Ende September liegen die deutschen Gasspeicher zwölf Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das staatseigene Energieunternehmen Sefe nun zur verstärkten Einspeicherung angewiesen und sieht andere Marktteilnehmer in der Pflicht.

Angesichts niedriger Füllstände der Gasspeicher hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das staatseigene Energieunternehmen Sefe zur verstärkten Gaseinspeicherung angewiesen. Dies sei in Absprache mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) geschehen, teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit. "Der zentrale Grund für diesen Schritt liegt in den weiter andauernden geopolitischen Risiken", hieß es aus dem Ministerium mit Blick auf den Iran-Krieg.
Gasspeicherstand deutlich niedriger als im Vorjahr
Das Ministerium verwies darauf, dass Ministerin Reiche stets deutlich gemacht habe, dass sie die Entwicklung am Gasmarkt eng verfolge, für unterschiedliche Szenarien Instrumente vorbereitet habe und diese je nach Bedarf einsetzen werde." Dieser Bedarf ist nun eingetreten." Wie das Ministerium mitteilte, liegt der aktuelle Gasspeicherstand Ende September bei rund 58 Prozent (Vorjahresmonat: 70 Prozent). "Die Gasversorgung ist grundsätzlich sicher, das wird auch durch die Bundesnetzagentur bestätigt", hieß es weiter. Bei dieser Maßnahme gehe es vor allem um die Krisenvorsorge.
Ministerium: Anweisung an Sefe als Signal für andere
Hintergrund für die niedrigen Füllstände sind die durch den Iran-Krieg gestiegenen Preise in den Sommermonaten, die die Gasimporteure zunächst abwarten ließen. Die Anweisung an das staatseigene Unternehmen soll nun von den anderen Marktakteuren als Signal verstanden werden. "Klar muss sein: Die Erwartung an alle anderen Marktteilnehmer, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern, bleibt ohne Wenn und Aber bestehen", teilte das Ministerium mit.
