um den Nachwuchs – verstärkt über Apps, Onlinebörsen und in Schulen.

Wer noch eine Lehrstelle sucht hat im Handwerk noch freie Auswahl. Denn die Betriebe bieten mehr Plätze an. - © Auremar/Fotolia

Ausbildungsplatz gesucht? Das Handwerk bietet noch in fast allen Ausbildungsberufen offene Stellen an. Gerade kleine Betriebe bieten Jugendliche Chancen. "Viele kleinere Betriebe, die jahrzehntelang das Rückgrat der Ausbildung bildeten, haben Probleme, Auszubildende zu finden. Sie kämpfen jetzt um Nachwuchs. Die Jugendlichen haben daher mehr Chancen denn je, eine Lehrstelle zu finden, auch in den Wunschberufen", sagt Handwerkspräsident Otto Kentzler.

Von A wie Anlagenbauer für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bis Z wie Zimmerer – alle Ausbildungsplatzbörsen bieten noch mehrere hundert Ausbildungsplätze an. Über 300 offene Stellen sind es in Schwerin, über 400 in Reutlingen, über 500 in Erfurt und über 1.000 in Unterfranken.

Über 44.000 neue Lehrlinge

In den meisten Regionen ist das Angebot höher als im Vorjahr. Bis Ende Mai haben schon 44.091 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag unterschieben. Damit stieg die Zahl der Ausbildungsverhältnisse um fünf Prozent im Westen und zwei Prozent im Osten im Vergleich zum Vorjahr. "Die Betriebe ziehen alle Register beim Werben um den Nachwuchs. Mit Erfolg, wie die aktuellen Zahlen zeigen. Das Handwerk bietet aber auch in den kommenden Wochen noch ausreichend freie Lehrstellen in allen Berufsfeldern", sagte Kentzler.

Einige Handwerkskammern sind mit einer Lehrstellen-App erfolgreich. So auch die Handwerkskammer Mannheim: "Wenn wie die App in Schulen und auf Messen vorstellen, sind die Kindern begeistert", berichtet Lehrstellenvermittlerin Gudrun Nakoinz. Sie sieht auch eine bessere Vernetzung von Betrieben und Schulen, seitdem es die Bildungspartnerschaften gibt: "Auch die kleinen Betriebe sind wach geworden und werben aktiv um Auszubildende."

Praktika ebnen den Weg

Ein Weg Jugendliche früh für einen Beruf zu begeistern sind Praktika. Deswegen gibt es in viele Regionen jetzt auch Praktikumsbörsen im Internet. "Im Bereich der Berufsorientierung sind wir einen Schritt vorangekommen. Die Kooperationen mit Schulen in handwerklichen Bildungszentren und das deutlich ausgeweitete Angebot für Praktika in Betrieben fördern eine frühzeitige Entscheidung für die Ausbildung im Handwerk", unterstreicht Kentzler. cg