Marketing aktuell: Werberichtlinien E-Mail-Werbung: Die Einwilligungserklärung

Eine E-Mail ist ein einfacher Weg, um potenzielle Kunden auf Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Doch das Bundesdatenschutzgesetz stellt strenge Anforderungen an Werber. Wie eine korrekte Einwilligung in E-Mail-Werbung aussieht.

Eine E-Mail ohne korrekte Einwilligung zu Versenden, kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. - © Foto: Adimas/Fotolia

Von allen möglichen Marketinginstrumenten ist die E-Mail eines der einfachsten und effektivsten, um potenzielle Kunden über die Produkte und Dienstleistungen eines Handwerksbetriebs zu informieren. Doch die rechtlichen Vorgaben an E-Mail-Werbung sind besonders hoch und haben sich durch die Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes noch verschärft. Das betrifft vor allem die Gestaltungsvorgaben für die Einwilligung zur E-Mail-Werbung.

Wie eine rechtskonforme Einwilligung des Empfängers in E-Mail-Werbung aussieht, darüber informiert der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) in einem regelmäßig aktualisierten Leitfaden.

Vor dem Versand einer E-Mail sollte der Absender zunächst folgende Fragen klären:

  • Liegt die Einwilligung der Empfänger vor?
  • Kann die Einwilligung nachgewiesen werden?
  • Wissen die Empfänger, wozu sie eingewilligt haben?
  • Wurden die Empfänger auf die Abbestellmöglichkeit hingewiesen?
  • Erhalten die Empfänger eine E-Mail-Bestätigung ihrer Einwilligung?
  • Können E-Mails bequem abbestellt werden?
  • Wird auf Anfragen reagiert?
  • Ist der Betreff nicht irreführend?
  • Ist der Absender klar erkennbar?
  • Ist das Impressum vollständig?
  • Liegt ein Fall der Auftragsdatenverarbeitung vor, und wurden die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben eingehalten?

Die Einwilligungserklärung gestalten

Das in Deutschland grundsätzlich die Einwilligung des Empfängers in die E-Mail-Werbung nötig ist, dürfte den meisten Handwerksunternehmern bewusst sein. Doch welche konkreten Vorgaben stellen sich?

Die grundlegenden Voraussetzungen in eine wirksame Einwilligung sind, dass diese

  • transparent,
  • freiwillig,
  • bewusst, eindeutig, ausdrücklich und
  • separat
formuliert ist. Die Einwilligung muss zudem nachgewiesen werden können und detailliert protokolliert werden.

Folgende Negativbeispiele sind keine wirksamen Einwilligungserklärungen :

  • "Ich willige in die Nutzung meiner Daten für Werbung ein. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per E-Mail an unsubscribe@abd.de widerrufen".

Eine solche Einwilligungserklärung ist unwirksam, da hier nicht ersichtlich ist, welche Medien (E-Mail, SMS, Telefon, Brief) für die Werbung verwendet werden sollen.

  • "Ich möchte per E-Mail Werbung der ABC GmbH und von Partnerunternehmen der ABC GmbH erhalten. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per E-Mail an unsubscribe@abc.de widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung weiterer Informationen enthalten."

Diese Einwilligungserklärung klärt den Adressaten nicht darüber auf, um welche Partnerunternehmen es sich handelt. Der Einwilligende hat dem entsprechend keine Vorstellung, an welche Unternehmen seine E-Mail-Adresse weitergegeben wird. Bei einer Einwilligung, die auch die Weitergabe an Dritte umfasst, sind die potentiellen Empfänger der Daten genau zu benennen.

"Ich möchte den E-Mail-Newsletter der ABC GmbH NICHT erhalten."

Das hier vorliegende "Opt-Out" stellt keine wirksame Einwilligungserklärung dar. Die Einwilligung muss durch ein aktives Handeln des Einwilligenden erfolgen. Hier jedoch muss der Einwilligende aktiv werden, wenn er seine Einwilligung gerade nicht erteilen will.

Folgendes Positivbeispiel ist eine wirksame Einwilligungserklärung:

"Ich möchte den wöchentlichen Newsletter der ABC GmbH mit Informationen zu deren Angeboten aus dem Bereich Telekommunikation per E-Mail erhalten. Meine Daten werden keinesfalls an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per E-Mail an unsubscribe@abc.de widerrufen. Zudem ist in jeder E-Mail ein Link zur Abbestellung weiterer Informationen enthalten. "

Diese Einwilligungserklärung genügt den gesetzlichen Anforderungen.

Eine rechtskonform formulierte Einwilligungserklärung ist allerdings nur ein wichtiger Baustein für rechtlich unbedenkliches E-Mail-Marketing. Was der Absender tun muss, damit eine Einwilligung nach dem Double Opt-In-Verfahren rechtlich nachweisbar ist, lesen Sie in Kürze auf dhz.net . sg