Freiberufler Ab wann lohnt sich Hilfe vom Steuerberater?

Die Steuerklärung abzugeben ist verlockend, kann Selbständige allerdings einiges an Geld kosten. Wann sich ein Steuerberater lohnt und welche Alternativen es gibt.

Ein guter Steuerberater ist immer auf dem aktuellsten Stand, aber oft teuer. Für Menschen, die nur eine kleine Unterstützung brauchen, lohnt sich deshalb ein Steuer-Onlinetool. - © Style-Photography/Fotolia.com

Das deutsche Steuerrecht gilt als das komplizierteste der Welt. Die Steuererklärung an den Steuerberater zu übergeben, kann den Aufwand enorm verringern, aber teuer sein. Steuerexperte Paul-Alexander Thies, Geschäftsführer des Online-Buchhaltungstools Billomat erklärt anhand von drei Methoden, wann sich ein Steuerberater wirklich rentiert.

1. Selbermachen: Für Selbstständige mit Steuerkenntnissen

Foren, Steuerratgebermagazine und Blogs - es gibt viele Quellen aus denen Selbständige Infos zu Freibeträgen und Steuertricks finden können. Hinzu kommen die detaillierten Erläuterungen zum jeweiligen Steuerformular auf der Webseite der Finanzbehörden. Trotz der Fülle an Informationen müssen Selbständige sich ehrlich fragen, ob sie die Zeit, Geduld und auch die Affinität zur Buchhaltung und zum Steuerrecht haben. Denn ohne gehen sie schnell in der Informationsflut unter. Die vielen Abgabefristen sowie rechtlichen Verpflichtungen und das mulmige Gefühl, nicht alle Abschreibungsmethoden verwendet zu haben, zeigen, dass diese Methode besser für den Steuer-Vollprofi geeignet ist.

Fazit: Diese Methode funktioniert nur für Selbständige, die über Steuerkenntnisse verfügen. Zudem sparen Selbständige sehr viel Geld, wenn sie die Erklärung ohne Hilfe machen. Die Kehrseite ist, dass sie viel Zeit, Geduld und Nerven für die eigenständige Erstellung der Steuererklärung aufwenden müssen und auch Rückzahlungen verpassen könnten.

2. Steuersoftwareprogramme: Günstige digitale Unterstützung

Eine Software ist schnell runtergeladen und Onlinetools manövrieren Selbständige ganz bequem durch die Steuerklärung. Für diejenigen, die eine kleine Unterstützung benötigen, bieten sie eine große Hilfe, um den Steuermarathon zu überstehen. Die Preise starten bei 15 Euro und sind, je nach Bedarf und Umfang, flexibel. Diese Variante ist für Freelancer von Vorteil, die überschaubare Einnahmen haben und keine komplexen Sachverhalte im steuerlichen Alltag meistern müssen. Auch hier benötigen Freelancer ein wenig Zeit, doch die digitalen Helfer minimieren einiges an Aufwand. Die Tools sind intelligent und beugen kleinen Mängeln vor.

Fazit: Steuersoftwareprogramme und -tools sind für Selbständige eine hilfreiche Stütze. Sie sind weitaus kostengünstiger als der Steuerberater und navigieren Selbständige Schritt für Schritt durch die Erklärungen. Elster, Smartsteuer oder Taxmann - in diesem Bereich gibt es eine große Auswahl an Anbietern. Es ist für jeden eine passende Anwendung dabei.

3. Steuerberater: Wissen über aktuelle Gerichtsurteile

Zugegeben, der Steuerberater ist der wahre Profi und kennt alle Kniffe und Möglichkeiten, die es für den Selbständigen gibt. Doch wann lohnt sich der Steuerberater wirklich?

Die Kosten eines Steuerberaters liegen durchschnittlich bei 700 bis 1.000 Euro, allerdings schwanken die Beträge je nach Bundesland, Berufsgruppe und Aufwand. Das sieht auf dem ersten Blick teuer aus, doch jeder Selbständige kann sich überlegen, für welche Leistungen er Unterstützung möchte. Von einer einfachen Prüfung des Steuerbescheids bis zur kompletten Buchhaltung - es gibt viele Möglichkeiten. Ziel ist, das zu versteuernde Einkommen zu senken. Gegenüber Programmen und Buchhaltungstools trumpft der Steuerberater mit aktuellen Gerichtsurteilen auf. Zudem haftet er für die Angaben, im Gegensatz zu den Computerprogrammen. Der Hauptvorteil ist: Selbständige sparen sehr viel Zeit und bei einem guten Steuerberater im Zweifelsfall auch viel Geld .

Fazit: In Sachen Haftung und aktuellen steuerrechtlichen Gerichtsurteilen, kann der Steuerberater helfen. Die Kosten sind allerdings sehr hoch und die Frage lautet, ob sich die Rückerstattung in dieser Hinsicht überhaupt rentiert.

Wann lohnt sich ein Steuerberater für Freiberufler? Die drei Methoden im Überblick:

Steuererklärung selbst gemacht Steuersoftware Steuerberater
+ Sehr viele Kosten sparen
- Viel Zeit und Nerven
- Viele Kenntnisse erforderlich
- eigenständige Haftung für Angaben    
+ Kosten sparen
+ kleine Unterstützung
+ navigiert Nutzer komplett durch die Steuererklärung
- haftet nicht für Angaben
+ haftet für Angaben
+ berücksichtigst aktuelle Gerichtsurteile
+ kennt viele Abschreibungsmöglichkeiten
- sehr hohe Kosten

Fazit: Mit Steuerberater auf der sicheren Seite

Ob sich ein Steuerberater nun lohnt, können Selbständige erst mit dem Eingang des Steuerbescheids herausfinden. Doch genau dort liegt das Problem: erst wenn die Arbeit erledigt ist, erfahren sie, ob es sich rentiert hat. Wer keine Ahnung von Buchhaltung und Steuerrecht hat, sollte sich an einen Steuerberater wenden, um das Bestmögliche rauszuholen und auf der sicheren Seite zu sein. Auch für diejenigen, die nicht die Zeit und Nerven dafür aufwenden möchten, sind die Profis von Vorteil. Onlinetools und Softwareprogramme sind jedoch ein guter Mittelweg . dhz