Das Handwerk drängt auf rasche Schritte zur Begrenzung des Strompreisanstiegs und begrüßt die vorgeschlagene Strompreisbremse von Umweltminister Altmaier. Handwerkspräsident Otto Kentzler mahnt die Politik, schnell für eine Entlastung bei den Betrieben zu sorgen: "Wir können nicht warten, bis der Wahlkampf beendet ist".

Der starke Strompreisanstieg belastet viele Handwerksbetriebe – vor allem Textilreiniger und Bäckereien, die viel Energie verbrauchen, leiden unter dem Preisdruck. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) setzt sich deshalb für eine schnelle Begrenzung der Stromkosten wie sie Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) vorgeschlagen hat ein. Die Bundesregierung hatte sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, damit die EEG-Umlage und die Stromkosten begrenzen zu wollen.
Doch Bund und Länder verhandeln derzeit noch über diese sogenannte Strompreisbremse. Sie wollen bis zum 21. März ein gemeinsames Konzept erarbeiten. Altmaier zeigte sich am Wochenende zuversichtlich, dass eine schnelle Einigung erreicht wird. Er gehe davon aus, dass sein Ansatz von SPD und Grünen mitgetragen werde, sagte der CDU-Politiker in einem Interview der "Welt am Sonntag". Er erwarte nun die Vorschläge der Länder und der Oppositionsparteien.
Kosten müssen gerechter verteilt werden
"Wir pochen darauf, dass die Länder endlich mitziehen und den Vorschlag der Minister Altmaier und Rösler unterstützen", sagte Kentzler den Zeitungen der WAZ-Gruppe. "Der Bundesrat sollte in dieser Frage nicht als Blockadeinstrument missbraucht werden." Es dürfe nicht so weit kommen, dass kleinere und mittlere Betriebe die Kosten für den Atomausstieg zahlen sollen, während große Unternehmen entlastet werden.
Damit wirbt das Handwerk für die Vorschläge Altmaiers, der mit seinen Vorschlägen für eine gerechtere Kostenverteilung eintritt. Die Last werde so nicht einseitig den Bürgern aufgebürdet, sondern auch den energieintensiven Industrien. Ohne Preisbremse könne Strom im laufenden Jahr um bis zu zehn Prozent teurer werden, warnte er. Für die folgenden Jahre seien vergleichbare Preissteigerungen nicht ausgeschlossen.
Doch die geplante Preisbremse sorgt auch für viel Kritik. Die Opposition sieht damit auch den Ausbau mit erneuerbaren Energien in Gefahr. Die Industrie sieht das Konzept dagegen als nicht ausreichend genug an, um den Strompreis wirklich zu senken. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, sprach sich für ein komplett neues Konzept zur Förderung der erneuerbaren Energien aus. Die Vorschläge der Minister reichten nicht aus, sagte Grillo dem Deutschlandfunk. jtw/dapd