Die Platzierung der eigenen Webseite in den Suchergebnissen von Google & Co. entscheidet darüber, wie gut Betriebe im Internet wahrgenommen werden. Worauf es 2015 ankommt, zeigt eine neue Studie.
Steffen Guthardt
Erfolg und Misserfolg von einer Firmenpräsenz im Internet oder einem Online-Shop sind entscheidend davon abhängig, wie Google die Webseite bewertet und auf welchem Platz in seinen Suchlisten anzeigt. Sucht ein Nutzer beispielsweise eine gute Konditorei in München, doch die eigene Firma erscheint erst auf Seite zwei der Suchergebnisse, ist die Wahrscheinlichkeit erheblich geringer, dass die Webseite vom Kunden besucht wird als bei einer vorderen Platzierung.
Doch wie können Betriebe Einfluss auf ihr Suchergebnis nehmen? Schließlich macht Google selbst immer noch ein großes Geheimnis um seine Ranking-Faktoren. Anhaltspunkte bietet eine jährlich erscheinende Studie von Searchmetrics, die nach einer Registrierung als kostenfreies Whitepaper heruntergeladen werden kann. In seiner Studie für 2015 kommt Searchmetrics zu fünf zentralen Ergebnissen.
Fünf wichtige Trends im Ranking
1. Backlinks verlieren an Bedeutung
Ein Rückverweis oder Backlink ist ein eingehender Link auf eine Webseite , der von einer anderen Webseite aus auf diese führt. Waren diese Backlinks und Links im Allgemeinen in den vergangenen Jahren ein sehr wichtiger Ranking-Faktor, nimmt die Bedeutung 2015 ab. Anstatt der von Webseiteninhabern gesetzten Links oder dem Linktausch zwischen Unternehmen, zählt es mehr, wenn Leser gute Inhalte durch Verlinkungen – zum Beispiel über Facebook und Twitter – weiterverbreiten.
2. Responsive Webseiten im Vorteil
Google hat schon vor einigen Monat damit begonnen, für mobile Endgeräte optimierte Webseiten in seinen Suchergebnissen auf Smartphones zu bevorzugen. Moderne Webseiten passen sich der Größe des Bildschirms vom jeweiligen Endgerät an – ob Smartphone, Tablet oder Notebook. Die Rede ist dabei vom so genannten "responsive design". Allerdings lässt sich eine solche Webseitengestaltung nur durch professionelle Hilfe umsetzen und ist relativ teuer. Hilfreich für das Google-Ranking ist es aber auch, Webseiten aufgeräumt und gut strukturiert zu gestalten, um Nutzern das Lesen zu erleichtern. Damit steigt höchstwahrscheinlich auch die Verweildauer auf der Webseite, was gut für das Ranking ist.
3. Teilen und Linken von Inhalten
Facebook, Twitter und Google+ sind bei vielen Webseiten ein fester Bestandteil, um Kunden die Möglichkeit zu geben, Inhalte zu bewerten und zu kommentieren. Dabei sollte es eine starke Verknüpfung zwischen dem Unternehmensauftritt im Netz und den Social-Media-Seiten des Betriebs geben. Wird in den Netzwerken viel über das Unternehmen gesprochen, zahlt das auch 2015 auf das Google-Ranking ein. Denn wo viel gesprochen wird, ist höchstwahrscheinlich viel Bewegung auf der Webseite und es gibt regelmäßig neue Inhalte.
4. Keywords weniger wichtig
Schlüsselbegriffe in einem Text, so genannte Keywords, galten lange Zeit als wichtiges Kriterium für das Ranking bei Google. Eine hohe Dichte an Keywords im Vergleich zum Gesamttext galt als Erfolgskonzept. Doch inzwischen hat das Keyword an Bedeutung verloren – sowohl im Inhalt als auch in der so genannten Description, der Text zum Link, der in den Google-Suchergebnissen angezeigt wird.
5. Umfänglicher Content zählt
Gut aufbereitete Inhalte stehen 2015 hoch im Kurs bei Google. Idealerweise wird das Hauptthema des Beitrags so umfänglich aufbereitet, dass auch viele Randthemen behandelt werden, die im Zusammenhang zum Hauptthema stehen. Das macht nicht nur den Inhalte lesenswerter, sondern bedient auch mehr Suchanfragen, die über Google gestellt werden. Umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden auf die Webseite finden. Auch lange Beiträge werden damit im Ranking bevorzugt gegenüber so genanntem "thin content".
