Während der Ausbildung -

Berichtsheft schreiben 8 Tipps: Wie man ein Berichtsheft schreibt

Ein Berichtsheft zu schreiben ist gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick aussieht. Dennoch haben Lehrlinge zu Beginn oft viele Fragen: Wie schreibe ich ein Berichtsheft? Was soll ich schreiben? Und muss ich ganze Sätze machen oder reichen auch Stichpunkte? Alle Infos im Überblick.

Ein Berichtsheft muss jeder schreiben, der eine Ausbildung macht. Dass das nicht gerade zu den beliebtesten Aufgaben unter Lehrlingen zählt, ist bekannt. Mit diesen Tipps klappt das Berichtheftschreiben:

1. Regelmäßig Berichtsheft schreiben

Klar ist: Wer regelmäßig schreibt, erspart sich einiges an Stress. Während Lehrlinge für einen täglichen Bericht nur circa fünf bis zehn Minuten einplanen müssen, bedeutet das nachträgliche Schreiben des Berichtshefts ein Vielfaches an Aufwand und Zeit. Monate später ist es schwer, sich daran zu erinnern, welche Aufgaben man in der jeweiligen Woche erledigt hat.

Auch der Ausbilder sollte das Heft regelmäßig unterschreiben. Am besten an einem festgelegten Tag im Monat, an dem der Lehrling das Berichtsheft vorlegt. So geht es im Alltag nicht unter.

Tipp: Sich kurz vor den Prüfungen Berichte für drei Jahre einfallen zu lassen, kostet viel Zeit. Selbst ein wöchentlicher Bericht braucht mit circa 20 bis 30 Minuten nur einen Bruchteil dieser Zeit.

2. Sich über digitale Berichtshefte informieren

Bevor es losgehen kann, braucht man erst einmal ein Berichtsheft. Von der Ausbildungsfirma bekommen Lehrlinge häufig schon passende Ausdrucke, die sie dann ausfüllen können. Sollte der Ausbilder keine zur Verfügung stellen, können sich Azubis auch mit Vordrucken aus dem Internet, beispielsweise auf den Seiten der Handwerkskammern, behelfen. Azubis sollten auch überlegen, ob sie ihr Berichtsheft auf Papier oder digital führen wollen. Unter den digitalen Berichtsheften gibt es eine große Auswahl. Einige sind jedoch nicht ganz kostenlos.

3. Alles beschreiben, was zur Arbeit dazugehört

Aber was genau soll denn im Berichtsheft stehen? Prinzipiell gehören alle ausgeführten und wichtigen Tätigkeiten ins Berichtsheft. Auch wenn manche Aufgaben erst einmal banal wirken, sind sie Teil der Ausbildung und sollten notiert werden. Dabei halten Azubis die ungefähre Dauer der Tätigkeiten am besten auch gleich fest.

Neben den reinen Aufgaben können Lehrlinge auch alles beschreiben, was mit dem Arbeitsalltag zu tun hat. Dazu zählt die Funktionsweise einer Maschine, die der Azubi verwendet hat. Oder vielleicht benötigen der Auszubildende auch ein spezielles Computerprogramm, um seine Aufgabe erledigen zu können. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, den Arbeitsplatz zu beschreiben. Dort finden sich manchmal essenzielle Bestandteile der Ausbildung, die deswegen auch ins Berichtsheft dürfen. Je nach Ausbildung ist es ebenfalls möglich, die verschiedenen Warengruppen des Betriebs aufzuführen.

Einweisungen der Firma und auch Schulungen können Auszubildende genauso inhaltlich wiedergeben wie den betrieblichen Unterricht. Die groben Themen des Berufsschulunterrichts dürfen ebenfalls ins Berichtsheft.

Tipp: Ein paar kurze Notizen auf dem Handy oder einem Block helfen später beim Schreiben.

4. Überlegen, wie man es den Freunden erzählen würde

Nach den ersten Monaten, in denen Lehrlinge viel Neues lernen, wird es schwieriger: Manche Tage und Wochen ähneln sich in den Aufgaben sehr. Oft stellt sich bei Azubis das Gefühl ein, sich zu wiederholen. Trotzdem gibt es häufig Unterschiede in den Details. Diese Unterschiede im Detail können Auszubildende in ihrem Berichtsheft aufschreiben.

Tipp: Wer überhaupt nicht mehr weiß, was er noch schreiben kann, sollte überlegen, wie er den Tag seinen Freunden erzählen würde.

5. Zwischen knappen Sätzen und Stichpunkte abwechseln

Endlich steht fest, was ins Berichtsheft soll, da stehen Lehrlinge schon vor den nächsten Fragen: Mache ich Stichpunkte? Oder schreibe ich besser ganze Sätze? Wie ausführlich soll ich schreiben? In der Regel gilt: Ausbilder wollen keine Romane. Wer sich beim Berichten kurz hält, liegt meist richtig. Um sicher zu gehen, sollten Azubis trotzdem besser nochmal beim Ausbilder nachfragen. Oft ist jedoch eine Kombination aus ganzen Sätzen und Stichpunkten sinnvoll. Zur Orientierung: Pro Woche sollte etwa eine DIN A4-Seite gefüllt werden.

Tipp: Wer gelernte Fachbegriffe im Berichtsheft gleich anwendet, kann damit punkten.

6. Mit Skizzen und Fotos kreativ werden

Wer es ein bisschen kreativer will, kann auch Zeichnungen und Skizzen hinzufügen. Besonders in Gewerben, in denen Lehrlinge etwas aufbauen oder anfertigen müssen, kann das Abwechslung ins Berichtsheft bringen.

Tipp: Manchmal sind auch Vorher-Nachher-Dokumentationen mithilfe von Fotos möglich.

7. Berichtsheft vollständig abgeben

Das Berichtsheft ist fertig, der Lehrling stolz. Also alles fertig zur Abgabe? Noch nicht ganz. Zu jedem Berichtsheft gehören neben den täglichen oder wöchentlichen Ausbildungsnachweisen auch ein Deckblatt und der Ausbildungsverlauf. Bereits beim Schreiben sollte man darauf achten, dass Name, Ausbildungsjahr und Berichtszeitraum auf jedem Blatt stehen. Die Aufteilung im Inneren ist den Azubis überlassen. Eine Möglichkeit zur sinnvollen Unterteilung sind Zwischenseiten, die die einzelnen Lehrjahre trennen.

Tipp: Auch beim Titelblatt kann man kreativ werden. Wer will, kann die Seite völlig frei gestalten oder beispielsweise auch nur das Logo des Ausbildungsbetriebs aufkleben.

8. Alle Vorteile des Berichtshefts nutzen 

Ganz grundlos müssen Azubis das Berichtsheft nicht schreiben: Nur so bleiben Ausbildungsinhalte nachvollziehbar und überprüfbar. Wenn es dann mal Probleme in der Ausbildung gibt, kann das Berichtsheft bei Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbildungsbetrieb als Protokoll dienen. Das Berichtsheft wird nicht benotet und ist als Absicherung und Unterstützung für Lehrling und Betrieb gedacht.

Das Berichtsheftschreiben bringt Lehrlingen auch noch einen weiteren Vorteil: Azubis lernen damit das Dokumentieren von Arbeitsprozessen gleich mit.

Tipp: Richtig angewendet kann es beim Lernen unterstützen und in der Prüfungsvorbereitung Zeit sparen. jk

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