Im April stehen einige größere Neuerungen an. Es gibt diverse Zuschüsse für Azubis. Und auch Beschäftigte, die sich weiterbilden wollen, erhalten mehr Geld. Für werdende Eltern gibt es Kürzungen und beim Cannabis-Konsum hat sich die Bundesregierung auf neue Regeln geeinigt. Alle Änderungen im Überblick.

Ab April bekommen Beschäftigte ein Qualifizierungsgeld, um sich gegen den Strukturwandel zu rüsten, außerdem wird die Registrierungsplattform für die neue Plastikabgabe freigeschaltet. Weitere Details und was sich sonst noch für Betriebe und Verbraucher ändert.
Qualifizierungsgeld
Betriebe und Beschäftigte sollen wegen des Strukturwandels stärker unterstützt werden: Ab dem 1. April greift ein Qualifizierungsgeld als Lohnersatz. Damit können Beschäftigte in betroffenen Branchen freigestellt werden, damit sie eine Weiterbildung absolvieren und gleichzeitig ihre Stelle behalten können. Konkret gedacht ist es zum Beispiel, wenn sich eine Belegschaft für den Bau von Elektroautos weiterqualifizieren muss.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit beträgt die Höhe des Qualifizierungsgeldes 60 Prozent des Nettogehalts. Beschäftigte mit mindestens einem Kind erhalten 67 Prozent.
Arbeitgeber können den Betrag aufstocken. Und sie sind auch für den Antrag zuständig. Dieser sollte mindestens drei Monate vor der Weiterbildung eingereicht werden. Weitere Infos gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit und in diesem Beitrag auf dhz.net:
>>> Wer bekommt das neue Qualifizierungsgeld?
Berufsorientierungspraktikum
Wer bei der Berufswahl noch unentschieden ist, kommt ab April möglicherweise für ein gefördertes Berufsorientierungspraktikum infrage. Dabei übernimmt der Staat bei kurzen, auch überregionalen Praktika Fahrt- und Unterkunftskosten.
>>> Berufsorientierungspraktikum ab April 2024 gefördert
Mobilitätszuschuss für Azubis
Auszubildende, deren Betrieb weit von zu Hause entfernt ist, können ab April einen Mobilitätszuschuss erhalten. Dabei werden im ersten Ausbildungsjahr zwei Familienheimfahrten im Monat übernommen.
>>> Neuer Mobilitätszuschuss: Das bekommen Azubis
Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe
Nachdem die zweite Verhandlungsrunde zwischen den Tarifpartnern im Bauhautgewerbe Anfang März ohne Ergebnis geblieben war, findet am Dienstag, 9. April 2024, in Wiesbaden, der nächste Termin statt. Der derzeitige Tarifvertrag läuft am 31. März aus.
>>> Bauhauptgewerbe: Tarifverhandlungen erneut ohne Ergebnis
Normale Mehrwertsteuer für Gas und Fernwärme
Auf Gas und Fernwärme ist vom 1. April an wieder der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig. Zur Entlastung der Verbraucher galt vorübergehend der Satz von sieben Prozent.
>>> Mehrwertsteuer auf Gas kehrt zurück auf 19 Prozent
Dauerfristverlängerung bei der Steuer
Unternehmer, die nur alle drei Monate zur Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet sind, können bis zum 10. April 2024 einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen. Dann sind die Abgabe der Voranmeldung und die Umsatzsteuerzahlung immer einen Monat später als gesetzlich vorgeschrieben fällig. Eine Sondervorauszahlung muss bei Quartalsabgabe nicht geleistet werden.
>>> Neues Jahr: 13 Tipps zum Start ins Steuerjahr
Registrierung für die neue Plastikabgabe
Seit Anfang des Jahres gilt die neue Plastikabgabe. Geregelt ist die Abgabe über den sogenannten Einwegkunststofffonds und das dazugehörige Gesetz. Es verpflichtet Betriebe, die die Verpackungen von Speisen und Getränken für den direkten Verzehr erstmalig in den Verkehr bringen, die Kosten für die Reinigung und Entsorgung für den in Parks oder auf Straßen anfallenden Abfall mitzutragen. Der Einwegkunststofffonds ist in beim Umweltbundesamt (UBA) angesiedelt. Dieses verwaltet ihn künftig über die digitale Plattform DIVID, auf der sich jedes betroffene Unternehmen registrieren muss.
Bislang war aus technischen Gründen noch keine Registrierung möglich. Wie die Verantwortlichen auf der offiziellen DIVID-Website mitteilen, soll laut aktuellem Zeitplan die Plattform DIVID ab dem 1. April 2024 schrittweise in Betrieb gehen. Die Registrierung von Herstellern mit Niederlassung in Deutschland könne ab 1. April 2024 vorgenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt werde dann auch für Hersteller ohne Niederlassung in Deutschland sowie deren Bevollmächtigte die Account-Erstellung möglich sein.
>>> Neue Plastikabgabe: Das sollten Bäcker und Metzger wissen
Kürzungen beim Elterngeld
Für Geburten ab dem 1. April ändert sich die Einkommensgrenze für das Elterngeld. Eltern, die nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleiben, haben bis zu einem versteuernden Jahreseinkommen von 200.000 Euro einen Elterngeldanspruch. Diese Grenze ist auch für Alleinerziehende geplant. Bleiben beide Elternteile parallel zu Hause, ist ein gleichzeitiger Bezug des sogenannten Basiselterngeldes nur noch für maximal einen Monat und innerhalb des ersten zwölf Monate des Kindes möglich.
>>> Mehr zum Elterngeld und den Neuerungen ab April.
Cannabis-Gesetz soll in Kraft treten
Am 1. April soll Cannabis begrenzt für Erwachsene legalisiert werden. Zum Eigenkonsum dürfen Erwachsene über 18 Jahren in der Öffentlichkeit bis zu 25 Gramm Cannabis bei sich haben. Zu Hause dürfen bis zu 50 Gramm getrocknetes Cannabis aufbewahrt werden. Außerdem dürfen in der eigenen Wohnung drei lebende Cannabispflanzen gezüchtet werden.
Kiffen im öffentlichen Raum soll unter anderem in Schulen, Sportstätten und in Sichtweite davon verboten werden – in 100 Metern Luftlinie um den Eingangsbereich. Das Gesetz wurde am 22. März vom Bundesrat verabschiedet. Nun muss es noch vom Bundespräsidenten verkündet werden.
Arbeitgeber sollten eigene Regeln erlassen, ob sie den Konsum von Cannabis auf dem Betriebsgelände erlauben oder nicht.
>>> Cannabis: Ist Kiffen jetzt auch bei der Arbeit erlaubt?
Kürzere Rückgabefristen bei Amazon
Amazon verkürzt die Rückgabefrist für bestimmte Produkte von 30 Tagen auf das gesetzliche Mindestmaß von 14 Tagen. Die Regel greift voll ab dem 25. April. Betroffen sind unter anderem Kameras, Computer, andere elektronische Geräte sowie Videospiele.
Deutschlandticket für Studenten
Studenten vieler Hochschulen erhalten zum Beginn des Sommersemesters ein vergünstigtes Deutschlandticket für 29,40 Euro im Monat und können damit bundesweit Busse und Bahnen nutzen. Allerdings machen einige Hochschulen noch nicht oder gar nicht mit – etwa dort, wo das bisherige Semesterticket günstiger ist.
Eintrittspreise für Venedig
Venedig, eines der Top-Reiseziele der Welt, bittet Tagesbesucher künftig an ausgewählten Terminen zur Kasse. Auftakt ist am 25. April. Das Geld soll in den Erhalt von Stadt und Natur fließen. dpa/jes