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BAföG-Reform und mehr Geld für Azubis Änderungen und neue Gesetze im August 2019

Schüler, Studenten und Azubis bekommen höheres BAföG und eine neue Ausbildungsordnung für Gebäudereiniger tritt in Kraft. Welche Änderungen und neue Gesetze der August noch bringt, zeigt unser Überblick zum Monatswechsel.

Neuer Monat, neue Regeln. Der August steht dabei ganz im Zeichen von besseren Bildungsmöglichkeiten und der Unterstützung von einkommensschwachen Familien. Aber auf welche Änderungen und neue Gesetzte müssen sich Verbraucher und Betriebe noch einstellen? Antworten darauf gibt es hier in der Übersicht:

Änderungen und neue Gesetze im August 2019

Ausbildungsbeihilfe für Azubis steigt

Zum 1. August 2019 steigt die Berufsausbildungsbeihilfe für Auszubildende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen. "Insbesondere die Pauschalen für Unterkunftskosten werden signifikant angehoben", heißt es in einer Mitteilung des Bundesarbeitsministeriums. Der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen wird zum Monatsbeginn von derzeit 622 Euro auf monatlich 716 Euro erhöht. Zum 1. August 2020 ist dann eine weitere Erhöhung auf 723 Euro pro Monat vorgesehen. Zusätzlich können weiterhin Zuschüsse wie für Fahrtkosten und Kinderbetreuung, beantragt werden.

Auch das Ausbildungsgeld für Azubis mit Behinderung wird ab August erhöht. Das Ausbildungsgeld wird künftig an die Bedarfssatzstruktur der Berufsausbildungsbeihilfe angeglichen.

Lesetipp: Ausbildungsbeihilfe für Azubis: Mehr Geld ab 1. August 2019

Erhöhung des BAföG

Neben der Ausbildungsbeihilfe steigt zum 1. August auch das BAföG, mit dem Ziel mehr Studenten und Azubis finanziell zu unterstützen. Durch die BAföG-Reform steigt der Höchstsatz zum Wintersemester 2019/2020 von 735 Euro auf 853 Euro und zum Wintersemester 2020/2021 nochmals auf 861 Euro im Monat.

Auch der Anteil für die Wohnkosten wird von 250 Euro auf 325 Euro angehoben. Zudem weitet das Bundesbildungsministerium (BMBF) den Kreis derjenigen aus, die förderfähig sind. Denn sie vergrößert mit dem Reformpaket des 26. BAföG-Änderungsgesetzes nochmals die Einkommensfreibeträge. Sie steigen bis 2021 um 16 Prozent in mehreren Schritten:

  • um 7 Prozent im ersten Schritt 2019,
  • um 3 Prozent in 2020
  • und nochmals um 6 Prozent in 2021
Lesetipp: BAföG und Co.: Welche Zuschüsse es für Azubis gibt

Neue Ausbildungsordnung für Gebäudereiniger

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie den Sozialpartnern und Sachver­ständigen aus der betrieblichen Praxis die Berufsausbildung für Gebäudereiniger modernisiert. Die neue Ausbildungsordnung tritt zum 1. August 2019 in Kraft und löst damit die bestehende aus dem Jahr 1999 ab.

Die Neuerungen in der dreijährigen Ausbildung betreffen technische, wirtschaftliche und organisatorische Änderungen und Entwicklungen. So werden zum Beispiel Aufmaße zur Berechnung von Flächen und Kosten mittlerweile mit digitalisierten Arbeitsmitteln erstellt. Aber auch die Nachhaltigkeit ist ein Grund für die Modernisierung. Denn alternative Reinigungsverfahren können zur Verringerung von Umweltbelastungen beitragen.

Starke-Familien-Gesetz: mehr Geld für einkommensschwache Familien

Familien mit geringem Einkommen werden im Rahmen des Starke-Familien-Gesetzes ab dem 1. August finanziell stärker entlastet. Dazu zählen folgende Maßnahmen:

  • Das Schulstarterpaket steigt von 100 Euro auf 150 Euro. Mit diesem Zuschuss sollen Eltern Schulranzen, Sportzeug, Hefte, Füller und ähnlichen Schulbedarf kaufen können
  • Der Eigenanteil der Eltern für eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in der Kita oder Schule entfällt
  • Die Leistungen für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben wird von monatlich 10 Euro auf 15 Euro erhöht
  • Eltern können Nachhilfe auch dann beanspruchen, wenn die Versetzung des Kindes nicht unmittelbar gefährdet ist

Lesetipp: Kinderzuschlag: Diese Einkommensgrenzen gelten

Keine Kitagebühren für einkommensschwache Familien

Ab dem 1. August dürfen Eltern, die einen Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten, ihre Kinder beitragsfrei zur Kita schicken. Laut Bundesfamilienministerium können so 1,2 Millionen Kinder in den Genuss von Kitazeit kommen, die ihre Eltern nichts kostet.

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