Serie "Grün und effektiv" (Teil 2) Der "grüne" Gebäudereiniger

Die Breyer Gebäudereinigung aus Buchenberg engagiert sich seit Jahren konsequent für den Umweltschutz. Der Betrieb stellt eigene Putzmittel her, saugt mit Raumfahrt-Technologie und deckt seinen gesamten Strombedarf aus der eigenen Erzeugung.

Steffen Guthardt

Breyer verwendet die in der Raumfahrt erprobten Hepa-Filter. - © Makosch

Der beschauliche Markt Buchenberg im Landkreis Oberallgäu ist das Zuhause der Breyer Gebäudereinigung. 1999 hat Klaus Breyer, Meister des Gebäudereiniger-Handwerks hier den Weg in die Selbstständigkeit ergriffen und binnen weniger Jahre einen vielfach ausgezeichneten Betrieb aufgebaut, der inzwischen über 400 Mitarbeiter beschäftigt. Ausgerichtet auf den schnellen Erfolg ist Klaus Breyer allerdings bis heute nicht. Sein Motto lautet Nachhaltigkeit und die lebt er seinen Mitarbeitern seit den Anfangstagen vor.

Neben sozialen und ökonomischen Aspekten geht es ihm dabei um einen respektvollen Umgang mit der Umwelt. "Für uns als Dienstleister, der für Menschen tätig ist, ist es ein besonderes Anliegen, für die nachfolgende Generation eine intakte Natur zu erhalten", sagt Breyer.

Dass Breyer es ernst meint, zeigt die Mitgliedschaft im Umweltpakt Bayern und im Qualitätsverbund umweltbewusster Betriebe (QuB). Regelmäßig lässt die Gebäudereinigung sein Umweltmanagementsystem durch unabhängige Prüfer zertifizieren und durchläuft jährliche Kontrollen, um die Zertifikate nicht zu verlieren. Mindestens eine Verbesserungsmaßnahme für den Umweltschutz pro Jahr ist Pflicht, um nicht aus dem QuB zu fliegen. Die freiwilligen Anstrengungen lohnen sich für den Betrieb auch aus wirtschaftlicher Sicht. "Das schafft Vertrauen und ist ein Alleinstellungsmerkmal", weiß Breyer. Er hat erkannt, dass gutes Marketing heute den Umweltschutz nicht ausklammern darf. Breyer geht es aber nicht nur um gute PR als „grünes“ Unternehmen, wie einige der in den vergangenen Jahren durchgeführten Maßnahmen zeigen.

Eigene Putzmittel

Der intensive Einsatz von Chemikalien ist ein besonderes Problem in der Gebäudereinigung. Die Breyer Gebäudereinigung hat deshalb in aufwendigen Praxisstudien analysiert, wie ein Reinigungsmittel mit möglichst wenigen chemischen Zusätzen trotzdem wirkungsstark sein kann. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wurde für den Eigenbedarf eine Reinigungs- und Pflegemittel-Linie produziert, die inzwischen alle zuvor aus dem Handel bezogenen Produkte ersetzt hat. Gereinigt wird zudem mit mineralfreiem Wasser, das die statische Aufladung von Glas- und Fassadenelementen auf ein Minimum reduziert. Dadurch lagern sich deutlich weniger Schmutzpartikel ab und Reinigungsarbeiten müssen seltener durchgeführt werden, was dem Wasserverbrauch zugutekommt.

In der Raumfahrt erprobte Technik kommt bei den eingesetzten Staubsaugern zum Einsatz. Die Hepa-Filter bestehen aus einem besonders engmaschigen Gewebe von Zellulose oder Glasfasern, die die Raumluft äußerst effizient von Viren, Pollen, Rauch und anderen Luftpartikeln reinigen. Mit der eingesetzten Technik bleiben bei einem Reinigungsprozess nur drei von 10.000 Partikeln übrig. „Als Nebeneffekt wird so auch das Krankheitsrisiko bei den Mitarbeitern unserer Kunden gesenkt“, so Breyer.

Bildung und Aufstieg

Konsequenter Umweltschutz bedeutet für den Firmeninhaber auch, dass seine Angestellten immer auf dem neuesten Stand sind, wie Putzmittel richtig verwendet werden und welche Reinigungsverfahren Ressourcen schonen. Der Betrieb erfüllt hier nicht nur die ohnehin strengen Auflagen von Land, Bund und EU, sondern bietet seinen Mitarbeitern darüber hinaus ein breites Angebot an internen und externen Seminaren. Motivierte Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich über ihr Arbeitsfeld hinaus weiterzubilden und sich damit zugleich für eine höhere Position im Unternehmen zu empfehlen. "Einige der Mitarbeiter haben den internen Aufstieg schon geschafft", sagt Breyer.

Potenziale für den Umweltschutz sieht der Firmenchef aber nicht nur vor Ort beim Kunden. Schon bei der Anreise wird ein Beitrag geleistet. Die alten Fahrzeuge des Firmenparks wurden in den vergangenen Jahren durch neue spritsparende Modelle ersetzt. "Der Einsatz von Hybrid- oder Elektrofahrzeugen wäre derzeit allerdings noch nicht rentabel", bedauert Breyer und hofft, dass sich die neuen Fahrzeugtypen bald zu erschwinglichen Kosten auf dem deutschen Markt etablieren. Zudem soll der Kraftstoffverbrauch in den nächsten Jahren durch zeitlich besser aufeinander abgestimmte Fahrten zu den Kunden gesenkt werden.

Sparsame Zentrale

Auch in der Firmenzentrale in Buchenberg wird viel für die Energieeinsparung getan. Der gesamte Strombedarf wird durch die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage abgedeckt. Fernwärme für Heizung und Warmwasser wird über ein im Ort errichtetes Hackschnitzel-Kraftwerk bezogen. Es ist aber auch der Sinn für kleine Details, wie etwa stromsparende Steckleisten an den Computerarbeitsplätzen, die zum Gesamtkonzept der Firma gehören. Klaus Breyer will auch in den kommenden Jahren zeigen, dass wirtschaftliches Wachstum von einer Strategie der Nachhaltigkeit profitiert.