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Weihnachten 2020 6 Ideen für die Weihnachtsfeier in Corona-Zeiten

Die Weihnachtsfeier fällt aus. Daran führt in Coronazeiten kein Weg vorbei. Oder vielleicht doch? Immerhin erfüllt die Weihnachtsfete eine wichtige Funktion im Betrieb, soll den Teamzusammenhalt fördern und das Jahr gebührend beschließen. Wie eine Weihnachtsfeier im Corona-Winter 2020 aussehen kann.

Physische Weihnachtsfeiern gibt es nicht mehr", sagt Simon Schmidt. Schmidt ist Geschäftsführer der Krefelder Eventagentur Stadthelden. Zwar führt er weiterhin Events wie Team-Painting, Crazy Golf oder Drohnenrennen im Sortiment, die live vor Ort und im Rudel durchgeführt werden. Buchen will sie aber niemand mehr. "Die wenigen, die gebucht waren, werden nach und nach storniert", sagt er.

Diverse Umfragen geben ihm Recht. Demnach hat ein großer Teil der Unternehmen die Bremse gezogen und die Weihnachtsfeier komplett abgesagt. Alternativlos ist die Streichung aber nicht. So gibt es gegenwärtig eine Nachfrage nach virtuellen Festen - und sie steigt. "Die Online-Events haben ihre Vorzüge", meint Simon Schmidt. "Für die Unternehmen wird’s günstiger."

6 Ideen für die Weihnachtsfeier 2020

#1 Krimi

Vor Corona sah das Konzept eine Schnitzeljagd vor. Die Teams liefen gemeinsam von Station zu Station, oft quer durch die ganze Stadt, und meisterten Aufgaben. Heute entfaltet sich die Spannung vor dem Bildschirm. "Das lästige Laufen, was im Prinzip ein Lückenfüller war, fällt weg", sagt Schmidt. Sein Online-Krimi läuft über ein Videokonferenzprogramm wie Zoom oder Microsoft Teams. Ein Schauspieler führt durch die Veranstaltung und teilt die Teilnehmer in Teams ein, die den Fall gemeinsam, aber räumlich getrennt bearbeiten und hoffentlich lösen.

#2 Brauereiführung

Anstoßen: Nein. Zuprosten: Ja. Mit einer virtuellen Brauereibesichtigung ist das möglich. So wirbt etwa die Brauerei Orca aus Nürnberg selbstironisch mit dem Konzept des "betreuten Trinkens". Die Jungbrauer schicken den Teilnehmern dafür ein Paket mit Craft Beer, Knuspermalz, sauren Würschtln in Biersud und Lebkuchen nach Hause. Jedes Teammitglied setzt sich zuhause mit dem Proviant vor seinen Bildschirm und streamt mit einem Gläschen in der Hand die Führung. Simon Schmidt empfiehlt virtuelles Gin-Tasting oder Whiskey-Tasting. Der Ablauf ist ähnlich.

#3 Virtueller Kochabend

Vor dem virtuellen Kochkurs steht der Einkauf. Die Zutaten müssen die Teilnehmer selbst besorgen, bereitlegen und sich dann am Bildschirm einloggen. Ein Profi-Koch leitet sie an. Zusammen wird geschnibbelt, gebrutzelt und anschließend gespeist. Auch Restaurants bieten Kochpakete an - Gänsebraten etwa - die man im Team gemeinsam zubereitet. So kocht etwa der Bochumer Strätlingshof Gänsebrust und -keule mit Rotkohl und Knödeln vor, liefert die Boxen aus und leitet am Monitor an, wie man die Mahlzeit finisht. Das Event kann allerdings nur gelingen, wenn alle Teilnehmer im Einzugsgebiet des Lieferanten wohnen.

#4 Wichteln

Auch der populäre Brauch des Wichtelns kann relativ simpel in die Online-Welt transferiert werden. Die Schenkenden versammeln sich vor dem Bildschirm und packen reihum - oder zeitgleich - die netten oder schrottigen Präsente aus. Problematisch ist hier vor allem die Organisation. Lose müssen gezogen, Höchstbetrag und Motto festgelegt, Geschenke besorgt und an viele verschiedene Adressen verschickt werden. Das bindet Ressourcen. Im Netz finden Interessierte Anbieter, die einem die Arbeit abnehmen.

#5 Gutschein

Weihnachten ist das Fest des Gebens. In den sozialen Medien wird verstärkt dazu aufgerufen, Gutscheine an die Belegschaft zu verschenken. So handhabt es auch der Elektrotechnikbetrieb Gerber aus Bergtheim in Bayern. "In normalen Zeiten hätten wir uns jetzt auf die Weihnachtsfeier mit unseren Mitarbeitern in einem netten Restaurant in unserer Region gefreut", schreiben die Unterfranken im Netz. Stattdessen "haben wir uns dazu entschieden, jedem unserer Mitarbeiter einen Gutschein zu schenken. Einlösbar in dem Restaurant, in dem unsere Weihnachtsfeier geplant war." Tatsächlich sichern Gutscheine der lokalen Gastronomie in schwierigen Zeiten Liquidität und können - hoffentlich - im kommenden Jahr eingelöst werden.

#6 All-in-one-Feier

Mit einem Rundumschlag behilft sich Eventanbieter Jochen Schweizer in der Krise. Das sogenannte virtuelle Weihnachtshaus ist das Multitool unter den Weihnachtsfeiern. Die Besucher bewegen sich durch die verschiedenen Online-Räume, können im Spielzimmer digitale Escape Rooms oder Quizshows spielen, in der Küche Lebkuchenhäuser bauen und Plätzchen backen, im Hobbyraum Geschenke basteln oder im Kaminzimmer mit den Kollegen plauschen. Den Spirtuosenliebhabern steht ein Sommelier zur Seite. Der große Vorteil dabei: Die Gefahr, dass ein Mitarbeiter über den Durst trinkt und sich dennoch ans Steuer setzt, ist bei einer Online-Weihnachtsfeier definitiv gebannt.

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