Eigenverbrauch an Solarstrom steigern Photovoltaikanlage: Wann sich ein Batteriespeicher lohnt

Solarenergie auch bei Nacht oder bei Bewölkung? Möglich macht das ein eingebauter Batteriespeicher. Bei neuen Anlagen ist der Speicher bereits dabei, nicht so bei alten Anlagen. Doch es lohnt sich nicht immer, an dieser Stelle nachtzurüsten.

Ob sich ein Nachrüsten beim Speicher der Anlage lohnt, hängt davon ob, wann diese in Betrieb genommen wurde. - © Foto: Andrea Warnecke/dpa

Durch einen Speicher lässt sich der Eigenverbrauch von Solarstrom steigern. So steht die erzeugte Energie beispielsweise auch nachts zur Verfügung. Bei neuen Anlagen sind Batteriespeicher oft schon dabei. Bei alten Anlagen kann man nachrüsten. Wann sich das lohnt, ist nach Berechnung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Berlin abhängig vom Jahr der Installation.

Wurde die Photovoltaikanlage vor 2009 installiert, sei es vorteilhafter, den Strom vollständig ins Netz einzuspeisen. Denn für diese Systeme erhalten Hausbesitzer noch hohe Einspeisevergütungen. Ging die Solaranlage aber zwischen 2009 und 31. März 2012 in Betrieb, lohne sich die Nachrüstung. Denn wer auf die Einspeisevergütung verzichtet und den Strom selbst verbraucht, bekommt einen Eigenverbrauchsbonus .

Grundsätzlich gilt laut BSW-Solar: Liegt die Einspeisevergütung für Solarstrom über dem aktuellen Strompreis des Energieversorgers, so ist die Einspeisung wirtschaftlicher als der Selbstverbrauch.

Das sollten Sie bei einer neuen Solaranalage beachten

Für die Anschaffung gibt es aktuell staatliche Förderung in Form von zinsgünstigen Darlehen. Zusätzlich werden bis zu 30 Prozent der Kosten als Tilgungszuschuss übernommen. Allerdings gilt das nur, wenn die dazugehörige Photovoltaikanlage ab 2013 in Betrieb ging und ihre Leistung unter 30 Kilowatt bleibt.

Es lohnt sich bei Photovoltaikanlagen unter anderem die Zyklenzahl der Modelle zu vergleichen. Sie gibt an, wie oft ein Speicher sich entladen und wieder vollständig beladen kann. Manche Hersteller garantierten 5.000 Zyklen und mehr, im Normalbetrieb erreichten Anlagen rund 250 pro Jahr. Gut zu wissen: Am Ende der Lebensdauer werden die Systeme den Angaben zufolge kostenlos vom Installationsbetrieb zurückgenommen und fachgerecht weiterverwertet.

Nennkapazität und Wirkungsgrad sind wichtig

Wichtig ist auch der Wirkungsgrad. Er gibt an, wie viel der eingespeisten Energie nach der Speicherung tatsächlich abgerufen werden kann. 90 Prozent und mehr sind je nach Technik möglich.

Desweitern spielt auch die Nennkapazität eine Rolle. Diese Zahl gibt an, wie viel Strom einem Speicher theoretisch maximal entnommen werden kann. Der Bundesverbands Solarwirtschaft gibt ein Rechenbeispiel : Ein Solarstromspeicher mit 4 Kilowattstunden Nennkapazität und einer Entladetiefe von 90 Prozent hat eine nutzbare Kapazität von 3,6 Kilowattstunden.

Am häufigsten verkauft werden den Angaben zufolge Batteriezellen auf Lithium-Basis, gefolgt von Speichern mit Blei-Batterien. Erstere weisen aufgrund ihrer Zellchemie eine deutlich höhere Entladetiefe auf. Recht neu im Handel sind Flüssigbatterien, die sogenannten Redox-Flow-Systeme. dhz/dpa