Förderung für den Mittelstand Anträge für Innovations-Förderprogramm ZIM wieder möglich

Nach einem monatelangen Stopp wird das wichtigste Förderprogramm des Bundes für den Mittelstand deutlich aufgestockt. Auch innovative Handwerksbetriebe können einen Antrag für ihre Entwicklungs- und Forschungsprojekte stellen.

Zwei Tischler designen am Tablet eine Arbeit.
Handwerkerinnen und Handwerker mit einer Entwicklungs- oder Forschungsidee können sich finanzielle Unterstützung holen. Anträge für das Mittelstand-Förderprogramm ZIM sind ab sofort wieder möglich. - © rh2010 - stock.adobe.com

Anträge für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) seien ab sofort wieder möglich, sagte am 3. August Wirtschaftsstaatssekretärin Franziska Brantner. Es sei in den Haushaltsverhandlungen gelungen, die Mittel im Rahmen der Finanzplanung zu verstetigen und für 2023 noch mal deutlich anzuheben. Förderbedingungen wurden angepasst.

Im vergangenen Oktober hatte die alte Bundesregierung aus finanziellen Gründen einen Antragsstopp für das Förderprogramm verhängt. Das Wirtschaftsministerium hatte von einem krisenbedingten deutlichen Anstieg des Antragseingangs seit 2020 gesprochen und von zahlreichen pandemiebedingten Verzögerungen bei laufenden Forschungsprojekten.

ZIM: 700 Millionen Euro Förderung für das Jahr 2023

"Wir wollen auf jeden Fall einen weiteren Antragsstopp verhindern", sagte Brantner. "Wir gehen davon aus, dass jetzt sehr viele Anträge kommen werden. Deswegen planen wir mehr Geld ein als in der Vergangenheit, um dem Nachholeffekt gerecht werden zu können."

Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung heißt es, der innovative Mittelstand habe weiterhin eine Schlüsselrolle für den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Daher werde das ZIM im Jahr 2023 deutlich aufgestockt um insgesamt 139 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro. Auch in den Folgejahren sei ein hohes Niveau geplant.

Förderung auch für innovative Handwerksbetriebe

Über das ZIM fördert der Bund die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen. Ihre Innovationen können sie zum Beispiel in Einzelprojekten entwickeln oder sie gehen Kooperationsprojekte mit Forschungseinrichtungen oder anderen Unternehmen ein. Dass sich ein solches Engagement langfristig auszahlt, zeigt sich am Beispiel mehrerer Handwerksbetriebe. Das Bundeswirtschaftsministerium hat in der Vergangenheit ZIM-Preise für herausragende Ergebnisse bei der Umsetzung von Förderprojekten vergeben, darunter auch Sonderpreise für das Handwerk.

2017 erhielt die Auszeichnung der Metallbaubetrieb Menzel im ostsächsischen Thiendorf. Er hat mit mehrfach faltbaren Hofeinfahrtstoren eine Marktlücke besetzt. Damit lässt sich bei kleinen Baustücken ordentlich Platz sparen. 2018 ging die Auszeichnung zum ZIM-Handwerksprojekt des Jahres an die Gitarren-Manufaktur Hanika. Sie hat zusammen mit Wissenschaftlern der TU Dresden eine ökologische Alternative zu tropischen Hölzern bei Gitarren zur Marktreife gebracht.

Mittelstand befürwortet Neustart vom ZIM

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft zeigte sich erleichtert über die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand wiederzubeleben. "Speziell diesem staatlichen Förderprogramm für Forschung und Entwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen kommt allergrößte Bedeutung zu", so Bundesgeschäftsführer Markus Jerger. "Dass das Programm finanziell nicht so ausgestattet worden ist, wie von uns gewünscht, trübt allerdings die Freude. Perspektivisch sehen wir in Anbetracht der vor uns liegenden Aufgaben eine Milliarde Euro jährlich als ein angemessenes ZIM-Volumen an."

Erwartet wird nun ein sehr hoher Antragseingang, wie es auf der Antragsseite heißt. Daher seien einige Förderbedingungen angepasst worden. Konkret ist für Unternehmen, die bereits eine Bewilligung für ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt erhalten haben, erst 24 Monate nach der letzten Bewilligung eine weitere Bewilligung möglich. Diese Maßnahme gelte rückwirkend. Außerdem wird die Möglichkeit von Laufzeitverlängerungen der Projekte und von Mittelverschiebungen streng eingeschränkt. In Abhängigkeit vom Antragseingang und der Zahl förderwürdiger Anträge ist eine Kürzung der förderfähigen Kosten möglich.

>>> Weitere Informationen zum Förderprogramm und der Antragsstellung gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz: Über ZIM

dpa/ew