Steuertipp Steuerlicher Privatanteil auch bei Nutzung von Pkws mit Wechselkennzeichen?

Nutzt ein Unternehmer einen Pkw des Betriebsvermögens privat, muss er dafür einen Privatanteil versteuern und Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. In der Praxis stellt sich immer wieder die Frage, ob auch bei Einsatz es Wagens mit Wechselkennzeichen ein Nutzungsanteil zu versteuern ist? Die Antwort: Leider ja.

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Befinden sich mehrere Fahrzeuge im Betrieb, für die der Inhaber ein Wechselkennzeichen beantragt hat, so ist auch für solche Fahrzeuge ein Privatanteil zu versteuern (OFD Frankfurt, Verfügung v. 18.5.2017, Az. S 2145 A – 015 – St 210).

Beim Wechselkennzeichen können Sie ein Auto ohne Kennzeichen in der Garage lassen und mit dem anderen Auto fahren. Hier spart man sich zwei keine Kfz-Steuer, bei der Kfz-Versicherung winkt jedoch ein kleiner finanzieller Vorteil.

Steuerlich ist auf Bund-Länder-Ebene klargestellt worden: Gehören zum Betriebsvermögen eines Steuerpflichtigen mehrere Kraftfahrzeuge, die dieser alle auch für private Zwecke nutzt, ist für jedes dieser Kraftfahrzeuge eine Entnahme zu versteuern. Das gilt auch bei Einsatz eines Wechselkennzeichens.

Zwei Autos mir Wechselkennzeichen = 2 x Privatanteil versteuern  

Sie können also für das Auto in der Garage die Versteuerung des Privatanteils nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Das liegt daran, dass schwer nachzuweisen ist, wann welches Fahrzeug privat genutzt wurde oder in der Garage abgestellt war.

Steuertipp: Bei mehreren Fahrzeugen mit Wechselkennzeichen sollte zur Vermeidung von steuerlichen Nachteilen jeweils ein Fahrtenbuch geführt werden. Erfüllen die Fahrtenbücher die steuerlichen Voraussetzungen, ist klar, wann welches Fahrzeug privat genutzt wurde und wann nicht. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .