Ladungssicherung Biertransport im Härtetest

Vom Brauereipferd zum modernen Lkw: Die Versuchs- und Lehranstalt für Brauereien forscht an fachgerechter Ladungssicherung.

Ladungssicherung beim Biertransport
Gefährliche Schieflage: Die einfache horizontale Umreifung reicht hier als Ladungssicherung nicht aus. - © Wiesgrill/VLB

Um den Transport von Bier sicherer und umweltfreundlicher zu machen, nutzt die Versuchs- und Lehranstalt für Brauereien (VLB) einen mobilen Prüfstand. Mit der sogenannten "Motion Base" können die Forscher testen, wie sich Kästen und Fässer auf Paletten am besten sichern lassen.

"Früher sorgten die Bierkutscher mit ihren Brauereipferden für Entschleunigung. Heute sind die Lkw-Fahrten ein Risikofaktor, wenn die Ladungssicherung vernachlässigt wird", warnt VLB-Experte Norbert Heyer. Viele Unfälle würden in Kurven passieren. Um das Risiko zu minimieren, wird auf dem Prüfstand kräftig an den Gebinden geschüttelt und gerüttelt – ganz so wie im richtigen Straßenverkehr.

Braumeisterausbildung am Prüfstand

Die VLB zeigt die "Motion Base" in Aktion gern direkt in den Brauereien. Das habe eine lehrreiche und abschreckende Wirkung. Am VLB- Standort in Berlin-Wedding kommt der mobile Prüfstand auch bei der Braumeister-Ausbildung zum Einsatz. Dabei sollen den künftigen Fach- und Führungskräften die Risiken vernachlässigter Ladungssicherung vor Augen geführt werden.

Ladungssicherung beim Biertransport
Rütteln und schütteln auf der ­Motion Base. - © Wiesgrill/VLB

Die VLB nutzt den Prüfstand auch in der angewandten Forschung. So versucht man bei der Entwicklung neuer Mehrwegkästen vorherzusagen, wie sich Ladeeinheiten mit neu gestalteten Bierkisten auf der Straße verhalten. Aktuell prüfen die Wissenschaftler, wie Ladungen mit Fassbier stabiler gemacht werden können. Dabei wird neben der horizontalen auch eine vertikale Umreifung erprobt.

Bisher wurden dafür Kunststoffbänder genutzt. Bald aber sollen Schnüre zum Einsatz kommen, die zu 30 Prozent aus Baumwolle sowie aus recycelten Textilfasern aus der Autositzproduktion bestehen. Denn neben der Ladungssicherung geht es der VLB, die unter dem Dach der Zuse-Gemeinschaft Industrieforschung be­­treibt, auch um umweltfreund­lichere Verpackungen. Sei es die Anzahl der Wicklungen am Fuß- oder Kopfende der Ladungen oder das Testen von diagonal verlaufenden Folienbahnen – an vielen Stellen lasse sich Material beim Transport einsparen. "Projekte aus der Praxis zeigen, dass bei gleicher Menge an Folie die Stabilität der Ladeeinheiten erhöht werden kann", sagt Verpackungstechnologe Christian Raschke. ste